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Nach dem perfekten Saisonstart geht's jetzt über die Alpen

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Der Traunsteiner Radprofi Daniel Bichlmann – hier bei einer Trainingsfahrt in Südtirol – fährt zurzeit gerade bei der »Tour of the Alps« mit. Dort ist die gesamte Weltelite am Start. (Fotos: Bike-Aid)
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Der Traunsteiner Radprofi Daniel Bichlmann – hier bei einer Trainingsfahrt in Südtirol – fährt zurzeit gerade bei der »Tour of the Alps« mit. Dort ist die gesamte Weltelite am Start. (Fotos: Bike-Aid)

Es wird die wohl bisher härteste Tour seines Lebens werden: Daniel Bichlmann ist seit Ostermontag mit seinem Team Bike-Aid bei der »Tour of the Alps« am Start. Fünf schwere Bergetappen über die Alpen verlangen dabei den Radsportlern alles ab – und dabei ist die gesamte Weltelite versammelt, um sich den letzten Feinschliff für den Giro d’Italia zu holen.


Für Bichlmann und sein Team ist die Teilnahme an der Tour, die übrigens auch täglich live auf Eurosport übertragen wird, natürlich eine »wahnsinnige Ehre« und auch eine große Herausforderung zugleich. Große Chancen rechnet sich Bike-Aid, das sich ja vorrangig zum Ziel gesetzt hat, gezielt Sportler aus Afrika zu fördern, auf Top-Platzierungen indes aber nicht aus.

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Mit dem bisherigen Verlauf der noch jungen Saison ist Bichlmann sehr zufrieden. »Ich bin sehr gut durch den Winter gekommen«, erzählt der 28-Jährige über seine Vorbereitung. Er hat sich in den kalten Monaten unter anderem auf Mallorca und in Südafrika fit gemacht. In Südafrika gab's dann Anfang des Jahres auch schon die ersten Rennen – und Bichlmann wurde da bei einem gleich prompt Zweiter. »Südafrika war eine Super-Reise«, betonte er, »ich bin sehr glücklich, dass ich sie gemacht habe.«

Weiter ging es dann im März mit der Kamerun-Rundfahrt. »Und die war für uns supererfolgreich«, strahlt Bichlmann jetzt noch. Denn Bike-Aid-Kapitän Nikodemus Holler holte sich dabei den Gesamtsieg und auch in der Teamwertung lag die Mannschaft von Bichlmann vorn. »Das war ein genialer Einstand in die Saison«, freut sich der Radprofi, der in Hörgering lebt. »Daraus kann man viel Motivation für die Saison ziehen. Ich bin sehr zufrieden.«

In Kamerun fährt er Top-Platzierungen ein

Vor allem, weil Bichlmann, der sich selber als klassischer Helfer bezeichnet, mit dem Team eben am Ende auch aufs Podest durfte. Der sympathische Sportler, der auch als Kaminkehrer arbeitet, fuhr zwar zwei hervorragende Etappenergebnisse ein, verpasste dabei aber jeweils das Treppchen: Einmal wurde er Fünfter, einmal Achter.

Der Erfolg in Kamerun ist deshalb auch so viel wert, da Bike-Aid nur fünf Fahrer an den Start schickte. »Das war wirklich eine Mammutaufgabe, wir mussten taktisch wirklich sehr clever fahren«, betont Bichlmann. Zudem waren auch die äußeren Umstände in Kamerun alles andere als leicht. »Einmal hatten wir im Hotel kein Wasser, einmal gab's keinen Strom.«

Zurück in der Heimat gönnte sich Bichlmann dann keine Verschnaufpause. »Ich liebe diesen Sport einfach«, betont der Athlet – und das trotz all der Strapazen. Also ging er gleich bei vier Amateurrennen an den Start. Die Erfolge dort blieben aber aus. »Da ist es nicht so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte.« Das sei einfach nicht mehr so seine Welt. »Bis mein Motor richtig anspringt, sind die Rennen meist schon wieder vorbei.« Denn während die Profirennen meist über fünf Stunden gehen, sind die Amateurrennen nach zwei Stunden oft schon wieder zu Ende, beschreibt er sein Dilemma. Dennoch wird er auch künftig, wenn es seine Zeit erlaubt, immer mal wieder bei diesen Wettbewerben an den Start gehen. »Da komme ich schließlich her. Und das Level bei den Rennen ist ja auch hoch.«

Nach der »Tour of the Alps« geht's für Bichlmann übrigens Schlag auf Schlag mit der langen und kräftezehrenden Saison, die wieder bis November dauern wird, weiter. Neben zwei Höhepunkten in Bayern (am 30. April findet der Rosenheimer Straßenpreis statt und im Mai steht noch die Bayerische Meisterschaft auf dem Programm) stehen mit Bike-Aid unter anderem Rundfahrten in Polen, Portugal, China und der Slowakei an. Ob es in diesem Jahr erneut mit einer WM-Teilnahme (diese findet von 17. bis 24. September im norwegischen Bergen statt) klappen wird, steht indes noch nicht fest. Bike-Aid durfte im vergangenen Jahr ja in Katar dank einer Wildcard beim Teamzeitfahren ran, fuhr da aber nur hinterher.

»Es passen alle Puzzleteile perfekt zusammen«

Bichlmann hat sich für die anderen Rennen jedenfalls hohe Ziele gesteckt. »Ich möchte einfach weiter vorankommen«, betont er. Sein Team, für das er seit der Gründung fährt, sei die vergangenen zwei Jahre immer professioneller geworden. »Und da will ich einfach mitwachsen und meine Aufgaben erfüllen.« Der Radprofi ist vor allem auch seinem Umfeld sehr dankbar. »Es passen momentan einfach alle Puzzleteile perfekt zusammen«, freut er sich. »Ich kann jeden Tag genießen.«

Dennoch geht es für ihn die nächsten Wochen auch schon wieder um viel – etwa um einen Vertrag für die neue Saison. Der Druck steigt also. »Klar, dafür muss ich jetzt auch Ergebnisse liefern.« Ob's damit schon in Italien klappen wird, ließ Daniel Bichlmann dahingestellt. »Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben bei dieser spannenden, intensiven und wohl auch ziemlich erschöpfenden Woche.« SB