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Nichts zu holen für den TVT

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In der Vorrunde kassierte Eduard Tatarinov (rotes Trikot) gegen Lichtenfels seine bisher einzige Saisonniederlage. Beim Rückkampf war er klarer Chef auf der Matte. (Foto: Wittenzellner)

Wie erwartet wenig zu bestellen hatten die Traunsteiner Ringer beim rund 400 Kilometer entfernten Aufstiegsaspiranten AC Lichtenfels. Der auf fast allen Positionen bestens aufgestellte Ex-Bundesligist war eine Nummer zu groß für den TVT.


Erschwerend kam hinzu, dass die Traunsteiner auf eine Reihe von Stammringern verzichten mussten, die urlaubs- und verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen. »Natürlich wollen wir zu jedem Kampf die bestmögliche Aufstellung stellen, aber am Samstag hatten wir unsere Probleme«, machte TVT-Abteilungsleiter Hartmut Hille deutlich. So fehlten unter anderem die Stammkräfte Tobias Einsiedler (57 kg), Plamen Petrov (75 kg) und Gökhan Tetik (130 kg) was die Traunsteiner Chancen praktisch auf ein Minimum reduzierte. Hinzu kam eine Schulterverletzung bei Farhad Quaderi (86 kg), sodass der Kampf mit 6:30 deutlich zugunsten der Gastgeber verlief.

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In seinem ersten Kampf war der junge Andreas Dik (57 kg, griechisch-römisch) zwar motiviert, aber noch überfordert und verlor noch in der ersten Runde auf Schulter. Das Schwergewicht ließ der TVT aus Mangel an Alternativen leer laufen. Luca Zeiser (61 kg, Freistil) hatte gegen Dominik Sohn noch eine Rechnung aus dem Vorrundenkampf offen, den er knapp verloren hatte. Im bevorzugten freien Stil zeigte er eine sehr ansprechende Leistung, allerdings reichte es nicht zum Sieg gegen den deutlich älteren Kontrahenten. Er verlor mit 4:8 Punkten.

Wie schon im Vorkampf musste sich Andreas Boschko (98 kg, G) dem international erfolgreichen Bulgaren Nikolay Dobrev geschlagen geben und verlor in der ersten Hälfte nach Würfen und Durchdrehern trotz einer guten Kampfeinstellung auf Schulter. Seinen ersten Einsatz bei den Männern in diesem Jahr hatte Jugendringer Philipp Schrag (66 kg, G). Venelin Venkov, Olympiateilnehmer des Jahres 2008, war zwangsläufig eine Nummer zu groß für den jungen Traunsteiner. Dieser verlor durch Kopfzug entscheidend.

Spannend wurde es im Freistil-Mittelgewicht (86 kg) zwischen dem aufgerückten Eduard Tatarinov und dem deutlich schwereren Christian Merkel, der eine gute Kampfbilanz in diesem Jahr aufweist. Tatarinov tat sich bei rund zehn Kilogramm Gewichtsnachteil schwer, war aber mit seinen gewohnt schnellen Aktionen erfolgreich und weitgehend Chef auf der Matte. Er siegte am Ende mit 13:8 Punkten.

Seinen ersten Einsatz für den TVT absolvierte der Afghane Saber Mansori – einer der trainingsfleißigsten Neuzugänge beim TVT – im Freistil-Leichtgewicht (66 kg). Mit Krum Chuchurov bekam er einen Siegringer der Gäste vorgesetzt. Der Bulgare, erfolgreicher Teilnehmer bei den Universitätsweltmeisterschaften, legte den bei seinem ersten Mannschaftskampf nervös agierenden Traunsteiner in der ersten Runde aufs Blatt.

Der verletzt in den Kampf gegangene Mittelgewichtler Farhad Quaderi konnte mit einer nicht auskurierten Schulterverletzung stilartfremd im klassischen Kampf gegen den Ex-Bundesligakämpfer Tobias Schütz nichts ausrichten und wurde in der ersten Runde geschultert. In den beiden Weltergewichtsduellen (75 kg) ging im griechisch-römisch Artur Tatarinov für den verletzten Plamen Petrov eine Gewichtsklasse höher als üblich auf die Matte. Keine zwei Minuten brauchte er, um sich mit Würfen und Durchdrehern 16 Wertungspunkte und den Sieg mit technischer Überlegenheit gegen Marius Geuß zu sichern.

Den Schlusspunkt setzte auf Traunsteiner Seite der ebenfalls eine Klasse höher als üblich angetretene Mahsun Ersayin gegen den Korbstädter Johannes Lurz, der in der ersten Runde den Sack mit einem Schultersieg zumachte. Am Ende mussten die TVT-Ringer beim 6:30 die Überlegenheit des Liga-Topfavoriten anerkennen.

»Abgehakt und nach vorne blicken«, war das Fazit von TVT-Abteilungsleiter Hartmut Hille. Am kommenden Samstag steht mit dem ASV Neumarkt ein schlagbarer Gegner auf der Matte. Bis dahin soll auch der eine oder andere angeschlagene TVT-Ringer wieder fit sein. Die Nachwuchsringer waren kampffrei. awi