Neues Jahr, neues Team, neue Herausforderung

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Daniel Bichlmann bereitete sich zuletzt auf der spanischen Kanareninsel Gran Canaria auf die neue Saison vor. Der Siegsdorfer Radprofi hat jetzt auch ein neues Team und fährt ab sofort für die Maloja Pushbikers.

Nach neun Jahren hat Daniel Bichlmann dem saarländischen Radteam Bike Aid den Rücken gekehrt und eine neue Herausforderung angenommen. Der Siegsdorfer, der mittlerweile in Salzburg lebt, hat sich ab sofort den Maloja Pushbikers angeschlossen. Der 32 Jahre alte Radprofi hat beim Team, das seinen Stammsitz in Holzkirchen hat, einen Einjahresvertrag unterschrieben. »Mit Option auf ein weiteres Jahr«, betont er.


Bichlmann brennt für seine neue Aufgabe und will von Anfang an Gas geben: »Ich muss mich als neuer Fahrer in einem neuen Team samt Umfeld erst beweisen und auch etablieren«, sagt er. »Was das Standing in der Mannschaft angeht, fange ich trotz des großen mir entgegengebrachten Vertrauens der Teamleitung bei Null an und muss wie jeder andere neue Fahrer zeigen, was ich kann.«

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Aktuell bereitet sich Bichlmann jetzt akribisch auf die bevorstehende Saison vor. Gerade muss er aufgrund der Corona-Einschränkungen weitgehend auch noch allein trainieren. Seine neuen Teamkollegen kennt er daher bisher »nur aus virtuellen Treffen«. Zuletzt war er im Trainingslager auf der spanischen Ferieninsel Gran Canaria. Dort legte er »mit exzessivem Ausdauertraining eine gute Grundlage für die anstehende Rennsaison«, zeigt er sich überzeugt. »Touren von bis zu acht Stunden und 4500 Höhenmetern bilden da eine gute Basis«, ergänzt der Profi, der aber auch sein zweites Standbein – Bichlmann ist ja auch Kaminkehrer – nicht aufgeben will. »Ich will auch weiterhin als Kaminkehrer meiner täglichen Arbeit nachgehen. Daher ist es absolut großartig, in einem regional verwurzelten Team mit ambitioniertem Rennkalender zu fahren.«

Die Saison soll nun eigentlich in wenigen Wochen so richtig beginnen. Aktuell sind für Anfang März mehrere UCI-Rennen in Kroatien angesetzt – etwa die Trofej Umag (3. März) oder die Trofej Porec (7. März), beides Wettkämpfe der Kategorie 1.2. Direkt im Anschluss soll die Istrian Spring Trophy (11. bis 14. März) in Kroatien stattfinden (UCI-Rennen der Kategorie 2.2).

»Schon jetzt sind etliche Rennen abgesagt«

Doch auch im neuen Jahr wirbelt die Corona-Pandemie den Wettkampfkalender der Radsportler gehörig durcheinander – wie eben schon 2020. »Schon jetzt sind etliche Rennen abgesagt oder bis tief in das Jahr hinein verschoben worden«, erzählt Bichlmann, der also auch 2021 mit massiven, coronabedingten Einschränkungen rechnet. »Alles in allem sieht es so aus, als würde der größte Teil des internationalen Profiradsports in die zweite Runde des Überlebenskampfs gehen«, befürchtet er.

Bichlmann kann einige Maßnahmen seitens der Politik auch nicht nachvollziehen und spricht von »fragwürdigen Entscheidungen«, die es eben auch schwierig bis unmöglich machen, eine Saison zu planen. Allein »ein gemeinsames Trainingslager ist ein logistisches Großprojekt«, fügt er hinzu. »Unzählige Tests sowie Ein- und Ausreise-Bestimmungen kosten zig tausende Euro, die dann eben an anderer Stelle wieder fehlen.« Vor allem auf die jungen Fahrer sieht er schwere Zeiten zukommen. Die Nachwuchsklassen haben jetzt praktisch schon kaum mehr Rennbetrieb, betont er.

Bereits das vergangene Jahr war für die Radsportszene alles andere als leicht. »Das Corona-Jahr 2020 hat in vielen Bereichen keinen Stein auf dem anderen gelassen«, blickt Bichlmann zurück. »Für mich hat es dazu geführt, dass ich mehr und intensiv Zeit in meiner Heimat – also dem Chiemgau und dem Salzburger Land – verbracht habe.« Dadurch sei ihm klar geworden, »dass meine Zukunft noch mehr in unserer Region liegt«, ergänzt der Sportler, der nach wie vor auch im RSV Traunstein Mitglied ist. »Neben meiner persönlichen Planung hat aber auch eine bedeutende Umstrukturierung in meinem bisherigen Team Bike Aid dazu geführt, dass wir unsere Zusammenarbeit zum Jahresende 2020 beendet haben.«

Der Abschied ist Daniel Bichlmann nicht leicht gefallen. »Ich werde die vergangenen neun Jahre nicht vergessen und bleibe dem Team Bike Aid freundschaftlich verbunden«, hebt er hervor. Auch mit seinen bisherigen Teamkollegen wird er in Kontakt bleiben. »Einige davon gehören fraglos zu meinen allerbesten Freunden.« Dankbar ist er auch der Teamleitung von Bike Aid. »Sie hat mich mit besten Empfehlungen und ohne mir irgendwelche Steine in den Weg zu legen, zu den Pushbikers gehen lassen.« Bichlmann ergänzt: »Ablösefrei – wie das im Radsport so üblich ist.«

Mit seinem neuen Team hat Daniel Bichlmann nun einiges vor. »Ich will, wie die letzten zehn Jahre auch, weiter auf hohem Niveau Radrennen fahren.« Seine Rolle sieht er auch bei den Pushbikers darin, als Helfer zu glänzen. »Ich muss mich nicht mehr profilieren. Im Rampenlicht können andere stehen«, betont er. Aber Bichlmann schiebt auch gleich hinterher: »Aber: Ich weiß, wie man Radrennen gewinnt und habe das in der Vergangenheit immer wieder bewiesen.« Ganz grundsätzlich sieht sich Bichlmann als »erfahrener Roadkapitän«. Und als solcher »will ich das bereits erworbene, umfangreiche Wissen als Radprofi an die jüngere Rennfahrergeneration weitergeben, um so das Team weiterzubringen«.

»Der Rennkalender ist etwas regionaler«

Gerne würde er auch noch ein paar weitere »Länderpunkte« sammeln. »Ich würde also gerne auch weiter neue Länder, Menschen und Kulturen kennenlernen.« Mit Bike Aid war er ja unter anderem bei Rennen in Asien oder Afrika unterwegs. »Der Rennkalender der Maloja Pushbikers ist natürlich etwas regionaler als der des Teams Bike Aid. Die Rennen werden also, bis auf wenige Ausnahmen, in Europa geplant.«

Allerdings, lacht Bichlmann, »werde ich mein Bestes geben, um der sportlichen Leitung auch das eine oder andere Radrennen auf anderen Kontinent fernab der Heimat schmackhaft zu machen«. Daniel Bichlmann freut sich jetzt auf seine neue Herausforderung. »Ich bin mächtig motiviert und möchte meinen neuen Arbeitgeber auf keinen Fall enttäuschen!« SB

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