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Michael Kostner ersetzt Yunus Karayün

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Yunus Karayün (Foto) ist nicht länger Trainer beim abstiegsbedrohten Bayernligisten SV Kirchanschöring. Sein Amt übernimmt Michael Kostner. (Foto: Zucker)

Knapp zwei Wochen vor dem Frühjahrsrunden-Auftakt der Fußball-Bayernliga Süd hat der abstiegsgefährdete SV Kirchanschöring einen überraschenden Trainerwechsel vorgenommen: Der bisherige Aktivtrainer, der 32-jährige Yunus Karayün, wurde freigestellt – er ist auch nicht mehr Spieler beim SVK. Der 49-jährige Ex-Profi Michael Kostner soll das gelb-schwarze Team vor dem Abstieg in die Landesliga bewahren.


Vorausgegangen waren laut einer Pressemitteilung des Vereins »intensive Gesprächen der neuen Abteilungsführung um Thomas Dengel und Thaddäus Jell mit Karayün, der Mannschaft und der Vereinsführung«. Mit dem Ergebnis: Die Zusammenarbeit mit dem gebürtigen Kufsteiner wird mit sofortiger Wirkung beendet. Als Grund für die Freistellung wurden »unterschiedliche Auffassungen für die zukünftige sportliche Ausrichtung« angegeben.

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Der SVK hat noch vier Punkte Vorsprung

Überraschend kam der Trainerwechsel vor allem insofern, als der Verein es noch im Herbst als das Normalste auf der Welt bezeichnet hatte, dass der SVK gegen den Abstieg spielt. Das tut die Mannschaft gar nicht mal so schlecht. Die Truppe um Kapitän Albert Eder belegt den obersten Rang (14.) in der Relegationszone, der Vorsprung auf den besseren der beiden Direktabstiegsplätze (18./derzeit SB Chiemgau Traunstein) beträgt immerhin vier Punkte.

Ein Rückstand auf die gesicherten Tabellenplätze ist dabei nicht vorhanden, weil der SVK ebenso viele Punkte (24) auf dem Konto hat wie der unmittelbare »Vordermann« FC Ismaning. Allerdings haben die Münchner Vorstädter zwei Begegnungen weniger absolviert als der SVK, sodass durchaus so etwas wie Alarmstimmung in Kirchanschöring herrscht.

Der Verein betonte gestern in seiner Pressemitteilung, dass man sich bei Karayün für seinen Einsatz bei den Gelb-Schwarzen bedanke, »da er den Fußball des SV Kirchanschöring in einer sehr schwierigen Situation übernommen hatte und Verantwortung zeigte«. In der Tat waren unmittelbar zuvor nicht nur der renommierte und erfolgreiche Trainer Patrick Mölzl (und danach auch dessen Nachfolger Dominik Hausner, beide zum SV Wacker Burghausen) abgewandert, sondern auch wertvolle Spieler hatten dem Dorfverein den Rücken gekehrt – unter anderem Goalgetter Manuel Omelanowsky und Defensivmann Tobi Janietz, die sich beide ebenfalls eine Klasse höher in Richtung Salzachstadt verabschiedeten.

Zudem bricht der Unterneukirchner Bernd Eimannsberger senior beim Tabellen-14. der V. Liga mit sofortiger Wirkung seine Zelte ab – er hatte beim SVK als Sportdirektor fungiert. Auch bei ihm bedankte sich der SV Kirchanschöring laut Pressemitteilung »für die geleistete Arbeit und für den Einsatz in einer nicht leichten Zeit«.

Ab sofort übernimmt Michael Kostner, zuletzt etwa sechs Jahre beim Bezirksligisten TSV Dorfen auf der Kommandobrücke, die Trainerposition beim SVK. »Unser aufrichtiger Dank gilt der Vereinsführung des TSV, dass der Wechsel rasch und unkompliziert erfolgen konnte«, erklärten die Kirchanschöringer weiter.

Ex-Wacker-Profi Kostner spielte in der Bundesliga unter anderem für den Hamburger SV, den 1. FC Köln und die Frankfurter Eintracht, mit der er den DFB-Pokal gewann (1988 durch ein 1:0 im Finale gegen den VfL Bochum).

Der ganz große Erfolg blieb in Dorfen aus

Als Trainer – unter anderem beim SV Wacker, ESV Freilassing und TSV Ampfing – hat er sich nach seiner aktiven Laufbahn schnell einen sehr guten Ruf aufgebaut. Allerdings blieb in Dorfen der ganz große Erfolg aus – abgesehen davon, dass der abstiegsbedrohte Ost-Bezirksligist in der laufenden Saison den Regionalliga-Vertreter Wacker Burghausen aus dem Toto-Pokal warf (8:7 nach Elfmeterschießen). In der darauf folgenden Runde war dann jedoch nach einem 0:7 vor 2500 Fans gegen den TSV 1860 München Schluss.

Kostners aktueller Auftrag: den SVK in den letzten 13 Saisonspielen vor dem Abstieg retten. Erstmals im Blickfeld stehen wird er am kommenden Samstag (17 Uhr) bei der Generalprobe beim SV Grödig (Regionalliga West Österreich), ehe am Samstag, 3. März (14 Uhr), der Punktspielauftakt beim TSV Landsberg erfolgt. cs