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Neues Dreigespann macht Biathleten fit

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Die drei »Musketiere« am Biathlon-Stützpunkt Ruhpolding (von links) Remo Krug, Tobias Reiter und Kristian Mehringer. (Foto: Wukits)

Ein Trainertrio soll am heimischen Stützpunkt in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena dafür sorgen, dass die Biathleten wieder internationale Erfolge feiern: Tobias Reiter als Trainer in der Nationalmannschaft, Remo Krug als verantwortlicher Stützpunkt-Trainer für die Damen und Juniorinnen sowie Kristian Mehringer, der für den Nachwuchs zuständig ist.


Vor allem Mehringer soll – als Nachfolger von Tobias Reiter – den Grundstein für eine hoffnungsvolle Zukunft im heimischen Biathlon legen. Jeweils 15 Mädchen und Burschen, von der Jugend 16 bis zu den Junioren, umfasst seine Truppe. Unterstützt wird er dabei von Stefan Laube, Tamara Lankes, Engelbert Sklorz und Roland Biermaier. In den vergangenen Wochen ist vor allem im Ausdauer- und Grundlagenbereich trainiert worden.

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Ziel ist es, möglichst viele der talentierten Nachwuchsbiathleten an internationale Wettkämpfe heranzuführen. Dazu sollen im Deutschlandpokal wieder ähnliche Ergebnisse wie in der vergangenen Saison eingefahren werden. Mehringer war früher selber als Biathlet aktiv und wurde zweimal Staffelweltmeister bei den Junioren. Mit Tobias Reiter hat er die vergangenen vier Jahre während des Sommertrainings am heimischen Stützpunkt zusammengearbeitet. Im Winter war er bei der Weltcupmannschaft als Techniker unterwegs.

Als im Frühjahr ein Nachfolger für Reiter gesucht wurde, fiel die Wahl relativ schnell auf Mehringer. »Das hat mich sehr gefreut. Ich bin auch im ständigen Kontakt mit Tobi. Wir tauschen uns über alles aus«, sagt der 32-Jährige. Ideal ist, dass Kristian Mehringer durch die lange Zusammenarbeit mit Reiter auch dessen Philosophie kennt und weiter umsetzt. »Wir haben die gleiche Auffassung was Training und Disziplin der Sportler betrifft«, fügt er hinzu.

Das freut auch Tobi Reiter, der sich nun intensiv um die Damen am Stützpunkt bemüht. Vor allem Franziska Preuß und Vanessa Hinz sollen in der kommenden Saison im Weltcup eine gute Rolle spielen. »Wir haben seit Anfang Mai konsequent trainiert«, berichtet der 28-jährige Oberwössener. Manchmal fällt es ihm schwer, seine engagierten Sportlerinnen einzubremsen. »Die geben gewaltig Gas und sind kaum zu stoppen«, lacht er.

Auch die Nachwuchs-Skijägerinnen Anna Weidel (18) und Marion Deigentesch (19) sind voller Tatendrang. Die beiden sollen möglichst schnell den Sprung in den IBU-Cup, der Wettkampfserie unter dem Weltcup, schaffen. Reiter ist sich aber auch bewusst, wie schwierig seine Aufgabe nach dem bescheidenen Abschneiden der Damen bei den Olympischen Spielen in Sotschi ist. Darum hat er sich lange mit seiner Lebensgefährtin und seiner Familie beraten, als im Frühjahr das Angebot kam, zusammen mit Gerald Hönig für die Nationalmannschaft tätig zu werden.

Unterstützt wird Tobias Reiter in der Chiemgau-Arena von Remo Krug aus Inzell. Krug war zuletzt Cheftrainer der österreichischen Biathleten. Ende der Saison wurde sein Vertrag überraschend nicht verlängert. »In Österreich hat der Job großen Spaß gemacht und ich konnte von außen auf den deutschen Biathlonsport einen anderen Blickwinkel werfen«, sagt der 51-Jährige. Obwohl er die Nichtverlängerung seines Vertrages beim ÖSV nach wie vor nicht nachvollziehen kann, hat er die Sache abgehakt. »Ich konzentriere mich voll auf meine Arbeit in Ruhpolding«, sagt er.

Remo Krug ist zusammen mit Tobias Reiter für die Damen und Juniorinnen verantwortlich. Trainingsplanung, Durchführung und Auswertung erarbeiten die beiden gemeinsam. Wenn Reiter mit den Damen im Weltcup oder bei DSV-Maßnahmen unterwegs ist, kümmert sich Krug darum, die »Daheimgebliebenen« zu betreuen. »Ich möchte mithelfen, den deutschen Damen-Biathlonsport wieder an die Weltspitze zu führen«, formuliert er seine Aufgabe.

An der Motivation seiner Schützlinge sollte es nicht liegen; diese seien mit einem großen Einsatz dabei, lobt er. Aus der Zusammenarbeit würden sowohl Reiter als auch er profitieren: »Tobi bringt Elemente ins Training, die ich bisher so nicht kannte. Ich bringe meine Erfahrungen ein.« So kann aus der Mischung »Jung und Alt« durchaus eine Erfolgsgeschichte werden ... SHu.

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