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Neuer Schwung soll schon bei der DM in Inzell deutlich werden

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Er hat inzwischen bei den Eisschnellläufern das Kommando – und kommt gut damit an: Bundestrainer Jan van Veen. (Foto: Wukits)

Die Deutsche Meisterschaft in der Inzeller Max-Aicher-Arena soll die Aufbruchsstimmung bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) noch verstärken: Diese Hoffnung wurde bei einem Medientermin deutlich.


Die neue DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen, seit 1. September gewählt und zuvor schon kommissarisch tätig, setzt mehr auf direkte Kontakte mit den Landesverbänden und Vereinen. Zudem gelte es im Leistungssport »einiges zu optimieren« und langfristig »einen hauptamtlichen geschäftsführenden Vorstand zu schaffen.«

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Denn, so die ehemalige erfolgreiche Eisschnellläuferin: »Die DESG ist von der Größenordnung her wie ein mittelständisches Unternehmen« – und das könne man auf Dauer nicht allein ehrenamtlich führen. Dass sie die Führung des zuletzt sportlich relativ erfolglosen Verbandes übernommen hatte, »ist zwar eine Herausforderung, aber kein Wagnis. Denn wenn ich das Amt nicht gemocht hätte, hätte ich es nicht angetreten.«

Auch auf dem Eis kennt sie sich aus. »Ja, es ist schon ein Vorteil, dass ich selbst gelaufen bin, weil ich die trainingsmethodischen Fachbegriffe kenne und mich in die Sportler hineinversetzen kann.« Zudem ist Teeuwen als Diplom-Sportlehrerin ausgebildet.

So kann sie gemeinsam mit Sportdirektor Robert Bartko und dem neuen Bundestrainer Jan van Veen die Neuausrichtung vorantreiben. Bartko hatte schon im vergangenen Jahr damit begonnen, »auch wenn es erst einmal darum ging, alles kennenzulernen und sich in die Strukturen einzuarbeiten.«

Ein wichtiger Schritt war die Anstellung des neuen Bundestrainers Jan van Veen (Niederlande), der Stützpunkt-übergreifend arbeitet. Zudem galt es, die interne Kommunikation zu verbessern, ebenso wie die Trainerschulung. »Heuer hatten wir bei der C-Lizenz 19 Teilnehmer, früher mussten wir das mangels Interesse oft ganz absagen«, freut sich Bartko.

Was dauerhafte Verbesserungen angehe, brauche man Geduld. Im Alter von acht bis zehn Jahren beginne die Leistungsentwicklung, doch die Kinder müssten altersgerecht an den Sport herangeführt werden. »Das heißt, sie sollen nicht einfach ein reduziertes Erwachsenentraining, sondern abwechslungsreiche Einheiten mit vielen Koordinations- und Lauftechnikübungen machen. Zum Beispiel lieber einen Hindernisparcours auf dem Eis statt stupides Bahnenlaufen«, so Bartko.

Zudem solle der Nachwuchs künftig nicht mehr zu früh an Zeiten gemessen werden, das solle künftig erst ab 13 Jahren wichtig werden.

Robert Bartko lobt Inzellerin Roxanne Dufter

Auch für die nahe Zukunft sieht Bartko gute Perspektiven: »Heuer sind erstmals fast alle Athleten verletzungsfrei durchgekommen. Und es ist schon beachtlich, wie sich Roxanne Dufter entwickelt hat«, lobt er das Inzeller Eigengewächs.

Die Lauftechnik ist auch einer der Schwerpunkte in der Arbeit des neuen Bundestrainers Jan van Veen. »Der Abstoßwinkel ist entscheidend. Denn das Tempo ist immer höher geworden, da spielen technische Dinge eine größere Rolle«, erläutert er.

Hinzu kommt, dass die Einheiten oft intensiver als früher ablaufen, dafür aber mehr Regenerationsphasen eingebaut werden. »Ja, das tut mir gut«, bestätigte auch der Inzeller Moritz Geisreiter. Für ihn und seine Trainingsgruppe war die Umstellung »aber nicht so groß, weil das Programm von Danny Leger dem von Jan van Veen nicht unähnlich ist.«

Stefanie Teeuwen und ihr Team können aber auch auf Bewährtes setzen. Denn die DESG ist auch in dieser Saison wieder Weltcup-Ausrichter im Eisschnelllauf und Shorttrack. »Es ist wichtig für die DESG, Wettkämpfe auszurichten. Es ist dabei nicht selbstverständlich, dass wir so viele Wettkämpfe bekommen.« Denn der Eislauf-Weltverband ISU hat wegen verringerter Sponsoren-Einnahmen nur noch sechs Eisschnelllauf-Weltcups in der Saison angesetzt. Umso wichtiger ist es, »dass wir uns als Ausrichter immer ordentlich präsentiert haben«, zeigt sie sich sehr zufrieden.

2019 erstmals fünf WM-Tage

Wohl auch aus diesem Grunde hat Inzell die Eisschnelllauf-WM 2019 bekommen. »Das ist schon etwas Besonderes, schließlich war die Konkurrenz groß«, betont Hubert Graf. Der Inzeller Stadionleiter ist mittlerweile einer der beiden Vizepräsidenten der DESG. Die Titelkämpfe gehen vom 7. bis 10. Februar 2019 über die Bühne. »Das genaue Programm bekommen wir erst noch von der ISU. Aber weil wir einen Tag vor WM-Beginn schon die Eröffnungsfeier haben, können wir auf jeden Fall insgesamt fünf WM-Tage bieten, das gab es noch nie«, freut er sich.

Freude herrscht bei ihm auch darüber, dass über die DM – die am heutigen Samstag (ab 13 Uhr) mit den Wettbewerben 500 m Damen (1. Lauf), 3000 m Damen, 500 m Damen (2. Lauf), 1500 m Herren sowie am Sonntag (ab 13 Uhr) mit 5000 m Damen, 1000 m Damen, 1000 m Herren, 10 000 m Herren fortgesetzt wird – bereits an diesem Sonntag ab 22.20 Uhr im Fernsehen im BR in »Blickpunkt Sport« über die Titelkämpfe berichtet wird. Und dabei hofft er natürlich auf gute Leistungen der deutschen Athleten. who