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Mammutprogramm für Hirschbichler geht ungebremst weiter

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Die Inzeller Eisschnellläuferin Gabi Hirschbichler ist derzeit im Dauereinsatz.

Nur kurze Ruhepausen gibt es für die Inzeller Eisschnellläufer nach den Olympischen Winterspielen in Südkorea. Vor allem Gabi Hirschbichler muss derzeit ein Mammutprogramm bewältigen. Die 34-Jährige ist gleich nach den Spielen mit Joel Dufter zur Sprint-WM nach China gereist. Am Montag sind die beiden nach knapp sechs Wochen wieder in Inzell eingetroffen.


Für Hirschbichler gibt es allerdings kaum Zeit zum Ausspannen. Bereits am heutigen Mittwoch ist sie zusammen mit Moritz Geisreiter zur Mehrkampf-WM nach Amsterdam gefahren. »Zwei Tage im eigenen Bett, konnte ich zumindest genießen«, meint sie lachend.

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»Es war trotzdem ein cooles Erlebnis«

Für Joel Dufter ist die Saison hingegen beendet. Der bald 23-Jährige hat ja seine ersten Olympischen Spiele bestritten – sein Fazit:. »Leider war bei mir nicht mehr allzu viel im Tank gewesen. Ich bin zwar technisch stabil gelaufen, hatte aber hinten raus so meine Probleme. Mit Platz 14 über 1000 Meter bin ich nicht ganz unzufrieden, obwohl ich mir gerne ein Top-10-Ergebnis gewünscht hätte«, sagt er. »Es war trotzdem ein cooles Erlebnis und in vier Jahren will ich wieder dabei sein.«

Viel erhofft hat er sich bei der anschließenden Sprint-WM. Im ersten Rennen über 500 Meter hatte er in 35,6 Sekunden eine gute Zeit für sich abgeliefert. Danach lief über 1000 Meter einiges schief. »Ich habe den Start komplett versemmelt und dann hat der Schiedsrichter auch noch einen Wechselfehler angezeigt. Ich selber habe nichts bemerkt und auch mein Gegner hat gemeint, dass ich ihn nicht behindert habe.« Trotzdem wurde Dufter disqualifiziert.

»Mit der Saison bin ich jetzt durch, es langt einfach. Die Saison war sehr intensiv und trotzdem auch schön. Leider ist nach dem Weltcup im Dezember in Calgary die Luft sehr dünn geworden«, betont der Youngster, der damit auf einen grippalen Infekt anspielt.

»Ich habe danach meine Form nicht mehr gefunden. Ich muss das alles jetzt einmal verkraften, abschalten und was anderes als Eisschnelllaufen machen.« Sein Trainer Danny Leger sieht seine Entwicklung positiv. »Ich sehe keinen Rückschritt bei ihm, nur der große Knall ist ausgeblieben.«

Die Weltmeisterschaft absagen musste auch seine Schwester Roxanne Dufter aus gesundheitlichen Gründen. »Es passt einfach körperlich nicht«, sagt Dufter, die bereits vor Olympia und während der Spiele gesundheitlich angeschlagen war. Leger hofft, dass die 26-Jährige noch das Weltcup-Finale in Minsk bestreiten kann.

Olympia hat Dufter abgehakt. »Die Einzelrennen haben überhaupt nicht funktioniert«, sagt sie. Nach der Einnahme von Antibiotika ist es ihr nur langsam wieder besser gegangen. »Im Teamlauf ist es mir fünf Runden lang gelungen, eine gute Leistung abzurufen. Hinten raus kamen die Probleme, leider war das kein Wunderlauf.«

Eine gute Figur hat Gabi Hirschbichler sowohl bei Olympia als auch bei der Sprint-WM abgegeben. Mit dem zehnten Platz in China ist sie sehr zufrieden gewesen. »Das hat mir Spaß gemacht«, hebt die 34-Jährige hervor. Auch bei Olympia hat sie sich gut präsentiert. Zu Buche steht ein 12. Platz über 1500 und ein 15. Rang über 1000 Meter. »Die 1500 haben mich etwas geärgert, da war mehr möglich. Die 1000 sind in Ordnung gewesen.« Als enttäuschend bezeichnet sie den sechsten Platz im Team. »Wir haben aber unser Bestes gegeben.«

Nun freut sie sich auf die beiden Wettkämpfe zum Saisonabschluss. »Mal schauen, ob die Körner noch reichen«, betont sie. Auch Danny Leger lobt die 34-Jährige. »Sie hat die schwierige Situation im Team angenommen. Mit dem zehnten Platz bei der Sprint-WM sind wir nicht unzufrieden.«

Mehr erhofft hat sich Leger von Moritz Geisreiter bei Olympia. »Nach seinen Vorleistungen in der Saison hatten wir schon eine gewisse Hoffnung, dass er die Top 6 erreicht. Seine zwei Läufe über 5000 Meter (12.) und 10 000 Meter (9.) waren gut bis sehr gut«, sagt Leger und fügt hinzu: »Der Superlauf hat halt gefehlt.«

Geisreiter sucht keine Ausreden

Auch zwei Wochen nach den Spielen kreisen bei Geisreiter die Gedanken immer noch um die beiden Rennen. »Mit den Ergebnissen bin ich nicht zufrieden. Ich wollte das Rennen meines Lebens über die zehn Kilometer zeigen. Die Begründung warum es nicht geklappt hat, fällt mir noch schwer«, sagt der 30-Jährige nach seinen letzten Olympischen Winterspielen.

Ausreden sucht der Langstreckenspezialist nicht. »Es hätte funktionieren können. Trotzdem denke ich positiv. Schließlich war das die beste Saison meiner Karriere, ich habe konstant hohe Leistungen auf den langen Strecken abgeliefert.« In den beiden restlichen Wettkämpfen will er noch mal richtig anpacken. Bei der Mehrkampf-WM in Amsterdam will er über gute fünf Kilometer das Finale über 10 000 Meter erreichen. »Es kommt auf die 500 Meter an«, so sein Trainer. »Die Sprintstrecke ist nicht so sein Ding«, verrät Leger. SHu