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»Mein Tor war schon ein spezieller Moment für mich«

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Grenzenloser Jubel: Die Spieler des SSV Jahn Regensburg – darunter auch der ehemalige SBC-Verteidiger Scott Kennedy (Dritter von rechts) – feierten den überraschenden Pokalsieg gegen den 1. FC Köln überschwänglich. Damit steht derZweitligist erstmals in seiner Geschichte im Viertelfinale des DFB-Pokals. Foto: dpa

Was für ein Wahnsinn! Der SSV Jahn Regensburg hat den Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln aus dem DFB-Pokal geworfen. Der Zweitligist steht nach dem 4:3-Erfolg im Elfmeterschießen (2:2) jetzt erstmals in seiner Vereinsgeschichte im Viertelfinale. Bei der Pokal-Überraschung spielte auch ein ehemaliger Spieler des Landesligisten SB Chiemgau Traunstein eine gewichtige Rolle: Scott Kennedy! »Wir haben wirklich viel geschafft! Wir stehen im Viertelfinale«, freute sich der Innenverteidiger im Gespräch mit unserer Sportredaktion auch einen Tag nach dem Pokal-Krimi über den sensationellen Erfolg.

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Der Innenverteidiger, der erst im vergangenen Sommer nach Regensburg gewechselt ist, wurde früh in die Pokalpartie eingewechselt und brachte sein Team nur zehn Minuten später nach einem 0:2-Rückstand wieder heran. Sein wunderschöner Anschlusstreffer in der 35. Minute hauchte dem Jahn neues Leben ein – und ebnete den Weg zur Sensation! »Mein Tor war schon ein spezieller Moment für mich«, betonte der 23 Jahre alte Abwehrmann. Aber in erster Linie freue er sich darüber, dass »ich meiner Mannschaft helfen konnte«.

Nach dem Pokal-Erfolg bekam er auch Glückwünsche aus Traunstein – von seinen ehemaligen Mitspielern und Weggefährten. »Das war schön«, sagte er. »Ich hatte in Traunstein eine sehr schöne Zeit.«

Am Fernseher mitgefiebert hat auch Kennedys Berater Rainer Hörgl. »Das war der Befreiungsschlag für Scott«, freute sich der Neukirchner. Denn bislang kam Kennedy bei den Oberpfälzern noch nicht ganz so in Schwung. »Er war lange verletzt, musste mehrere kleine Rückschläge hinnehmen«, berichtete Hörgl. Er lotste den Deutsch-Kanadier damals nach Deutschland und holte Kennedy in seiner damaligen Funktion als Sportkoordinator beim SB Chiemgau Traunstein zu seiner ersten Station im deutschen Fußball in die Große Kreisstadt. Der damals erst 18-jährige Fußballer absolvierte nach seinem Wechsel nach Traunstein 36 von 38 Spielen in der Saison 2015/2016 und deutete bereits damals sein großes Potenzial an. Nach Stationen beim Bayernligisten FC Bamberg, dem österreichischen Drittligisten SV Grödig und dem Zweitligisten SK Austria Klagenfurt ist er 2020 nach Regensburg gewechselt. Dort hat er einen Vertrag bis 2023 – und er hat mit dem SSV Jahn viel vor.

»Jetzt ist meine Verletzung weg« betonte der Spieler selbst. »Und ich fühle mich in Regensburg angekommen und richtig wohl.« Auf jeden Fall habe seine Mannschaft dank des Pokalsiegs gegen Köln »viel Selbstvertrauen« für die kommenden Aufgaben tanken können. »Wir haben eine gute Mannschaft und gezeigt, dass wir auch gegen die Top-Teams bestehen können.« Für Regensburg geht es jetzt am Sonntag um 13.30 Uhr beim Tabellenfünften Karlsruher SC weiter. Während die Gastgeber noch nach oben schielen, schaut man beim Jahn – aktuell ist Regensburg auf Platz 11 – eher noch nach unten. »Wir wollen immer drei Punkte holen«, gibt Kennedy die Marschrichtung vor. Und am liebsten würde er jetzt ab sofort natürlich in der Stammelf stehen. »Aber das entscheidet der Trainer. Ich freue mich auf jeden Fall, wenn ich meine Chance bekomme.«

Nach der Partie in Karlsruhe schauen die Regensburger dann am Abend gespannt auf die Auslosung. Weltumsegler Boris Herrmann lost am Sonntag ab 18.30 Uhr in der ARD-Sportschau das Viertelfinale im DFB-Pokal aus. Einen Wunschgegner hat Scott Kennedy übrigens nicht. »Wir schauen einfach, was kommt.« SB

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