weather-image
17°

Mit positiven Eindrücken in die Pause

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Die Bedingungen am Walchsee waren alles andere als leicht: Der Überseer Profi-Triathlet Julian Erhardt schlug sich dennoch wacker und feierte zum Abschluss der Saison einen starken 8. Platz beim Mitteldistanz-Rennen.

Viele Höhen und auch einige Tiefen gab's in dieser Saison für Julian Erhardt: Doch am Ende konnte der junge Übersee Triathlet einen erfolgreichen Schlussstrich ziehen.


»Ich nehme viel Erfahrung und positive Eindrücke in die Saisonpause mit, bevor es dann ab Oktober im Training wieder rundgehen wird«, sagt er.

Anzeige

Nach seinem zweiten Gesamtplatz beim Rhein-Neckar-Cup und weiteren Top-Plätzen bei diversen Rennen ging's für ihn zum Abschluss noch zur Challenge Walchsee. »Mein Ziel war es, ein gutes Rennen zum Abschluss der Saison über die Mitteldistanz zu zeigen«, sagt er. »Um es vorwegzunehmen, es hat größtenteils ganz gut geklappt, aber leider nicht vollends.« Am Ende wurde Erhardt Achter in 3:31 Stunden. Den Sieg sicherte sich der Österreicher Thomas Steger in 3:21 Stunden vor dem Italiener Giulio Molinari in 3:22 Stunden.

Bei Dauerregen und sieben Grad Celsius wurde die Schwimmstrecke auf 1,5 km und die Radstrecke auf 68 km verkürzt. »Beim Schwimmen kam ich nach einem Landstart gut weg und fand mich schnell neben Vorjahressieger Molinari aus Italien wieder.« Die beiden schwammen zusammen. »Damit wusste ich, dass ich nicht allzu langsam unterwegs sein konnte.« Auch wenn Erhardt auf die zwei schnellsten Schwimmer etwas Zeit verlor, war der Rückstand im Rahmen.

Der erste Wechsel klappte ebenfalls gut. Erhardt startete als Sechster auf die Radstrecke. Er merkte schnell, »dass ich endlich mal die so oft erhofften richtig guten Beine hatte. So schloss ich dann zusammen mit Molinari bereits bei Kilometer sieben an die Spitze des Feldes auf«.

Am Anstieg nach Schwendt übernahm Erhardt sogar die Führung. In der Abfahrt zog Molinari dann aber wieder am Überseer vorbei und auch Thomas Steger überholte ihn noch. Der Triathlet des Teams Erdinger Alkoholfrei kam so als Dritter in die Wechselzone – und war damit sehr zufrieden: »Endlich einmal eine Radleistung auf der Mitteldistanz, womit ich leben kann. Damit hat sich das Training ausgezahlt.«

Ein massives Problem hatte Erhardt allerdings auf dem Rad: Seine Finger waren recht schnell eingefroren. Die Folge: Er konnte seine Trinkflasche nicht mehr nehmen. »Aus Angst, diese bei einem unkontrollierten Versuch noch zu verlieren und eine Zeitstrafe wegen Littering (Triathleten dürfen leere Verpackungen nur in der Nähe von Verpflegungsstellen wegwerfen, Anm. d. Red.) zu kassieren, hatte ich am Ende von den 750 ml leider nur ganze 50 ml zu mir genommen. Somit war eigentlich klar, dass ich es energetisch nicht mehr sauber über den Halbmarathon schaffen werde.«

Das Debakel begann bereits im Wechselzelt: »Ich brauchte drei Minuten, um mir meine Socken und Schuhe anzuziehen.« Erhardt lief erst als Fünfter raus – mit mehr als 1:30 Minuten Rückstand auf Position drei. »Sehr ärgerlich, aber es gibt Dinge, die kann man nun mal nicht ändern.«

Erhardt schaffte es dennoch, den Halbmarathon zu beenden – und lief als Achter ins Ziel. Und nun? »Jetzt werde ich erstmal viel Sonne tanken.« SB