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Michel zwingt Gegner zur Aufgabe

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Der Traunreuter Serge Michel ließ dem Usbeken Oybek Mamazulonov (rechts) keine Chance.

Der Traunreuter Boxer Serge Michel hat einen weiteren Meilenstein in Sachen Olympia-Teilnahme gesetzt: In Manerba del Garda besiegte er Oybek Mamazulonov deutlich – der Usbeke gab nach drei Runden auf.


»Die Spannung und Aufregung ist erst einmal vorbei«, bilanzierte der Traunreuter TuS-Abteilungschef Johann Wilhelm, aus dessen Umfeld zahlreiche Fans an den Gardasee gereist waren, um Michel zu unterstützen. Das Profigeschäft sei im Vergleich zum Amateurboxen »viel kräftezehrender. Nicht nur physisch, sondern auch psychisch sind Boxer und Trainer hier voll gefordert«, so Michel.

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Frühzeitige Anreise für den »letzten Schliff«

Insofern sei es auch wichtig gewesen, meint der TuS-Funktionär, »dass Trainer Eduard Michel und Serge schon mehrere Tage vor dem Event in Italien waren – das war quasi der letzte Schliff, der dort gemacht wurde.« Schwache Gegner gibt es im Bereich der »Association Internationale de Boxe Amateure« (APB) ohnehin nicht, »deswegen ist volle Konzentration vor jedem Kampf enorm wichtig«, erklärt Wilhelm. Umso wichtiger war es für Serge Michel, sich gut auf Gegner Oybek Mamazulonov einzustellen, was ihm letztlich bestens gelungen ist.

Der deutsche A-Kader-Athlet aus Traunreut begann sehr klug, in taktischer Hinsicht hielt er sich strikt an den Plan. Michel übte Druck auf den Usbeken aus, gönnte ihm keine Verschnaufpausen.

Hervorragend arbeitete er mit der Führungshand und setzte kräftige Treffer an den Kopf seines Widersachers. »Zu den Stärken von Serge gehört es nun mal, dass er sowohl mit links als auch mit rechts gleich stark schlägt«, so Wilhelm.

Da Mamazulonov dies zu spüren bekam, zog der Usbeke sich immer mehr zurück und suchte Chancen, aus der gefährlichen Kampf-Distanz von Michel zu »flüchten« um sich keiner Gefahr auszusetzen. Von Runde zu Runde steigerte sich das Tempo, das der Traunreuter ansetzte beziehungsweise klar bestimmte.

Dann die frühe Entscheidung: Um sich vor einer vorzeitigen Niederlage zu retten, gab der Usbeke nach der dritten Runde auf. Serge Michel hatte sich zwar »auf einen Kampf über acht Runden eingestellt«, dennoch war der Traunreuter »auch so zufrieden.«

Gleiches gilt für Trainer Eduard Michel, der resümierte: »Unser Plan, auf den wir monatelang hingearbeitet haben, ist aufgegangen. Serge hat mit seiner Leistung bestätigt, dass er ins Profigeschäft richtig integriert ist, dass er sich dort wohlfühlt und selbstbewusst zur Sache geht.«

Kontinuierlich habe er sein Talent weiterentwickelt, sodass er dem großen Ziel Olympia 2016 nähergerückt ist. »Er ist auf einem sehr guten Weg in Richtung Rio«, sagt Eduard Michel, »trotzdem steht uns noch viel Arbeit bevor und weitere sehr wichtige und entscheidende Kämpfe gegen die weltbesten Boxer.«

Russlands Nummer eins als nächster Gegner

Der nächste Gegner Vladimir Iwanow ist seit mehreren Jahren die Nummer eins Russlands, Europameister und wohl einer der gefährlichsten und erfahrensten Boxer in der Gewichtskategorie bis 81 kg. »Austragungsort des Kampfs ist vermutlich Hamburg, der Termin wohl im August«, meint Wilhelm.

Serge Michel und sein Kamerad Artem Haratunjan (64 kg), der am gleichen Abend für die Deutschen in den Ring stieg und ebenfalls gewann, bedankten sich mehrmals bei den Fans, die aus Traunreut angereist waren. Die »TuS-Truppe« rückte mit deutschen und bayerischen Flaggen an und sorgte für »Feuer« in der Halle. cs