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»Man muss jeden Punkt hart erkämpfen«

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Er überzeugte in Inzell: Daniil Iwanow. (Foto: Weitz)

Er war der überragende Fahrer beim Eisspeedway-Grand-Prix in Inzell: Daniil Iwanow. Er holte sich im Grand Prix VII sogar die Maximalpunktzahl von 21 Zählern, weil er zunächst alle Vorläufe (15 Punkte), dann sein Halbfinale (3) und den Endlauf (3) gewann. Tags darauf holte er immerhin 19 Zähler, weil er nach 14 Punkten aus den Vorläufen und Rang 2 im Halbfinale den Endlauf gewann.


Damit hat er seinen Vorsprung in der WM-Gesamtwertung auf Dimitri Koltakow auf 12 Punkte ausgebaut.

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Vor den Rennen in der Max-Aicher-Arena hatte sich der 26-Jährige aus Kamensk-Uralsky noch vorsichtig gezeigt: »Man kann nicht sagen, wie es läuft. Man muss jeden Punkt hart erkämpfen.«

Und er behielt recht: Schon am ersten Tag musste er um einige seiner Siege hart fighten, am zweiten Tag hätte es sogar ganz schnell einen Rückschlag im WM-Kampf geben können. Bei seinem ersten Auftritt lag Iwanow hinter Franz Zorn und attackierte in der Fahrerlagerkurve. Der Saalfeldener drängte seinen Kontrahenten nach außen, dieser stürzte. Da der Schiedsrichter entschied, dass Zorn den Unfall verursacht habe, wurde der Österreicher disqualifiziert, Iwanow durfte zum Wiederholungslauf antreten.

Selbst wenn er nur diesen einen Lauf wegen Verletzung oder Problemen mit der Maschine nicht bestreiten hätte können, hätten ihm schon drei Zähler für den Titelkampf entgehen können. So erging es seinem Hauptkonkurrenten Koltakow tags zuvor, als dieser in seinem zweiten Lauf das Startband berührte und disqualifiziert wurde. So etwas tut weh im spannenden Titelkampf.

Angetan zeigte sich Iwanow von der Max-Aicher-Arena, in der er bereits 2011 gefahren war. »Das Stadion ist sehr gut«, lobte er. Das Eis sei weich und gut, aber »letztlich muss man auf jedem Eis gut fahren, wenn man etwas erreichen will.«

Doch obwohl Eisspeedway in Russland ein populärer Sport ist und es dort viele starke Fahrer gibt, sind selbst die besten Piloten zwar bei den Eisspeedway-Fans, aber ansonsten kaum im Land bekannt. »Wir fahren in zwei Ligen mit insgesamt 14 Teams«, so der 26-Jährige über die Sportszene in seiner Heimat. »Aber mit den Zuschauerzahlen ist es sehr unterschiedlich: Oft sind es wenige, weil es einfach zu kalt ist.« Bei Temperaturen von oft unter minus 15 oder 20 Grad bleiben die Menschen eben doch oft lieber zu Hause, »und im Fernsehen wird leider nichts übertragen«, bedauert er.

Immerhin: In Inzell drehte ein Team von FIM-TV – dem Sender des Weltverbandes FIM – etwas vom Grand Prix, »und so können die Fans bei uns dann doch mal etwas sehen«, freute sich Iwanow.

Seinen ersten Wettkampf hatte Iwanow im Jahre 2004 bestritten. Dann ging es schnell aufwärts. 2009, 2010 und 2012 wurde er jeweils hinter Nikolaj Krasnikow WM-Vize. Nun muss er gegen Krasnikow-Schützling Koltakow um den WM-Titel kämpfen.

Mit 12 Punkten Vorsprung fährt Daniil Iwanow zum WM-Finale am kommenden Wochenende in Uppsala. Da Koltakow aber im Idealfall noch 42 Zähler holen könnte, ist dies noch keine Garantie für den Titelgewinn. Und so gilt auch in Schweden Iwanows Aussage: »Man muss jeden Punkt hart erkämpfen.« who

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