Moritz Geisreiter feilt an der Rückkehr

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Mit einem gebrochenen Sprunggelenk musste Moritz Geisreiter pausieren, jetzt will er wieder Gas geben. Das Thema Leistungssport ist für ihn noch nicht abgehakt. (Foto: Wukits)

Als Langstreckenspezialist im Eisschnelllaufen ist Geduld gefragt. Moritz Geisreiter vom DEC Inzell besitzt diese Geduld – nicht nur um auf seiner Lieblingsstrecke über die 10 000 Meter zu bestehen. Geduld brauchte der 27-Jährige auch in den vergangenen Monaten: Im Frühjahr 2013 hatte er sich das Sprunggelenk nach einem Ausflug auf die Skipiste gebrochen. »Es war nach dem Skifahren und ich hatte die Skischuhe schon ausgezogen«, erinnert er sich an den fatalen Unfall.


»Wirklich Saft in den Beinen habe ich noch nicht«

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Mittlerweile ist die »Krankenakte Geisreiter« geschlossen und er feilt an seinem Comeback. »Im Moment bin ich da, wo ich im Mai einer normalen Vorbereitung wäre«, beschreibt der Inzeller sein aktuelles Leistungsvermögen. »Wirklich Saft in den Beinen habe ich noch nicht.« Deswegen geht er mindestens viermal in der Woche auf das Eis. Daneben stehen aber auch Lauf- und Radeinheiten auf dem Trainingsprogramm. »Eisschnelllaufen alleine in Position ist immer recht intensiv, deswegen braucht es Abwechslung.«

Geisreiter hatte in der Folge des Bruches sein Knie an der verletzten Seite lange unbemerkt belastet, weil er zwar auf den Knöchel aufpasste, aber nicht die Probleme mit dem Knie bemerkte. Diese Tatsache hatte ihn bis nach den Olympischen Spielen in Sotschi verfolgt und massiv im Training eingeschränkt. Zwar war der gebrochene Fuß lange wieder in Ordnung, doch zu dem Knie kamen schließlich auch noch Rückenschmerzen dazu. Nach Saisonende wurde alles noch schlimmer. »Ich habe zahlreiche Therapeuten verschiedener Fachrichtungen ausprobiert«, erzählt Geisreiter. Die ersten spürbaren Erfolge bemerkte er Mitte Dezember durch den Inzeller Physiotherapeuten Matthijs Lettboer. »Ich denke, alle vorausgegangenen Behandlungen sind wohl die Grundlage für die Besserung gewesen.«

Der Weg zurück auf das Eis war für den Inzeller kein leichter. Erst als sich sein Rücken besser anfühlte, bemerkte er, ging es mit ihm wieder voran. »Ich konnte langsam wieder aufbauen. Am Schlimmsten fand ich das auf der Stelle treten.« Mit dem Abschnitt »Leistungssport« ist er noch nicht fertig, obwohl es ihm oft schwergefallen sei, zuversichtlich zu bleiben: »Dass mein sportlicher Weg nach einigen Jahren guter Entwicklung nun abrupt enden sollte, war eine deprimierende Vorstellung für mich«, gibt er zu.

So fasste Moritz Geisreiter den Entschluss, einen sogenannten Plan B in die Tat umzusetzen. Er begann ein Masterstudium in Wirtschaftspsychologie an der HAM Erding. Dieses Studium will er aber trotz seiner Rückkehr auf das Eis fortsetzen.

Unterstützung fand Moritz Geisreiter in den schweren Zeiten bei seinem Heimtrainer Tristan Loy und Chef-Bundestrainer Markus Eicher. »Sie haben mir immer deutlich gemacht, dass ich mir Zeit nehmen sollte.« Zusätzliche Gelassenheit bekam er dadurch, dass sein Kaderstatus und somit seine Förderung beibehalten wurde. Einen ersten Start plant er bei den German Open Anfang März in der Max-Aicher-Arena. »Dabei ist mir vor allem wichtig, in dieser Saison noch einmal auf einer Ergebnisliste zu stehen, um mir selbst zu beweisen, dass ich ab sofort wieder mitmische.« Mit einer Topzeit rechnet er noch nicht, aber darum geht es auch gar nicht. »Nächste Saison sieht das natürlich dann wieder anders aus«, gibt sich Moritz Geisreiter kämpferisch.

Deswegen hat er auch Olympia 2018 im Blick. »Wenn ich gesund bleibe und in den kommenden Jahren auf dem Eis weiterhin was vorwärts geht, dann sehe ich mich auch bei den Spielen in Südkorea.« SHu

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