weather-image
20°

Neues Schützenheim: Schützenmeister Alversammer kritisiert die Stadt

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Halten dem TSV Traunwalchen-Matzing seit 50 Jahren die Treue: Vorsitzender Hans Huber (von links), Heinrich Rüba, Johann Jaksch (ehemalige Fußballer) und Johann Parzinger. Nicht auf dem Foto ist Walter Neuhauser senior, der bei der Jahreshauptversammlung ebenfalls für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. (Foto: Rasch)

Als Vorsitzender des TSV Traunwalchen-Matzing hält Hans Huber an seinem Kurs fest, den Breitensport zu fördern und nur mit Mitteln zu wirtschaften, die der Verein zur Verfügung hat: »Wir sind kein Verein, der den Spitzensport fördert. Bei uns kann jeder ,mitspielen'. Wir freuen uns über jeden, der zu uns kommt«, sagte er bei der Jahreshauptversammlung im Sportheim.


Im Verein willkommen sind auch die Flüchtlinge, die seit August vergangenen Jahres in der Carl-Orff-Schule leben. Nach Angaben des Vorsitzenden kommen vier der 16 jungen Männer regelmäßig zum Fußballtraining und sollen in die Teams integriert werden.

Anzeige

Vlado Branilovic stellt 2017 sein Amt zur Verfügung

Wie dem Kassenbericht von Vlado Branilovic zu entnehmen war, ist es um den Verein finanziell nicht schlecht bestellt. Auch die Mitgliederzahl ist um rund 70 auf 876 angestiegen. Zu beklagen ist jedoch, die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren. »Wir könnten viel mehr anbieten, etwa Damenfußball oder Tischtennis. Leider fehlen uns dafür Trainer und Funktionäre«, bedauerte Huber. Aktuell ist der Posten des Gesamtjugendleiters vakant und Vlado Branilovic kündigte an, dass er bei den Neuwahlen 2017 sein Amt als Zweiter Kassier nach 16 Jahren zur Verfügung stellen werde.

Als positiv wertete der Vorsitzende die neuen Jugend-Förderrichtlinien der Stadt Traunreut. Die Förderung für die TSV-Jugend habe sich dadurch verdoppelt. In der Folge sei es auch begrüßenswert, dass Vereine mit eigenen Immobilien von der Stadt jetzt mehr Zuschuss erhalten. Für Instandhaltungen und Pflege der Anlagen wird für die Vereine jährlich ein Fördertopf von 40 000 Euro ausgeschüttet.

Wie Sportreferent Bernhard Seitlinger sagte, seien erste Anträge von Vereinen bereits bei der Stadt eingegangen. Seitlingers Bestreben als Sportreferent war es zunächst, nur die Sportvereine besser zu stellen. Im Stadtrat sei sein Antrag aber zunächst blockiert worden, weil alle Vereine, die Jugendarbeit leisten, gleich gestellt werden sollten, so Seitlinger. Daraufhin habe man gemeinsam mit der Stadtkämmerei einen guten Konsens gefunden. »Jetzt sind alle Jugend-Vereine gleich gestellt«, sagte Bürgermeister Klaus Ritter.

In Sachen Gleichbehandlung der Vereine verteidigte Ritter bezüglich der Unterbringung der Schützen im neuen Feuerwehrhaus vehement den Standpunkt der Stadt. Schützenmeister Norbert Alversammer hatte in seinem Bericht das Verhalten der Stadt bezüglich des geplanten Schützenkellers im neuen Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Traunreut kritisiert. »Wir kommen uns vor wie ein Spielball der Politik«, wetterte Alversammer. Der Verein sei um eine bestmögliche Lösung bemüht und erwarte auch Unterstützung vom Bürgermeister und vom Stadtrat. »Wir sind es mittlerweile leid, uns hinhalten zu lassen«, so Alversammer.

Eine detaillierte Kostenaufstellung, mit der Maßgabe, das Vorhaben auch schultern zu können, hatten die Schützen dazu vorgelegt. Die Schützen müssen sich aber weiter gedulden. Von der Stadt steht nämlich noch eine Kostenschätzung aus, was ein separater Eingang und ein eigener Jugendraum für die Feuerwehr im Vergleich zu einem gemeinsamen Jugendraum für die Schützen und Feuerwehr kosten würde. Alversammer: »Auf diese Kostenschätzung warten wir jetzt auch schon seit einem Monat.« Die zusätzlichen Baukosten, sollten sie denn zum Tragen kommen, müssten dann auf die Schützen umgelegt werden.

Ritter, der sich persönlich angegriffen fühlte, verteidigte die Haltung der Stadt. »Ich werde ständig angeschossen, meiner Meinung nach zu unrecht«, sagte er mit Nachdruck. »Wenn die Schützengilde das stemmen kann, ist es in Ordnung. Aber wenn die Stadt draufzahlen muss, ist das unfair den anderen Vereinen gegenüber«, stellte Ritter klar. Die Stadt rechne genau ab. Das »hinten rein sticheln« rege ihn auf und er lasse sich nicht ständig vorführen.

Als Vertreterin des BLSV-Kreisverbandes Traunstein lobte die Vorsitzende Claudia Daxenberger die geleistete Vereinsarbeit des TSV. Sie gratulierte dem Verein auch zu langjährigen Mitgliedern. 29 Mitglieder wurden für 20, 25 und 30-jährige Mitgliedschaft geehrt und 25 für 40 Jahre. Seit 50 Jahren halten der Vorsitzende Hans Huber, Johann Jaksch, Walter Neuhauser senior, Johann Parzinger und Heinrich Rüba dem TSV die Treue.

Auch die einzelnen Abteilungen stellten sich vor. Die Skiabteilung organisierte nach längerer Pause wieder ein Zwergerlkurs mit 40 Kindern.

Die Tennis-Damenmannschaft, die in der vergangenen Saison in der Bezirksklasse III Platz fünf belegte, hat sich aus personellen Gründen aufgelöst. Jetzt gibt es ein Damenteam in der Hobbyrunde. Das Zweite Herren-Hobbyteam schaffte den Aufstieg in die Gruppe A, in der auch die Erste Herren-Hobbymannschaft wieder aufschlagen wird.

14 aktive Schützen nehmen an den Rundenwettkämpfen teil. Aushängeschild ist derzeit die Jugendmannschaft, die in der Gauklasse den ersten Platz belegte. Neun Jugendliche qualifizierten sich auch für die Bezirksmeisterschaften. Stephanie Alversammer hat es sogar zur »Bayerischen« geschafft.

Volleyballer haben jetzt eine eigene Abteilung

Die Volleyballer haben jetzt eine eigene Abteilung. In der Chiemgau-Freizeit-Mixedrunde wurde die Mannschaft Staffelsieger. Im Sommer veranstaltet die Abteilung wieder Beach-Volleyball-Turniere, die großen Zuspruch finden.

Die 180 aktiven Fußballer teilen sich auf in sechs Jugendmannschaften, zwei Herrenmannschaften und eine AH-Mannschaft (Spielgemeinschaft mit dem TSV Stein-St. Georgen) auf. Im Bereich des Breitensports bietet der TSV Traunwalchen-Matzing auch Mutter-Kind-Turnen an, Kinderturnen (vier bis sechs Jahre), Damengymnastik, Seniorenturnen, eine gemischte Gruppe (Donnerstagsgruppe), Nordic Walking und Lauftreffs. ga