Mit Wut im Bauch nach Riccione

Bildtext einblenden
Frederic Funk war mit seiner Leistung auf Gran Canaria nicht zufrieden. Jetzt will er in Riccione aufs Podium. (Foto: James Mitchell)
Bildtext einblenden
Julian Erhardt hat mit der Challenge Riccione bereits das nächste Rennen im Visier. (Foto: Luisa Halder)

Jan Frodeno hat seinen Siegeszug souverän fortgesetzt: Der 39 Jahre alte Triathlon-Superstar gewann am Samstag in 3:41:21 Stunden die Challenge Gran Canaria. Sechs Wochen nach seinem Sieg bei der Challenge Miami verwies Frodeno nach 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen den Spanier Pablo Dapena Gonzalez und seinen australischen Trainingspartner Nick Kastelein auf die Plätze zwei und drei. Vierter wurde Patrick Lange, der ja mittlerweile in Salzburg lebt und trainiert, vor Andreas Böcherer aus Freiburg.


Mittendrin in diesem erlesenen Starterfeld waren auch zwei junge Profis von Triathlon Grassau: Frederic Funk vom Team Erdinger Alkoholfrei landete am Ende auf Platz 15 (3:52:23 Stunden), für Julian Erhardt wurde es Rang 24 (4:00:21). Beide zeigten sich hinterher mit ihren gezeigten Leistungen nicht zufrieden.

Anzeige

»Es lief nicht so gut«, fasste Frederic Funk seinen Wettkampf zusammen, der unmittelbar vor seinem ersten Rennen der Saison auf der Kanarischen Insel ein Höhentrainingslager in der Sierra Nevada absolviert hatte. »Das Experiment mit dem Höhentrainingslager ist also leider nicht aufgegangen«, sagte er.

Das Schwimmen sei noch im Rahmen gewesen, da hatte er nur gut eine Minute Rückstand auf die Führenden. Auch beim Radfahren hielt Funk, der ja wie Jan Frodeno von Dan Lorang trainiert wird, auf dem anspruchsvollen und hügligen Kurs in der zweiten Spitzengruppe mit. »Aber allein, dass ich da dabei bleiben konnte, war für mich an dem Tag ziemlich anstrengend.«

Auf der Laufstrecke konnte er dann aber nichts mehr zulegen. »Da war ich einfach schon müde und hatte keine Körner mehr übrig.« Die Strecke habe auch viele Wendepunkte gehabt. »Ich bin letztlich nie in einen Rhythmus gekommen und mental war's dann auch schwierig«, gestand der 23 Jahre alte Athlet aus Unterwössen.

Für Julian Erhardt lief's hingegen von Anfang an nicht nach Wunsch. Der Profi aus Übersee hatte gleich mal einen schlechten Start. »Das war ein ziemliches Wirrwarr« berichtete der 29-Jährige im Gespräch mit unserer Sportredaktion. Letztlich fand er sich in der 3. Startreihe wieder – was ihm schon einmal gar nicht schmeckte.

Zu allem Überfluss bekam er dann im Wasser gleich mal den Ellenbogen eines anderen Teilnehmers ins Gesicht. »Meine Schwimmbrille ist deshalb verrutscht.« Erhardt musste diese erst wieder richten und konnte dann den Feld erst einmal hinterherschwimmen. »Und im Wasser ist gleich mal richtig die Post abgegangen«, erzählte er.

Auf dem Rad lief es für ihn dann nicht viel besser. Früh habe er gemerkt, dass seine Muskulatur zu mache. »Ich bin dann mental in ein richtiges Loch gefallen«, berichtete Erhardt. »Ich konnte mich gar nicht mehr richtig konzentrieren und mir kam's so vor, als ob ich das Rennen mehr beobachten würde.« Er habe sich auch schon am Rad Gedanken gemacht, woran seine für ihn unbefriedigende Leistung gelegen haben könnte. »Schließlich habe ich es im Training ja gezeigt, dass ich es drauf habe.« Am Ende sei er zu dem Schluss gekommen, dass »das Schwimmen im Meer nicht so meins ist und ich mich bei den ersten Saisonrennen immer etwas schwerer tue«.

Immerhin legte Erhardt dann in der Hitze von Gran Canaria einen überaus soliden Lauf hin. »Das war das einzig Positive an diesem Rennen«, sagte er. »Und das war auch ein gutes Gefühl, denn ich habe dabei gemerkt: Es geht was und ich bin im Spiel.«

Und das möchte er jetzt in Riccione auch unter Beweis stellen. In dem Ort an der Adria in der Provinz Rimini findet am Sonntag, 9. Mai, das nächste Challenge-Rennen statt – und zwar erneut über die Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen). »Mit Wut im Bauch« fahre er nach Italien. »Dort will ich zeigen, was ich wirklich kann.«

Auch Frederic Funk wird in Riccione am Start sein – und reist mit sehr guten Erinnerungen nach Italien. Denn bei diesem Rennen bestritt er 2018 seine erste Mitteldistanz überhaupt und wurde dort auch bereits zweimal Dritter. Er hofft, dass es in Riccione für ihn auch diesmal laufen wird und er besser performen kann wie zuletzt auf Gran Canaria. »Und es wäre toll, wenn der Höhen-Boost diesmal einsetzen wird.« Klappt das, dann ist sich Funk sicher, dass es diesmal »mit dem Podestplatz klappen wird«.

SB

Mehr aus Traunstein
Mehr aus Traunstein
Einstellungen