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Neuer Trainer, neue Ideen: Karayün stellt das System um

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Yunus Karayün hat beim Fußball-Landesligisten SB Chiemgau Traunstein ab sofort als Spielertrainer das Sagen. (Foto: Weitz)

Sieben Spiele hat der SB Chiemgau Traunstein in der Fußball-Landesliga Südost in diesem Jahr noch vor der Brust – und in diesen sieben Partien geht es für den Bayernliga-Absteiger vor allem um eines: Bloß nicht den Anschluss ans Mittelfeld verlieren! Nachdem der SBC zuletzt drei Niederlagen in Folge kassiert hat und seit Wochen im Tabellenkeller festsitzt, zog der Verein die Reißleine: Miroslav Polak musste Anfang der Woche seinen Hut nehmen (wir berichteten). Nun soll Yunus Karayün, der im Sommer nach Traunstein gewechselt ist, als Spielertrainer das Ruder herumreißen und den Tabellendrittletzten so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone führen.


Der Mittelfeldmann ist fest davon überzeugt, dass die Mannschaft die Wende schaffen wird. »Wir sind zuletzt oft schlechter gemacht worden, als wir sind.« Natürlich sei es wichtig, dass man die Aussetzer, die man zuletzt immer wieder hatte und die zu unglücklichen Gegentoren führten, abstellen könne. Karayün hat sich dafür schon einen Plan zurechtgelegt: »Wir werden einiges beim System ändern«, kündigte er an.

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Die ersten Trainingseinheiten unter seiner Leitung verliefen laut seiner Aussage jedenfalls sehr positiv. »Nach einem Trainerwechsel geht einfach ein Ruck durch die Mannschaft.« Zudem lichtet sich auch das SBC-Lazarett etwas. Mit Stefan Mauerkirchner und Josef Wittmann trainierten die beiden Kapitäne diese Woche wieder voll mit. »Wir werden kurzfristig entscheiden, ob die beiden in Erlbach schon dabei sind«, sagte Karayün.

Richter oder Tanzer: Torwartfrage noch offen

Für Waldemar Daniel, der diese Woche lediglich Teile des Trainings mitmachen konnte, wird es wohl erneut nicht reichen. Offen ließ Karayün auch, wer zwischen den Pfosten stehen wird. Maximilian Tanzer ist jedenfalls wieder fit, doch auch Marc Richter machte seine Sache zuletzt sehr ordentlich. Nur der Langzeitverletzte Maximilian Probst (Schulter) ist dieses Jahr kein Thema mehr.

Der SBC-Kader füllt sich damit genau zur rechten Zeit wieder. Denn den Traunsteinern steht eine Englische Woche bevor. Der SB Chiemgau muss am morgigen Sonntag (14 Uhr) zum SV Erlbach reisen, dann steht ein Heimspiel-Doppelpack auf dem Programm. Zunächst wird am Mittwoch (19.30 Uhr) das Nachholspiel gegen den VfB Hallbergmoos angepfiffen, dann ist am Samstag, 27. Oktober, 15 Uhr, der TSV Neuried zu Gast. »Am liebsten wären mir natürlich neun Punkte aus diesen drei Spielen, aber Fußball ist eben auch kein Wunschkonzert. Man kann keine Punkte einplanen«, unterstrich Yunus Karayün, der seine Fußballer-Ausbildung beim FC Kufstein und im Jugendzentrum des FC Bayern München absolvierte und später unter anderem in Kufstein, bei 1860 Rosenheim, Wacker Burghausen und Hannover 96 II kickte.

Die volle Konzentration gilt zunächst erst einmal der morgigen Partie in Erlbach. Die Zahlen sprechen eindeutig für den Gastgeber. Die Truppe von Ex-Profi Jens Kern ist seit acht Spielen ungeschlagen und dürfte dementsprechend mit breiter Brust vor eigenem Publikum agieren. SBC-Abteilungsleiter Rainer Hörgl erwartet einen heißen Tanz, denn »Erlbach ist ein kompaktes Team, das sehr körperbetont spielt«.

SVE-Trainer Kern muss morgen allerdings auf Timm Schwedes (Rot-Sperre), Leon Schwarzmeier (Muskelbündelriss im Oberschenkel) und Franz Holzner (Fingerbruch) verzichten. Fraglich ist noch der Einsatz von Peter Schreiner (Adduktorenprobleme). Dafür kehrt Simon Salzinger, der zuletzt beruflich verhindert war, zurück. Beim Tabellensechsten ist man mit dem bisherigen Verlauf der Saison sehr zufrieden. Nur das jüngste 3:3 bei der SpVgg Landshut wurmt die Holzland-Truppe immer noch – verständlich, schließlich verspielte der SVE dabei eine 3:0-Führung.

»Das Spiel in Erlbach ist natürlich eine schwere Aufgabe für uns«, betonte Yunus Karayün. »Aber Erlbach muss uns auch erst einmal bezwingen«, zeigte er sich angriffslustig. »Wir bereiten uns jetzt jedenfalls gut auf dieses Spiel vor und dann hoffen wir, dass unser Plan aufgeht.« SB