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Mit konstanten Leistungen einen Platz bei der WM sichern

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Hervorragende Bedingungen hatten der Traunsteiner Jonas Dobler (unser Bild) und die deutsche Langlauf-Nationalmannschaft beim Trainingslager im Schnalstal.

Die neue Saison kann kommen: Der Traunsteiner Skilangläufer Jonas Dobler fühlt sich gut gerüstet für die Weltcup-Wettkämpfe. Der Sportler des SC Traunstein war im vergangenen Jahr erfolgreichster Deutscher und erreichte im Gesamtweltcup Rang 27 – wobei sieben der ersten zehn Plätze an norwegische Läufer gegangen waren. »Im Sprint war auch Sebastian Eisenlauer sehr gut, und Andy Katz und ich waren auf den längeren Distanzen gut dabei«, blickt er zurück.


»Dass ich zum ersten Mal unter den Besten 30 in der Gesamtwertung bin, zeigt, dass ich die erste Hürde auf dem Weg nach vorn genommen habe«, bilanziert Dobler – zumal ihm ja auch einzelne Platzierungen unter den Top 15 gelungen waren. Doch »erste Hürde« heißt auch: Es gibt noch viel zu tun.

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»In der Vorbereitung zum Glück nie verletzt«

Daher hat er sich mit der deutschen Mannschaft akribisch auf den Winter vorbereitet, »und das erste Ziel ist es, sich am Vorjahr zu orientieren und konstante Leistungen zu bringen.« Umso besser sei es, »dass ich durch die Vorbereitung sehr gut durchgekommen bin. Ich war nie verletzt und war nur zwischendurch mal kurz krank«, freut sich der 25-Jährige. Auch mit dem Verlauf der Lehrgänge »bin ich sehr zufrieden, wir hatten ein gutes Team und haben gut gearbeitet«, so Dobler nach der Rückkehr vom Trainingsaufenthalt in Davos. »Davor waren wir noch auf dem Gletscher im Schnalstal. Dort trifft man wegen der hervorragenden Bedingungen auch viele andere Nationen«, berichtet er. Gerade die Höhenlage sei es, die man hier besonders nutzen wollte. »Das Hotel war auf gut 2000 Metern Höhe, aktiv waren wir auf ca. 2700 Metern.« Besonders wichtig beim Höhentraining sei es, dass auch die Regeneration auf mindestens 2000 Metern Höhe stattfinde, um den gewünschten Effekt zu erreichen.

»Am Anfang merkt man das Training sehr. Wichtig ist vor allem, dass man sehr diszipliniert auf seinen Puls achtet und es nicht übertreibt«, betont der 25-Jährige. Neben der allgemein guten Vorbereitung sei die Höhenlage auch nützlich für die Leistungsfähigkeit auf mittleren Höhen, wie zum Beispiel in Davos (Schweiz) oder im Jahr 2018 bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang (Südkorea).

Auch in Davos hatten die deutschen Langläufer hervorragende Bedingungen. Beim vorherigen Lehrgang in Antholz (Italien) hatte man ebenfalls auf einem Höhenplateau (über 2000 m) trainiert, »und in Südtirol ist auch die Landschaft toll – das ist super zum Trainieren und zum Leben«, zeigt er sich begeistert.

Zur Lehrgangsgruppe gehörten unter anderem Sebastian Eisenlauer (SC Sonthofen), Thomas Bing (WSV Dermbach), Tim Tscharnke (SV Biberau), Florian Notz (SZ Böhringen Römerstein), Thomas Wick (SCM Zella-Mehlis) und Dobler. Hinzu kam – bis zu seiner Verletzung – Andy Katz (SV Baiersbronn) aus dem heimischen Stützpunkt. Katz fällt wohl länger aus, zuletzt musste auch Hannes Dotzler (SC Sonthofen) erkrankt passen.

Am heimischen Stützpunkt hatte Dobler vor allem mit Thomas Wick, Lucas Bögl (SC Gaißach) und Daniel Herzog (SpVgg Oberkreuzberg) unter der Leitung von Stützpunkttrainer Bernd Raupach trainiert. Andy Katz war teilweise dabei, »hat aber auch vieles selbst gemacht.«

Dobler setzt auf sein bewährtes Material, »und auch unser Technikerteam ist sehr gut. Die konnten in Davos zum ersten Mal seit Längerem wieder konstant arbeiten – denn man muss immer versuchen, sich in allen Bereichen möglichst etwas zu verbessern.« Auch bei der Lauftechnik gelte es, sich stetig weiterzuentwickeln, »und ich würde mich natürlich auch gerne im Sprint verbessern. Aber die langen Distanzen sind meine Stärke, darauf muss ich das größte Augenmerk richten.«

Erfreut zeigte sich der Traunsteiner auch über den kurzzeitigen »Wintereinbruch« in der Heimat. »Ich bin hier ja nur kurz zur Regeneration da, da kann ich bestimmt auf der Winklmoos-Alm ein paar schöne Runden drehen.« Doch schon in dieser Woche ging es weiter nach Sariselko (Finnland). Dort stehen bereits die ersten Testwettkämpfe an, um für den Weltcup-Auftakt (26/27. November in Ruka/Finnland) schon einmal etwas Wettkampfpraxis zu haben.

Auch bei der Tour de Ski wieder Akzente setzen

Hauptziel Doblers ist die Teilnahme an der Nordischen Ski-WM (21. Februar bis 5. März in Lahti/Finnland), doch auch bei der Tour de Ski möchte er wieder Akzente setzen. »Im Sprint am ersten Tag tue ich mir ohnehin schwer, und ausgerechnet am zweiten Tag bin ich einmal gestürzt und habe mir einen größeren Rückstand eingehandelt. Das schleppt man dann während der ganzen Tour mit«, so Dobler. Das will er in dieser Saison vermeiden.

Insgesamt hat er auch in diesem Jahr wieder seinen Trainingsumfang im Vergleich zum Vorjahr weiter erhöht. Jahr für Jahr ist das Pensum höher geworden. »Vor vier Jahren hätte ich nie gedacht, dass man so viel trainieren kann ...« who