»Noch einmal genauso mutig sein«

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Sie wollen heute mutig ins Medaillenrennen gehen: Die Seglerinnen (von links) Susann Beucke und Tina Lutz. (Foto: Sailing Energy/World Sailing)

Update, Montag, 9 Uhr: Zu schwache Winde haben zur Absage der olympischen Segel-Wettfahrten am Montag vor Enoshima geführt. Betroffen davon waren auch die Medaillenrennen der 49er FX der Frauen mit Tina Lutz und Susann Beucke (Holzhausen/Strande). Die entscheidenden Wettfahrten sollen nach Angaben der Organisatoren am Dienstag nachgeholt werden.


Die Seglerinnen Tina Lutz (Holzhausen bei Bergen) und Susann Beucke (Kiel) haben im 49erFX bei den olympischen Segel-Regatten vor Enoshima die Medaillenrennen erreicht. Das bayerisch-norddeutsche Duo hat als Gesamtdritter aufgrund knapper Punktabstände sogar noch Chancen auf Gold.


»Wir haben heute alles auf dem Rennkurs gegeben, was wir hatten«, sagte Steuerfrau Tina Lutz (Chiemsee Yacht-Club) nach den letzten drei Wettfahrten vor der Medaillen-Entscheidung – und ergänzte: »Und genau das werden wir auch im Finale tun.« Der Weg dahin könne nur darüber führen, so die 30-Jährige, »dass man die Gedanken an eine Medaille aus dem Kopf verbannt.« Denn wie ihre Teamkameraden, haben auch Lutz und Beucke in der ersten Woche der Olympia-Regatta erfahren, wie kompliziert und fordernd das Olympiarevier mit seinen oft unbeständigen und schwer zu lesenden Bedingungen sein kann. Das Motto fürs Finale gab Susann Beucke vor: »Wir waren heute mutig und müssen im Medaillenrennen noch einmal genauso mutig sein.«

Mit einem siebten und zwei dritten Plätzen rutschten Lutz und Vorschoterin Beucke aus Strande bei Kiel bis auf drei Zähler an die niederländischen Doppel-Weltmeisterinnen Annemiek Bekkering/Annette Duetz und die brasilianischen Rio-Olympiasiegerinnen Martine Grael/Kahena Kunze heran.

Das Ergebnis des Medal Race am Montag (ab 7.30 Uhr) fließt doppelt in die Wertung ein. »Wir wollen es im Finale so machen wie heute: all in!«, kündigte Lutz an. Das letzte deutsche Gold gewann Jochen Schümanns Soling-Crew 1996 im amerikanischen Revier von Savannah.

Im 49er gehen die Rio-Dritten Erik Heil und Thomas Plößel (Kiel/Hamburg) als Vierte in die Medaillen-Entscheidung der besten Zehn. Ihr Rückstand zum Spitzentrio ist allerdings deutlich. Ein interner Abstimmungsfehler in der Startphase der elften von zwölf Wettfahrten hatte das Duo um eine bessere Ausgangsposition für den heutigen Montag gebracht. Am Ende des siebten Regatta-Tages standen ein zweiter, ein 14. und ein fünfter Rang.

Die Katamaran-Segler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer verteidigten ihren dritten Gesamtplatz und segeln drei Rennen vor Schluss der Hauptrunde weiter auf Medaillenkurs.

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