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Mit Spiel und Spaß, aber auch mit Disziplin zur nächsten Gürtelfarbe

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Co-Trainer Laura Perschl (links) und Abteilungsleiter Richard Schalch (hinten, rechts) trainieren immer montags mit den Kindern Pauline, Lennard, Tayfun, Jonathan, Jayden, Leonhard, Levi, Elina, Ben und Elif Karate. (Foto: Brenninger)

In der Turnhalle der Mittelschule Waging herrscht am Montagnachmittag Hochbetrieb. Drei Buben toben in der einen Ecke der Halle herum. Zwei Mädchen hüpfen auf Medizinbällen auf und ab, eine andere Gruppe saust Co-Trainerin Laura Perschl hinterher. Die gut 20 Kinder sind alle im Alter zwischen drei und sieben Jahre alt – und alle haben sie vor allem eines: eine jede Menge Spaß!


Dabei haben die Buben und Mädchen der Karateabteilung des TSV Waging aber auch ein gemeinsames Ziel vor Augen: Sie wollen sich rund um Ostern prüfen lassen, um damit endlich eine neue Gürtelfarbe zu bekommen. Momentan tragen die meisten um ihren Karate-Anzug den Weißgurt, es ist die unterste Stufe.

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Und deshalb wird nach der ersten halben Stunde, in der der Nachwuchs in einem aufgebauten Parcours nach Herzenslust spielen und toben darf, auch noch ernsthaft Karate geübt. Trainiert werden die Buben und Mädchen dabei von Richard Schalch – und er ist ein wahrer Meister seines Fachs.

Schalch ist seit 2016 Abteilungsleiter Karate im TSV Waging. Aber damit längst noch nicht genug, denn er führt auch die Karate-Abteilungen beim TSV Schnaitsee und beim TSV Grabenstätt und ist auch Vorsitzender beim 1. CKKS Traunreut. Seit 1977 steht er selbst auf der Matte und ist Träger des 6. Dans. Viel daheim sei er wegen seiner zahlreichen Ämter nicht, scherzt er. »Aber es ist wichtig, dass der Chiemgau in Sachen Karate so gut vernetzt ist.«

In Waging besteht die junge Abteilung momentan noch überwiegend aus Nachwuchskräften, aber auch einige Erwachsene sind mittlerweile schon aktiv dabei. »Die Abteilung hat sich wirklich hervorragend entwickelt«, sagt Schalch stolz. »Es sind Kinder ohne Ende da.« Und auch bei diesem Training sind wieder einige Mädchen und Buben dabei, die einfach einmal schnuppern wollen. Die meisten kommen nach der ersten Stunde dann aber regelmäßig zum Training vorbei. Und an den großen Fensterscheiben der Halle drücken sich links und rechts auch immer wieder einige Kinder, die draußen spielen, regelrecht die Nasen platt. Sie wollen sehen, was drinnen so trainiert wird – und das kommt an. Der eine oder andere schaue dann meist schon zum nächsten Training vorbei, freut sich Richard Schalch.

Aber natürlich sei Karate nicht nur für den Nachwuchs etwas. »Man kann praktisch in jedem Alter einsteigen«, betont er. Wichtige Punkte in seinem Konzept sind dem rührigen und engagierten Abteilungsleiter dabei auch noch die Integration und die Inklusion – und auch das kommt bei allen an. »Wir haben auch so viele nette Eltern hier, die mich in allem tatkräftig unterstützen«, freut sich der Familienvater.

Die Eltern haben dabei auch durchaus etwas davon. »Karate bringt nämlich auch was in Sachen Erziehung, das belegt auch eine Studie«, sagt Schalch. »Es fördert beispielsweise die Kommunikation, die Disziplin, die Kameradschaft und die Höflichkeit, darüber hinaus schult Karate das Gleichgewicht und die Stabilisation und ist einfach für unsere Gesundheit im Ganzen gut«, betont er. »Karate bringt also in jede Richtung etwas.« Die Kinder werden durch das Karate auch in ihren Leistungen in der Schule um rund 40 Prozent besser, fügt er hinzu.

Und auch der Waginger Nachwuchs ist mit Feuereifer dabei. »Sie werden immer besser«, freut sich Schalch. Er ist deshalb überzeugt davon, dass um Ostern eben eine Prüfung stattfinden kann. »Die Kinder möchten jetzt einfach alle schön langsam eine andere Gürtelfarbe haben.«

Neben dem Training durfte sich der Waginger Nachwuchs aber auch schon bei Turnieren präsentieren – in Schnaitsee etwa. Und auch ins Trainingslager nach Kroatien ging's in den Herbstferien – selbstverständlich mit den anderen Karate-Vereinen der Region. Man will schließlich voneinander profitieren. Auch in diesem Jahr soll's wieder nach Kroatien gehen.

Das Jahr 2020 wirft übrigens schon seine Schatten voraus. Das nächste Jahr wird ein ganz besonderes für die Karatekas werden. Die Sportart ist bei den Spielen in Tokio (24. Juli bis 9. August) dann nämlich erstmals olympisch. Und auch in Waging fiebert man dem neuen Jahr bereits schon jetzt entgegen. Denn am 7. März findet in der Bergader-Sportarena die Bayerische Karate-Meisterschaft statt. »Da erwarten wir 2000 Leute«, freut sich Richard Schalch. »Es werden Deutsche Meister und Europameister am Start sein.«

Der Waginger Nachwuchs hat bis zu solchen Titeln freilich noch einen weiten Weg vor sich – aber dank der perfekten Betreuung des Trainerteams könnte der eine oder andere Sportler tatsächlich ganz weit nach oben kommen. »Wer will mal Deutscher Meister werden?«, fragt Richard Schalch bei einer Übung durch die Runde. »Ich«, antworten die Kinder, wie aus der Pistole geschossen.

Die Karatekas des TSV Waging trainieren immer montags in der Halle der Mittelschule Waging, Interessierte sind jederzeit willkommen. Das Training für Kinder von drei bis sieben Jahren ist immer von 16 bis 17 Uhr, von 17 bis 17.45 Uhr sind dann die Kinder ab sieben Jahren, Jugendliche und Erwachsene an der Reihe. Weitere Informationen erteilt auch Abteilungsleiter Richard Schalch, Telefon 0176/24 60 71 06. SB