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»Mein Ziel ist es, die ganze Saison auf hohem Niveau zu springen«

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Training mal anders: Der deutsche Skispringer Andreas Wellinger (vorne und kleines Foto) flog in Taufkirchen beim Bodyflying-Training. Wellinger und seine Teamkollegen trainierten in der Skydiving-Anlage der Jochen-Schweizer-Arena.
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Training mal anders: Der deutsche Skispringer Andreas Wellinger (vorne und kleines Foto) flog in Taufkirchen beim Bodyflying-Training. Wellinger und seine Teamkollegen trainierten in der Skydiving-Anlage der Jochen-Schweizer-Arena.

Was für eine überragende Saison für Andreas Wellinger. Der Skispringer aus Weißbach, der für den SC Ruhpolding startet, hat sich im vergangenen Winter in der Weltspitze etabliert – und das sehr eindrucksvoll: Anfang des Jahres feierte der 21-Jährige in Willingen seinen zweiten Weltcupsieg und stand auch danach pausenlos auf dem Podest, am Ende der langen Saison waren es insgesamt zwölf Top-drei-Plätze. Der Lohn: Im Gesamtweltcup wurde Andreas Wellinger Vierter und kam in Skiflug-Weltcup auf den 2. Platz. In der erstmals ausgetragenen Raw-Air-Tour belegte er hinter dem Österreicher Stefan Kraft und dem Polen Kamil Stoch Rang drei.


Und der sympathische Sportler durfte auch Medaillen bejubeln. Bei den nordischen Skiweltmeisterschaften in Lahti gewann er sowohl auf der Normal- als auch auf der Großschanze die Silbermedaille jeweils hinter Kraft. Zudem wurde er zusammen mit Carina Vogt, Svenja Würth und dem Siegsdorfer Markus Eisenbichler Weltmeister mit der Mixed-Mannschaft.

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Doch vor der Saison ist nach der Saison und so befindet sich Andreas Welllinger jetzt schon wieder mitten in der Vorbereitung auf den neuen Winter. Im Interview mit dem Traunsteiner Tagblatt lässt er die Saison 2016/17 aber nochmals Revue passieren, blickt aber auch schon voraus – auf den Olympia-Winter und viele weitere sportliche Höhepunkte.

Hallo Herr Wellinger, wo erwische ich Sie denn gerade?

Andreas Wellinger: Ich bin gerade bei einem Trainingslehrgang in der Ramsau in Österreich.

Sie bereiten sich also schon wieder auf die neue Saison vor?

Anfang Mai haben wir mit dem Training begonnen. Der Monat April wurde mit Krafttraining und zwei Wochen Urlaub genutzt.

Blicken wir aber erst noch einmal zurück auf den vergangenen Winter. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Saison?

In der Gesamtheit habe ich meine Leistung deutlich verbessert. Speziell mit der zweiten Hälfte der Saison bin ich sehr zufrieden.

Was war Ihr schönstes sportliches Erlebnis 2016/17?

Die nordische Ski-WM. Drei Medaillen zu gewinnen und bei einem Einzelevent noch mit einem Teamkollegen und Freund auf dem Podest zu stehen, ist etwas Besonderes.

Worüber haben Sie sich am meisten geärgert?

Über meinen letzten Flug bei der RAW-Air-Tour. Ich lag in Führung – bin dann Dritter geworden. Vielleicht gehört so etwas aber auch zu einer Karriere dazu.

Mit den vielen Erfolgen rückten Sie plötzlich auch immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Wie gehen Sie mit dem gesteigerten Interesse an Ihrer Person um?

So viel mehr »Fokus« ist das gar nicht – und es macht mir Spaß und motiviert mich! Ich mache das, was ich am liebsten tue: Skispringen.

Werden Sie auch im Sommer bei den diversen Wettbewerben starten?

Wisla, Hinterzarten, Hinzenbach und Klingenthal wären aktuell angedacht. Entschieden wird es aber erst vor den Wettkämpfen.

2018 stehen die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang an. Richten Sie Ihre Saison auf dieses spezielle Ereignis aus?

Mit der Vierschanzen-Tournee, der Skiflug-WM, Olympia und der RAW-Air-Tour haben wir vier spezielle Ereignisse in der kommenden Saison. Mein Ziel ist es, die ganze Saison auf hohem Niveau zu springen.

Sie waren auch 2014 in Sotschi schon dabei. Holten damals mit der Mannschaft Gold. Was darf’s diesmal sein?

Ich konzentriere mich derzeit auf mein tägliches Training, das ist die Grundlage von allem. Die beste Tagesform und vielleicht auch etwas Glück werden dann über die Medaillen entscheiden.

Im Februar gab’s auf der Olympia-Schanze ja bereits einen Weltcup. Sie schnitten da mit den Plätzen zwei und drei hervorragend ab. Könnte das ein Vorteil für Sie sein, weil Sie die Schanze bereits kennen?

Den Vorteil haben ja alle, die dort schon gesprungen sind. Aber die guten Ergebnisse der letzten Saison motivieren dazu noch mehr.

Ihr Siegsdorfer Teamkollege Markus Eisenbichler und Sie sind ja auch offiziell beim Stützpunkt Ruhpolding. Sie können dort aber nicht mehr trainieren. Ärgert Sie das?

Es ist extrem schade. Es gibt fünf Schanzen, die alle Altersgruppen abdecken, wovon leider nur zwei Schanzen für den Trainingsbetrieb genutzt werden können. Ich würde mich freuen, wenn ich die perfekten Trainingsmöglichkeiten seit 2011 wieder nutzen könnte.

Die Fragen stellte: Stephanie Brenninger

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