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Markus Reiterberger wagt den nächsten Schritt

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Willkommene Abwechslung zum Training auf der Rennstrecke: Markus Reiterberger in Spanien auf seinem Enduro-Motorrad.

Markus Reiterberger geht den nächsten Schritt in seiner Motorsportkarriere. Und der ist ein gewaltiger für den Motorradrennfahrer aus Obing: Er tritt heuer erstmals gleich in drei hochwertigen Rennserien an. Um dies tun zu können, »bin ich ab 1. April selbstständig«, so der 21-Jährige – das heißt: Profi.


Der gelernte Zweiradmechaniker beendet seine berufliche Tätigkeit bei seinem Förderer Sepp Hofmann (Stephanskirchen). »Ich habe zwar immer frei bekommen und bin super unterstützt worden, aber heuer bin ich fast jedes Wochenende für den Motorsport unterwegs – das geht zeitlich einfach nicht mehr«, so Reiterberger.

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»Reiti« fährt neben seiner »Stammserie« – der Internationalen Deutschen Meisterschaft in der »Königsklasse« Superbike – heuer auch die komplette Langstrecken-WM dieser Klasse und bestreitet zudem mindestens drei Wildcard-Einsätze in der Superbike-WM. Eventuell kommt sogar noch ein vierter Wildcard-Einsatz hinzu.

Um für diese Herausforderungen gerüstet zu sein, war er zuletzt zu Tests in Spanien. Zunächst mit dem Team für die Langstrecken-WM (BMW Motorrad France Penz13.com), dann mit seinem IDM-Team Van Zon-Remeha-BMW. Und »die brandneue BMW S 1000 RR 2015 hat sogar eine noch bessere Basis als das Motorrad des Vorjahres«, freut sich der Obinger. 2014 war er – trotz der Konkurrenz durch das überlegene werksunterstützte Ducati-Team – IDM-Dritter geworden und hatte dabei drei IDM-Läufe gewonnen.

In den Tagen zwischen den Langstrecken- und den IDM- und Pirelli-Reifentests standen für Reiterberger und seinen Teamkollegen Bastien Mackels vor allem Endurofahren, Tennisspielen, Lauftraining und Übungen im Fitnessraum des Hotels auf dem Programm.

Als es wieder auf die Strecke ging, fand das Team schnell eine gute Basisabstimmung, anschließend wurden vor allem an Fahrwerk und Elektronik gearbeitet. »Die Elektronik hat eine gute Basis, aber da gibt es noch am meisten zu tun. Deshalb haben wir da am meisten probiert.«

Tags darauf begannen auch schon die ersten Reifentests. Reiterberger konnte seine Bestzeit von 2014 (1:35,5 Minuten) schon nach zwei Tagen mit der neuen Maschine einstellen. An den folgenden Tagen aber regnete es, und so blieben weitere Fahrten aus.

Doch für die IDM steht in Zolder (Belgien) am 9. April ein weiterer Übungstag an, zudem werden in der Woche vor dem Saisonauftakt am Lausitzring (3. bis 5. Mai) weitere offizielle IDM-Probefahrten absolviert.

Reiterberger selbst ist jedoch schon am kommenden Dienstag wieder im Einsatz: Da ist er zur Vorbereitung auf die Langstrecken-WM in Le Mans (Frankreich).

Dort findet Mitte April dann das 24-Stunden-Rennen statt. Dabei teilen sich drei Fahrer eine Maschine. Jeder fährt gut eine Stunde, dann erfolgt der Fahrerwechsel mit Nachtanken (24 Liter) und dank einer Räder-Schnellwechselanlage auch der Reifenwechsel. »Das geht alles innerhalb von 40 bis 50 Sekunden«, weiß Reiterberger.

Im Vorjahr hatte er mit dem Team Penz13.com beim Gaststart in der Superstock-Langstrecken-WM gleich einen Sieg in Oschersleben (Acht-Stunden-Rennen) geholt. Heuer geht das Team des ehemaligen Rennfahrers Rico Penzkofer für die ganze Saison in der Superbike-Klasse an den Start. Penzkofer arbeitet mit Werner Daemen zusammen, der ja Reiterbergers IDM-Team führt und auch »Reitis« Manager ist.

Die Langstrecken-WM »wird schon etwas Neues für mich. Denn nachts bin ich so noch nie gefahren, und in Le Mans kann es im April da auch eisig kalt sein«, weiß der 21-Jährige.

Vor allem aber die Länge der Distanz biete neue Herausforderungen für ihn. Um dafür auch konditionell gut gerüstet zu sein, »habe ich von einem Sportarzt einen Trainingsplan bekommen«, so Reiterberger. »Vollzeit arbeiten heißt weniger Zeit für den Sport zu haben«, weiß er. Daher hat er sich entschlossen, sich künftig ganz auf den Rennsport zu konzentrieren – jetzt arbeitet er eben »Vollzeit« im Rennsport. who