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Mit Kampfkraft zum Klassenerhalt in der Kreisliga

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Ein wichtiger Treffer im Kampf um den Klassenerhalt: Thomas Waldherr lässt Alexander Forster und Mario Gollnick (rechts) hinter sich und schießt zum 3:0 für Siegsdorf ein. (Foto: Weitz)

Der TSV Siegsdorf hat es geschafft – eine fast schon nicht mehr für möglich gehaltene Leistung bescherte der jungen Truppe ein weiteres Jahr in der Fußball-Kreisliga. Dank eines starken Zwischenspurts in der ersten Halbzeit drehte der TSV nach der bitteren 1:3-Niederlage im Hinspiel beim FC Mühldorf noch die Partie und kann jetzt erstmal feiern. Denn der 3:0-Sieg im Rückspiel bedeutete den Gesamtsieg im Relegationsduell. Der TSV zog nochmals die letzten Register. Hans Geiger, Vorgänger von Spielertrainer Helmut Felber, übernahm interimsweise den Platz des scheidenden Trainers und das war ein gelungener Schachzug.


Die Gäste aus Mühldorf – beflügelt vom guten Hinspiel – legten ordentlich los und hatten ihre erste gefährliche Aktion zu verzeichnen, als Dominik Sadri auf rechts schön freigespielt wurde und sofort aus sieben Meter halbrechts abzog, doch TSV-Schlussmann Fabian König parierte zur Ecke (2. Minute). Der FCM blieb am Drücker und überraschte die Hausherren immer wieder mit schnellem Kombinationsspiel. So ergab sich auch in der 17. Minute eine sogenannte »Hundertprozentige« für Maximilian Mayr, der nach einem Konter – in der Mitte sträflich alleingelassen – schön bedient wurde, sich sogar noch die Ecke aussuchen konnte, doch schließlich an seinen Nerven scheiterte und vergab.

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Siegsdorfer Führungstreffer kurz nach dem Warnsignal

Dies bedeutete nicht nur ein Warnsignal für die Hausherren, sondern war wohl auch der Knackpunkt des Spiels, denn praktisch im Gegenzug erzielte Thomas Waldherr nach einer Ecke von rechts per schulbuchmäßigen Kopfball ins lange Eck das 1:0 für Siegsdorf (19.) und bestrafte damit die Fahrlässigkeit der Gäste in der Chancenverwertung eiskalt.

Die Heimelf war in der Folgezeit tonangebend, wesentlich aggressiver, nutzte die Gunst der Stunde und erhöhte in der 32. Minute auf 2:0 und machte damit bereits den Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel wett – dies würde bereits genügen für den Klassenerhalt. Paul Wittmann fasste sich ein Herz und versenkte das Leder aus 18 m zentral im linken unteren Eck. Der FC Mühldorf verlor nun völlig den Faden, Siegsdorf spielte wie entfesselt auf und schraubte das Ergebnis in der 42. Minute sogar auf 3:0. Der starke Thomas Waldherr konnte sich – nachdem er von Maxi Wurm mit einem Zuckerpass durch die Nahtstelle der Gästeabwehr bedient wurde – als Doppeltorschütze feiern lassen, eiskalt schob er das Leder am chancenlosen Torwart Feiler vorbei ins Eck.

Mit diesem fast schon sensationellen Zwischenergebnis gingen beide Mannschaften bei hochsommerlichen Temperaturen erstmal in die Halbzeitpause, aus der die Gäste wesentlich schwungvoller wieder herauskamen, aber teilweise vor dem Tor des TSV zu umständlich und kompliziert agierten, so vertändelte David Huetter freistehend (53.).

Das Rückspiel blieb auch in der Folgezeit spannend, Siegsdorf ließ sich nun etwas hinten reindrängen, ohne jedoch in arge Bedrängnis zu geraten. Aufgrund des hohen Aufwands im ersten Durchgang mussten beide Teams nun etwas Tribut zollen, so blieben Torchancen Mangelware.

Die Begegnung blieb jedoch auf Messers Schneide, denn ein Mühldorfer Tor hätte die Verlängerung herbeigeführt. Die Hausherren verlegten sich immer mehr aufs Konterspiel, hatten dabei aber auch nicht mehr die nötige Kraft um den Deckel drauf zu machen. Mühldorf kam noch einmal mit letzter Kraft nach vorne, es war bereits die Nachspielzeit angebrochen. Tim Bauernschuster tankte sich mit einer Energieleistung über rechts vor, passte quer zum mitgelaufenen Huetter, doch dieser traf den Ball aus 10 m nicht mehr richtig – die Riesenausgleichschance zur Verlängerung, dann hieß es endlich Aufatmen beim TSV Siegsdorf!

Der souveräne Schiedsrichter Hofbauer pfiff die sehr faire Partie ab und somit schaffte der TSV »auf der letzten Rille« das kleine Wunder und darf auch ein weiteres Jahr in der Kreisliga spielen. Hans Geiger zeigte sich begeistert von seinen Schützlingen: »Wir haben absolut an uns geglaubt – alle anderen dachten wohl, das Ding ist schon entschieden. Helmut Felber hätte das Team sicher auch nochmal so motivieren können.« MG