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»Man kann jetzt viele Sachen intensiv ausprobieren«

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Auch die Triathleten des TSV Chieming müssen aktuell aufgrund der Ausgangsbeschränkungen draußen allein trainieren. Abteilungsleiter Florian Fritzenwenger rechnet damit, dass seine Athleten in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie keine Wettkämpfe in der Liga bestreiten werden. (Fotos: Frey/Fritzenwenger)
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Auch der Chieminger Triathlet Max Frey genießt derzeit das schöne Wetter und dreht draußen seine Laufrunden.

Die Vorfreude auf die neue Saison war auch bei den Triathleten des TSV Chieming riesig. Doch die Coronavirus-Pandemie hat auch den TSV-Aktiven jäh einen Strich durch die Rechnung gemacht. Viele Rennen in der ersten Jahreshälfte sind bereits abgesagt, auch der Liga-Betrieb wird verspätet oder im schlimmsten Fall gar nicht starten.


»Die Wettkampf-Saison ist in diesem Jahr mehr als ungewiss«, sagt TSV-Abteilungsleiter Florian Fritzenwenger im Gespräch mit unserer Sportredaktion. Er ergänzt: »Ich sehe dafür eher schwarz. Im Herbst könnten vielleicht noch ein paar kleine Wettkämpfe sein. Mal schauen, inwieweit man da dann auch wieder reisen darf.«

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Die Chieminger wollten in dieser Saison mit ihrer Mannschaft unter anderem wieder in der Bayernliga angreifen. Ob es dazu kommen wird, ist noch fraglich. Der erste Liga-Wettkampf in Weiden hätte am 16. Mai sein sollen, das Rennen wurde jetzt immerhin nicht gleich ganz abgesagt, sondern auf den 29. August verschoben, Fritzenwenger rechnet damit, dass der Verband in den nächsten Tagen eine Entscheidung in Sachen Liga-Einsätze bekannt geben wird.

Das zehnköpfige Bayernliga-Team des TSV hatte laut Fritzenwenger das Ziel im Kopf gehabt, »vorne mitzumischen«. Sprich: »Ein paar Podestplätze hätten wir in diesem Jahr schon machen wollen.« Vom Aufstieg wollte er aber nicht reden. »Das wäre wohl nur mit viel Glück möglich gewesen.«

Schon im vergangenen Jahr sorgte der TSV um Mannschaftsführer Simon Manteufel in seiner Premieren-Saison in der Bayernliga für gute Ergebnisse, holte am Ende einen starken 7. Gesamtplatz – und das, obwohl den Chiemingern das Verletzungspech während der Saison treu gewesen ist.

TSV hat erstmals ein Damen-Team gemeldet

Der TSV hätte in diesem Jahr übrigens auch erstmals eine Triathlon-Damenmannschaft ins Rennen schicken wollen – und zwar ebenfalls in der Bayernliga. Zehn Frauen umfasst die neu zusammengestellte Mannschaft aktuell. »Das wäre jetzt natürlich sehr schade, wenn unsere Damen in diesem Jahr nicht in der Liga starten könnten«, sagt Florian Fritzenwenger. »Sie sind alle extrem ehrgeizig.« Doch spätestens 2021 soll es dann mit dem Liga-Alltag auch für die TSV-Damen klappen. »Sie bleiben definitiv bei uns«, freut sich der Chieminger Abteilungsleiter.

Für Florian Fritzenwenger und sein Team geht's Ende April jetzt auch nicht ins Trainingslager nach Südtirol. »Wir machen jetzt einfach ein Trainingslager daheim, bei uns ist es ja genauso schön«, betont er und ergänzt: »Wir müssen jetzt halt mal schauen, was bis dahin alles erlaubt ist.«

Aktuell trainieren die Chieminger Triathleten jedenfalls weiter – die meisten auch mit dem gleichen Ehrgeiz wie immer. »Für manche sind die ganz großen Ziele in diesem Jahr aber schon weggebrochen, das ist jetzt für einige nicht ganz so leicht.«

Trainiert wird aktuell gemäß den Vorschriften. »Also jeder für sich allein«, sagt Florian Fritzenwenger. Zumindest dann, wenn das Training draußen im Freien stattfindet. »Wir treffen uns aber auch virtuell«, erzählt er. Zum einen verabreden sich die Sportler auf einer Rad-Plattform im Internet zum Training, zum anderen gibt es ein Video-Training im Kraft- und Ausdauerbereich.

Gut sei auch, so der Abteilungsleiter weiter, dass Laufen und Radfahren bei uns möglich sei. »Nur das Schwimmen geht momentan halt nicht, aber da geht es ja allen gleich«, sagt er. »Darum ist das dann auch wieder fair.«

Er sieht das Jahr jetzt auch nicht komplett als verloren an. »Man muss es eben als Trainingsjahr sehen. Das Gute dabei ist: Man kann jetzt viele Sachen intensiv ausprobieren.« Natürlich fehle der sportliche Anreiz durch die Wettkämpfe und eben das gegenseitige Messen mit den anderen Triathleten, ergänzt Florian Fritzenwenger: »Aber man muss das Ganze auch mal entspannt sehen: Es ist immer noch unser Hobby.« SB

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