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Medaillenregen in Weißrussland

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Überzeugten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk: die TuS-Boxer (von links) Andreas Rasumny, Fedor Michel und Gianni Dedic.

Mit großartigen Erfolgen haben die Traunreuter Boxer beim internationalen Turnier in Minsk abgeschnitten: Es gab Gold, Silber und Bronze sowie eine verdiente Auszeichnung für den besten Trainer bei dieser Veranstaltung, Eduard Michel. »Eine imposante Ausbeute«, freute sich TuS-Abteilungsleiter Johann Wilhelm, der natürlich mächtig stolz war auf die TuS-Faustkämpfer.


Zu diesem sehr stark besetzten Nachwuchs-Turnier für die Jahrgänge 2001 bis 2002 in der Hauptstadt Weißrusslands – das zu Ehren der dortigen Boxlegende Vladimir Botvinnikov ausgetragen wurde – war der Traunreuter Cheftrainer Eduard Michel mit drei Sportlern angereist. Sein Sohn Fedor Michel boxte in der Gewichtsklasse bis 66 kg, Andreas Rasumny in der Kategorie bis 52 kg und der Gastboxer aus Fürstenfeldbruck, Gianni Dedic, in der Klasse bis 70 kg.

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Nasenbeinbruch gleich im ersten Kampf

Fedor Michel zeigte »eine großartige Leistung«, strahlte Wilhelm. Im Viertel- und Halbfinale schaltete er jeweils einen weißrussischen Lokalmatador aus. Beide Kämpfe entschied der Traunreuter einstimmig nach Punkten für sich. Dabei präsentierte er eine ausgefeilte saubere Technik und dominierte seine Kontrahenten klar. »Außerdem hat er gezeigt, welch harter Knochen er ist. Schon im ersten Kampf hat er einen Nasenbeinbruch erlitten, trotzdem hat er am nächsten Tag weitergemacht«, erklärte Wilhelm. Im Halbfinale erlitt Fedor Michel dann einen Daumen-Kapselriss und brachte das Duell trotzdem kontrolliert zu Ende. Lediglich am Finaltag musste er aussetzen – jetzt ging verletzungsbedingt gar nichts mehr. Und so gewann er am Ende »nur« Silber, »wobei durchaus mehr drin gewesen wäre«.

Andreas Rasumny verließ das Turnier im Halbfinale. Der Traunreuter, der im Vergleich zu seinem erfahrenen und starken Gegner aus Russland (über 80 Kämpfe) mit einer Mini-Bilanz ins Turnier gestartet war, steht noch am Anfang seiner Karriere, trotzdem begegnete er seinem Widersacher auf Augenhöhe und konnte sogar die dritte und letzte Runde für sich entscheiden. Dabei setzte er alles auf eine Karte und ließ die Fäuste so richtig fliegen. »Äußerst respektabel«, freute sich Wilhelm über die Leistung seines Schützlings, die mit dem dritten Platz belohnt wurde.

»Bruck«-Gastkämpfer Dedic versetzte die Zuschauer ebenfalls ins Staunen mit seinem »brutal guten Auftritt«, so der Traunreuter Spartenchef. Seine Gegner im Viertel- und Halbfinale besiegte er vorzeitig in der ersten Runde – mit wuchtigen und präzisen Treffern machte er dabei stets kurzen Prozess. Das Finale gewann er dann ohne in den Ring steigen zu müssen, da sein Gegner am frühen Morgen nicht zum Wiegen erschien und somit disqualifiziert wurde. »Ob sein Gegner verletzt war oder einfach nichts riskieren wollte, ebenfalls vorzeitig zu verlieren, wissen wir nicht«, sagte Wilhelm, »das ist aber auch nicht wichtig, was zählt ist die Goldmedaille für Gianni.«

Sehr zufrieden mit diesen hochkarätigen Vorstellungen, flog die kleine TuS-Abordnung von Eduard Michel in die Heimat zurück. Und auch der Coach selbst konnte glücklich sein, hatte er doch die Auszeichnung für den besten Trainer des Turniers im Koffer dabei: übrigens keine Medaille, sondern einen edlen Boxhandschuh aus Kristallglas. cs