»Man muss halt das Beste daraus machen«

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Auch er will auf Gut Ising wieder ganz vorne mitmischen: Tobias Bachl. (Foto: Weitz)

Auch wenn der Rahmen etwas kleiner ausfällt als in den vergangenen Jahren: Das Chiemsee-Pferdefestival auf Gut Ising kann auch in diesem Jahr wieder stattfinden. Es bietet trotz der Corona-Pandemie hochkarätigen Pferdesport.


Während in der ersten Turnierwoche (27. bis 30. August) ausschließlich Wettbewerbe für die Springreiter auf dem Programm stehen, geht es in der zweiten Woche (3. bis 6. September) wieder mit der bewährten Mischung aus Springen und Dressurreiten weiter. Allerdings: Es findet nicht wie üblich auf dem Sandplatz ein Wechsel zwischen den beiden Disziplinen statt, sondern die Dressur-Wettkämpfe werden zeitgleich zu den Springen (dies finden auf dem Sandplatz statt) in der großen Halle ausgetragen.

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Das sei einfacher zu organisieren, weiß Turnierleiter Sepp Beilmaier, der sich beim Dressurturnier unter anderem über die Zusage der sechsmaligen Olympiasiegerin Isabell Werth freuen darf. Insgesamt sind für die zweite Turnierwoche rund 100 Pferde für die Dressur- und rund 300 für die Spring-Wettkämpfe gemeldet, in der ersten Woche sind es gut 450 Pferde.

Auch in den Wettbewerben der Springreiter sind hochkarätige Sportler dabei. Zum Abschluss beider Turnierwochen gibt es sogar jeweils einen Großen Preis als Springen der Klasse S*** mit Stechen. Diese Großen Preise »sind mit jeweils 10 000 Euro auch wirklich hoch dotiert«, betont der Turnierleiter. Und Siegesanwärter gibt es genug. So sind etwa Tobias Bachl, Marjolaine Marraud des Grottes (beide RFV Pfarrkirchen), Basile Bettendorf (PSV St. G. Ingolstadt-Hagau), Tina Deuerer (RV Eppelheim), Sven Fehnl (RFV Hahnbach), Elisabeth Meyer (Ising/RA SV Leingarten) und Wolfgang Puschak (RV Augsburg-West) gemeldet, die in diesem Jahr oder im Vorjahr auf Gut Ising schon mit Spitzenplatzierungen geglänzt hatten.

Zudem stehen in beiden Wochen auf weitere Springen der Klasse S** oder S* auf dem Programm – darunter an diesem Samstag zwei S**-Prüfungen. Eine davon bildet die – ebenfalls hoch dotierte – Qualifikation zum Bayernchampionat. In dieser Wettkampfserie geht es auch darum, dass sich der Punktbeste der jeweiligen Tour die Starterlaubnis für die Munich Indoors im Rahmen der Amateur-Tour erkämpft. Die Amateure können nach den Springen auf Gut Ising noch in Frankenhof Sonnefeld (2. bis 4. Oktober) punkten.

Wie die »Großen« des Bayernchampionats können auch die »Kleinen« auf Gut Ising punkten. An diesem Freitag findet sowohl ein E- als auch ein A-Springen statt. Am Sonntag haben die Reiter des Kids-Cups einen weiteren Wettbewerb. Im Anschluss werden die drei Punktbesten geehrt und die Serie findet ihren Abschluss für das Jahr 2020. Bei der Kids-Cup-E-Tour liegen Carla Bachl und Lina Rankl punktgleich vor Jennifer Klinger in Führung. Bei der Kids-Cup-A-Tour befinden sich Paul Andrusch und Emma Bachl derzeit auf Rang 1, gefolgt von Mya Keller.

Auch sonst ist das Pferdefestival auf Gut Ising bereits in seiner ersten Woche ein hochkarätiger Wettbewerb mit vielen spannenden Prüfungen. Während es am morgigen Donnerstag ab 8.30 Uhr noch um Springen der Klassen M*, M** und L geht, ist bereits am Freitag (Auftakt um 9 Uhr) zum Abschluss ab 16.30 Uhr eine Springprüfung der Klasse S* mit im Programm. Am Samstag (ab 8.15 Uhr) ragen zwei Springprüfungen der Klasse S** (14.45 Uhr und 16.30 Uhr) heraus. Am Sonntag (ab 8.30 Uhr) geht es ab 14 Uhr zum Abschluss um den Großen Preis der Bethmann-Bank.

Während sportlich also das Angebot gegenüber den früheren Chiemsee-Pferdefestivals gleich hoch geblieben ist, gibt es ansonsten wegen der Corona-Pandemie weiterhin weitreichende Einschränkungen. Es gibt kein Rahmenprogramm wie in den vergangenen Jahren, bei denen Bands wie »14 Hoibe« das Festzelt komplett gefüllt hatten. Stattdessen können Gäste zwar den Gastronomiebereich nutzen, sie müssen sich aber anmelden und die Abstands- und Hygieneregeln einhalten.

In der zweiten Wettkampfwoche sind Dressur- und Springreiter schon bei der Unterbringung räumlich getrennt, um auch hier das Infektionsrisiko zu verringern. »Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir hier genügend Flächen haben«, freut sich Beilmaier.

Auch gibt es – wie schon bei den ersten Turnieren des Jahres, die die Isinger veranstaltet hatten – keine Siegerehrungen. »Die Leute wissen aber ja dank der Anzeigetafel und der Durchsagen ohnehin über die Ergebnisse Bescheid«, erläutert der Chieminger.

Insgesamt zeigt er sich froh darüber, dass die vorherigen Veranstaltungen gut verliefen und den Reitern eine Gelegenheit gegeben werden konnte, ihren Sport auszuüben. Nun hofft man in Ising, dass auch das Pferdefestival gut über die Bühne geht. Beilmaier will sich auch gar nicht beklagen: »Man muss sich halt auf die Gegebenheiten einstellen und das Beste daraus machen.« who

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