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Morgens müde – auf der Strecke hellwach

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Ein rein norwegisches Podest gab es im Sprint der Herren (von links): der zweitplazierte Tarjei Boe, Sieger Johannes Thingnes Boe und der Dritte Emil Hegle Svendsen.

Nachts waren heftige Windböen über die Chiemgau-Arena gefegt, tags darauf fegten zwei »Norweger-Boen« über die Strecke: Zum Auftakt des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding holte sich Johannes Thingnes Boe den Sieg vor seinem Bruder Tarjej Boe sowie dem dritten Norweger, Emil Hegle Svendsen. Entsprechend begeistert waren insbesondere die Boe-Brüder.


Dabei berichtete der Sieger Überraschendes: »Ich war heute richtig müde und bin erst um 9 Uhr aufgewacht. Nach dem Frühstück habe ich noch einmal 20 Minuten geschlafen.«

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Geschadet hatte es dem 22-Jährigen anscheinend nicht, denn auf den Loipen am Zirmberg zeigte er sich hellwach, als er bereits als Achter der über 100 Teilnehmer an den Start ging. »Heute war die frühe Startnummer sicher gut. Ich konnte gut laufen, musste aber in den Kurven und Abfahrten sehr konzentriert bleiben«, berichtete er und freute sich darüber, »dass wir in den Abfahrten am schnellsten waren.«

Besonders erleichtert war er zudem, so gut in Form zu sein. »Ich habe über Weihnachten darum gekämpft, wieder zu dem Johannes des Vorjahres zu werden«, erklärte er. Denn da hatte der jüngere der Boe-Brüder den WM-Titel im Sprint, Silber in der Staffel und Bronze mit der Mixed-Staffel geholt – und im Weltcup ebenfalls in Ruhpolding den Sprint gewonnen. »Ich mag Oberhof sehr gern, aber Ruhpolding hat besseres Wetter«, so der 22-Jährige.

Sein Bruder favorisiert sogar die Strecken in Oberhof, »aber Ruhpolding hat eine fantastische Atmosphäre, und es sind so viele Leute hier«, freute er sich. Dass er mit seinem Bruder gemeinsam auf dem Podest stand, hatte es in der vergangenen Saison in Kontiolahti (Finnland) schon einmal gegeben. Da hatte ebenfalls der jüngere Bruder gewonnen, Tarjei war Dritter geworden. Diesmal reichte es sogar zum zweiten Platz, mit nur 3,0 Sekunden Rückstand. »Das war ein super Rennen«, freute sich der 27-Jährige. Am Schießstand sei die Aufgabe relativ leicht gewesen: Zum einen, weil die Biathleten in Ruhpolding eine längere »Auslaufstrecke« haben, ehe sie an den Stand gehen, zum anderen, »weil es ja völlig windstill war.«

Auch Emil Hegle Svendsen jubelte: »Das kommt ja nicht so oft vor, dass gleich drei Sportler aus einem Land gemeinsam auf dem Podium sind.« Seine Form gehe »in die richtige Richtung, und ich will mich im Hinblick auf die WM weiter steigern.« Denn die WM findet vom 3. bis 13. März im heimischen Oslo statt. Gute Werbung hat das Trio für diese Titelkämpfe nun schon in Ruhpolding gemacht, und bei der Pressekonferenz tat dies Svendsen noch einmal: »Das werden sicher fantastische Weltmeisterschaften«, versprach er. Zuvor wollen er und seine Landsleute aber erst einmal für »fantastische Mini-Weltmeisterschaften« in Ruhpolding sorgen. who