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Nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewann

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Andi Wieser erzielte das 1:0 für den SC Inzell im Relegationsspiel gegen den SV Erlbach II. Am Ende setzten sich die Fußballer aus dem Landkreis Altötting mit 3:1 durch. (Foto: Butzhammer)

Für den SC Inzell ist die Fußballsaison nach zuletzt acht Siegen in Folge vorbei. Doch die Biermaier/Dumberger-Truppe hat sich anständig verabschiedet. Mit entscheidend für den Ausgang des Relegationsspiels um den Aufstieg in die Kreisliga zwischen dem SV Erlbach II und dem SC Inzell in Fridolfing war, dass der Vorletzte der Kreisliga-II-Saison einfach abgezockter agierte. Vor 300 Zuschauern gewann Erlbach 3:1.


Die Partie begann für den SV Erlbach II denkbar ungünstig, denn Timo Schmidhuber musste bereits in der 8. Minute das Spielfeld mit einem Bänderriss im Sprunggelenk verlassen. Zweifelsohne eine Schwächung für die Mannschaft von Spielertrainer Thomas Lange. Inzell konnte daraus in der 12. Minute sogleich Kapital schlagen. Anderl Graf, der nicht nur wegen dieser Aktion seinen Einsatz von Beginn an gerechtfertigt hatte, flankte von der linken Seite auf den Kopf von Andi Wieser und der Inzeller Sturmführer versenkte das Leder mit einem platzierten Kopfball aus zehn Meter links unten zum 1:0 für den SC.

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Das war natürlich ganz nach dem Geschmack der zahlreichen Inzeller Fans. Doch nur drei Minuten später fiel der Ausgleich. Vorausgegangen war ein Fehler von Michi Schaffler – ansonsten einer der besten Inzeller – dessen Querpass von Lukas Rothenaicher abgelaufen wurde. Der Erlbacher Stürmer bediente Maxi Kaltenhauser und dessen Schuss sprang vom linken Innenpfosten zum 1:1 ins Netz.

Doch damit gaben sich die Erlbacher nicht zufrieden. In der 18. Minute flankte Michael Huber von der linken Seite, Martin Söll kam zu spät und Anton Schreiner versenkte den Ball per Kopf zum 2:1 unter die Latte. Inzell wirkte nun etwas geschockt und kam eher durch Zufall zu einer halben Chance. Nach einem Freistoß von Michi Schaffler von der linken Seite wurde der Ball verlängert und Andi Dießbacher kam ans Leder, doch dessen Schuss vom Fünfereck zischte über den Querbalken.

Erlbach spielte viel über die Außen und war dadurch auch zum dritten Mal erfolgreich. Gerade einmal eine halbe Stunde war gespielt, als sich Raphael Schmidhuber durchsetzte und Maxi Kaltenhauser bediente. Der machte das ganz clever und markierte mit einem überlegten Schuss das 3:1. Drei Chancen – drei Tore, das nennt man Effektivität. Die letzte Möglichkeit in der ersten Halbzeit hatte Andi Wieser in der 45. Minute, aber sein Kopfball nach Schaffler-Flanke ging um einen Meter am linken Pfosten vorbei.

Nach dem Wiederanpfiff ähnelte die Spielweise der Erlbacher der von Chelsea London mit dicht gestaffelter Abwehr vor dem Strafraum. Darauf angesprochen erwiderte Co-Trainer Grabmaier nur: »Hauptsache, wir sind erfolgreich. Und bei unserer Führung dürfen wir das Ergebnis auch verwalten.« In der Tat, Inzell war nun spielbestimmend und hatte auch durchaus Chancen, es nochmal spannend zu machen.

Eine Topgelegenheit hatte der SC in der 65. Minute. Michi Schaffler bediente Andi Panitz, der setzte mit einem tollen Pass in die Tiefe Fabian Zeidler in Szene, doch dessen platzierten Schuss lenkte SVE-Torhüter Martin Ronis mit einer sensationellen Parade um den rechten Pfosten zur Ecke. Die brachte Andi Dießbacher nach innen und der sehenswerte Kopfball von Andi Panitz flog nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbei.

Erlbach beschränkte sich auf Entlastungsangriffe, doch der finale Pass blieb aus – Chancen blieben Mangelware. Die nächste gute Gelegenheit für den SC ergab sich in der 80. Minute. Fabian Zeidler zog von der linken Außenbahn nach innen, legte kurz ab auf Andi Panitz und der Inzeller Kapitän drosch den Ball mit voller Wucht haarscharf von der linken Seite am rechten Pfosten vorbei.

Nur eine Minute später konnte ein Solo von Michi Schafflers nur ganz knapp an der Strafraumgrenze gestoppt werden. Den fälligen Freistoß setzte Andi Dießbacher am linken Pfosten vorbei. Das sollte es gewesen sein mit den Tormöglichkeiten und den Inzeller Bemühungen, die Partie noch zu eigenen Gunsten zu entscheiden.

Hektisch wurde es zum Ende der Partie. Inzells Torhüter schubste in der 90. Minute Michael Huber zu Boden und sah dafür die Rote Karte. Allerdings bekam Huber in der Nachspielzeit die Ampelkarte unter die Nase gehalten und das numerische Gleichgewicht war wieder hergestellt. Allerdings tat das nichts mehr zur Sache. Erlbach gewann mit 3:1 und spielt nun am Donnerstag gegen den TSV Altenmarkt um den letzten freien Platz in der Kreisliga. Beide Mannschaften kennen sich bereits aus den beiden Rundenspielen.

Inzells Trainer Jürgen Biermaier sagte, dass »nicht unbedingt die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen hat«: »Unser Torhüter hat keinen Ball halten müssen, dafür aber drei Tore kassiert. Wir waren nicht konsequent genug, mehrere Treffer zu erzielen, obwohl wir die Chancen hatten, doch das ist nun mal im Fußball entscheidend.« Für den SC Inzell gilt es nun in der kommenden Spielzeit einen neuen Anlauf Richtung Fußball-Kreisliga zu starten, auch wenn dann Abwehrchef Martin Söll nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Er wechselt zum SV Kirchanschöring. hw

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