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Neun Traunsteiner Ringer liefern hervorragende Kämpfe

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In einem starken Team ragte er mit einer bärenstarken Leistung heraus: Luca Zeiser (blaues Trikot) schulterte den Penzberger Martin Welk. (Foto: Wittenzellner)

Ohne zwei ihrer Siegesgaranten und noch dazu mit einer unbesetzten Gewichtsklasse mussten die Traunsteiner Ringer zum Duell der Oberliga Süd beim AC Penzberg antreten. Obwohl man im Werdenfelser Land gegen den AC in den vergangenen Jahren meist gewonnen hatte, machte sich TVT-Chefcoach Petar Stefanov aufgrund des Fehlens der Siegringer Plamen Petrov und Yoan Dimitrov schon Sorgen, ob man dort am Samstag bestehen könne.


Doch was die neun TVTler dann vor rund 150 Zuschauern beim 13:13-Unentschieden dann aber in weiten Teilen zeigten, war so richtig nach dem Geschmack des Traunsteiner Cheftrainers. Er hob insbesondere Luca Zeisers mutige Leistung hervor, die mit einem Schultersieg belohnt wurde. Die Kämpfe im Einzelnen:

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57 kg (Freistil): Etwas unter seinen Möglichkeiten blieb Yusuf Raiskhel. Er musste dem AC-Ringer nach sechs effektiven Kampfminuten beim 6:6-Gleichstand den glücklichen Sieg überlassen, nachdem er mit seinen Kreuzwürfen nicht wie üblich durchkam: 0:1 aus Sicht des TVT.

130 kg (Griechisch-römisch): Der Penzberger Thomas Kramer konnte sich über vier Wertungspunkte freuen, weil Traunstein die Gewichtsklasse unbesetzt lassen musste: 0:5.

61 kg (G): Ben Wittenzellner ging gegen den Penzberger Tobias Bauer auf die Matte. Nach kurzem Abtasten legte er den Penzberger mit einem Kopfzug im Boden unter dem Jubel der mitgereisten Traunsteiner Fans aufs Blatt: 4:5.

98 kg (F): Gökhan Tetik zeigte einen klugen Auftritt gegen den Penzberger Peter Vierke, der zwar der aktivere Ringer war, selbst aber keine Aktionen durchzog. So konnte sich Tetik insbesondere mit einer spektakulären Aktion am Mattenrand einen knappen 6:5-Punktsieg sichern: 5:5.

66 kg (F): Tobias Einsiedler fand gegen den körperlich deutlich größeren Christian Hagn kein Rezept und konnte seine Beinangriffe nicht umsetzen, wurde aber gleichzeitig von dem Werdenfelser am Mattenrand immer wieder überrumpelt. Kurz vor Ende der zweiten Runde musste er den Sieg mit technischer Überlegenheit (15 Wertungspunkte und mehr) gegen sich zulassen. 5:9 Punkte aus Traunsteiner Sicht zur Pause ließen noch hoffen, waren aber keine leichte Bürde.

86 kg (G): Seifullah Rahmani rückte gegen den bärenstarken Matthias Petzenhammer in die Erste Mannschaft auf und machte seine Sache anfänglich sehr gut. Allerdings musste er sich nach einer Aktion im Boden etwas überraschend auf Schulter geschlagen geben: 5:13.

71 kg (G): Luca Zeiser lieferte gegen Martin Welk den Schlüsselkampf. Nachdem er quasi über Nacht einige Pfunde abgekocht hatte, ging der Hallabrucker im ungewohnten klassischen Stil auf die Matte – und stand kurzzeitig schnell in der Brücke. Dem folgten zwei spektakuläre Würfe Zeisers. Aus dem letzten konnte sich der verdutzte Gastgeberringer nicht mehr befreien und wurde geschultert: 9:13.

80 kg (F): Eduard Tatarinov musste gegen den bayerischen Spitzenringer Clemens Seidler ran. Beide ließen praktisch keine Aktion des Gegners zu. Tatarinov, auf die gesamte Zeit gesehen mit leichten Vorteilen behaftet, konnte bis zum Schluss die Konzentration hoch halten und machte die entscheidenden zwei Punkte zum Gleichstand, aber aufgrund der letzten Wertung zum Sieg: 10:13.

75 kg (F): Ilja Vorobev bekam es mit Alireza Salimiasl, dessen dauerhaftes Fingerfassen vom Kampfrichter vereinzelt angemahnt wurde, das den Traunsteiner Athleten aber in seinen Aktionen entscheidend hemmte, zu tun. So blieb nur ein 3:1-Punktsieg für den Traunsteiner übrig: 11:13.

75 kg (G): Artur Tatarinov war klarer Favorit gegen den erfahrenen Alexander Dürr, der für das Duell ordentlich abgekocht hatte. Das merkte man ihm spätestens ab dem ersten Kampfabschnitt deutlich an. Tatarinov machte Druck und ging in die letzten Sekunden mit einem 6:1-Vorsprung. Er vermied – seinerseits ebenfalls am körperlichen Limit kämpfend – unnötige Risiken und holte zwei Mannschaftspunkte: 13:13.

»In Bestbesetzung antretend holen wir beide Punkte. Aber meine Mannschaft hat heute Charakter gezeigt und das gefällt mir«, zeigte sich Chefcoach Petar Stefanov zufrieden. Der TVT kann nun beruhigt am nächsten Wochenende zum niederbayerischen SV Untergriesbach fahren, der derzeit auf dem zweiten Platz liegt.

Nachdem man beim TVT schon Probleme mit der Besetzung der Oberliga-Mannschaft hatte, glich die Reserve in der Gruppenliga eher einem kleinen Lückenkabinett. Mit 40:16 ging die Partie der jungen Ringer gemischt mit der Alt-Herren-Abteilung an die Gastgeber. Für den TVT waren Sanaullah Nasraty (zweimal kampflos, 57 kg) und Andreas Dik (zweimal, 66 kg) erfolgreich. Der Sieg von Seifullah Ramani konnte nicht gewertet werden, da dieser anschließend in der Oberliga antrat, weshalb sein Sieg nachträglich gestrichen wurde.

Weiterhin ausgezeichnet unterwegs sind auch die Nachwuchsringer in der Grenzlandliga. Sie schoben sich mit einem sicheren 23:13-Auswärtssieg in Trostberg auf den 2. Platz vor.

Dabei stand es nach drei Kämpfen schon 0:12 aus Sicht des von Jugendleiter Alex Patalaschko trainierten Teams. Dann aber sorgten Justin Flemmer (33 kg), Sabina von Ellerts (36 kg) mit einer nur äußerst knappen Niederlage und sicheren Siegen von Tommy Dik (40 kg), David Dik (43 kg), Daniel Flemmer (46 kg), Leopold von Ellerts (50 kg) und Leonard Rube (55 kg) für einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg. awi