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Neues Schützenheim sorgt für Begeisterung

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Stadtrat Bernhard Seitlinger (rechts) wurde von Schützenmeister Norbert Alversammer für sein herausragendes Engagement als Sportreferent mit einer Ehren-Standpatenschaft ausgezeichnet. (Fotos: Jobst)

Noch bevor der Schießstand ab dem heutigen Mittwoch (18 Uhr) beim Dorfschießen der ganzen Bevölkerung zur Verfügung steht, feierte die Schützengilde Traunwalchen die Einweihung ihrer Schießstände im neuen Schützenheim im Untergeschoß des neu erbauten Feuerwehrgerätehauses in Oderberg.


Die zehn elektronischen Schießstände für Luftgewehr und Luftpistole sind das Herzstück des neuen Schützenheims und sorgen nun für modernste Trainings- und Wettkampfbedingungen. Die Anlagen verfügen über Messrahmen mit mehrreihigen Infrarot-Lichtschranken, die das Geschoss berührungslos mit einer Messgenauigkeit von 1/10 mm vermessen und dem Schützen den Treffer auf einem Tablet am Schießstand sofort anzeigt.

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Räume für ein zeitgemäßes Schützenheim

Außerdem können die Ergebnisse live auf einem großen Bildschirm im Aufenthaltsraum mitverfolgt werden. Auch bei den weiteren Räumen wurden den Bedürfnissen eines zeitgemäßen Schützenheimes entsprochen. Eine Umkleide, ein Auswerteraum und ein Aufenthaltsraum, ein Raum für die Jugend, sowie getrennte Toiletten wurden ausgebaut. Für die über 40 Spender, die eine Standpatenschaft übernommen haben, wurden entsprechende Schilder mit den Namen der Spender und den Logos der Firmen und Vereine an den Schießständen angebracht.

Die Glückwünsche der Stadt Traunreut überbrachte 2. Bürgermeister Hans-Peter Dangschat. Er erinnerte an den steinigen Weg bei Planung und Genehmigung und lobte den Einsatz und die Hartnäckigkeit der Verantwortlichen, sowie das enorme Engagement der Vereinsmitglieder beim Bau und bei der Finanzierung.

Bundestagsabgeordneter Dr. Peter Ramsauer, selber seit 40 Jahren Mitglied in der Schützengilde, stellte in seinem Grußwort die große Bedeutung dieses neuen Heimes für den Verein, aber auch für die ganze Dorfgemeinschaft heraus. 2. Bezirksschützenmeister Stefan Fersch aus Feldafing zeigte sich begeistert von den Räumlichkeiten und bezeichnete das Schützenheim als Leuchtturmprojekt. In seiner Funktion als Zuschussreferent werde er anderen bauwilligen Schützenvereinen empfehlen, sich das Traunwalchner Schützenheim als Beispiel anzuschauen.

Pfarrer Richard Datzmann weihte den Schießstand und das Kreuz für den Herrgottswinkel und bat zum gemeinsamen Gebet. Wichtig sei ihm der rein sportliche Ansatz der Schützen. Nie mehr dürfe es vorkommen, dass Waffen gesegnet werden, wie dies im I. Weltkrieg geschehen sei.

Im Schlusswort nannte 2. Schützenmeister Stefan Alversammer zunächst einige Zahlen und Daten. Ein Baukostenanteil in Höhe von 380 000 Euro stellte für den relativ kleinen Verein anfangs eine schier nicht zu stemmende Hypothek dar. Trotzdem konnte – dank der regulären Zuschüsse vom Bezirk Oberbayern und der Stadt Traunreut, dem vorhandenen Eigenkapital und der geplanten Eigenleistung, sowie nicht zuletzt aufgrund von Zusagen für zinslose Mitgliederdarlehen in Höhe von 50 000 Euro – ein realistischer Finanzierungsplan dargestellt werden.

Ehren-Standpatenschaft für Bernhard Seitlinger

Die Resonanz auf die Spendenaktion mit über 130  Spendern, davon alleine 40 Standpaten, hat inzwischen auch die letzten Zweifel verstummen lassen. Es konnte sogar so manches Extra noch verwirklicht werden. Eine besondere Ehrung gab es für Stadtrat Bernhard Seitlinger: Ohne seinen außergewöhnlichen Einsatz als Sportreferent wäre das Projekt wohl bereits im Stadtrat gescheitert. Er wurde auf einem der Schießstände in Form einer Ehren-Standpatenschaft verewigt.

Fast 4000 unentgeltliche Arbeitsstunden wurden von über 40 Helfern geleistet, wobei ein Großteil der Stunden von einem harten Kern erbracht wurde. Stellvertretend überreichte Stefan Alversammer an Schützenmeister Norbert Alversammer und an Bauleiter Michael Sollacher ein kleines Präsent. Weitere Mitglieder im Bauausschuss waren »Stundenkönig« Thomas Miesgang, Vlado Branilovic, Thomas Kühn und Stefan Alversammer. Ein besonderer Dank ging an Stadtrat und 2. FF-Kommandant Günther Dorfhuber für die perfekte Ausführung sämtlicher Fliesenarbeiten.

Nun haben die neuen Schießstände gleich ihre erste Bewährungsprobe vor sich: Am heutigen Mittwoch beginnt das 34. Traunwalchner Dorfschießen. Die Schießzeiten sind am Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 18 bis 21.30 Uhr, am Samstag von 14 bis 21.30 Uhr und am Sonntag von 10 bis 20 Uhr. Die Siegerehrung findet mit musikalischer Umrahmung am Samstag, 1. Dezember, ab 19 Uhr im neuen Schützenheim statt. fb