Lockdown-Joker bei den Basketballerinnen

Bildtext einblenden
Die persönlichen Vorstellungsrunden bilden das Highlight bei den virtuellen Teammeetings der MSG-Basketballerinnen. (Foto: Chiemgau Baskets – Screenshots Zoom)

Auch die heimischen Korbjägerinnen waren Ende Oktober zum Umdenken gezwungen. Der neuerliche Lockdown riss die Mannschaftsspielgemeinschaft der Chiemgau Baskets mit dem SV Saaldorf mitten aus der heißen Phase der Saisonvorbereitung.

Anzeige

Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, die zu diesem Zeitpunkt längst die erste Bayernliga-Partie absolviert hatten, war der Beginn der neuen Spielzeit in der Damen-Bezirksliga für Mitte November vorgesehen. Doch bekannterweise wurde daraus nichts.

Schwere Zeit»hat Spuren hinterlassen«

»Auch wenn der Glaube an einen regulären Start damals schon nicht mehr wirklich existiert hatte, war die Situation nicht einfach«, so Sebastian Kösterke. So war es schon vor der Verkündung des Lockdowns dem Saaldorfer Teil des Teams nicht mehr möglich, ein Hallentraining zu absolvieren. Bereits zehn Tage zuvor hatte der Freistaat Bayern Ausgangssperren für das Berchtesgadener Land verhängt. Auch wenn der Trainer die Maßnahmen nicht kritisieren möchte, habe diese Zeit »definitiv Spuren hinterlassen«.

Gerade nach der noch längeren Sommerpause war die Vorfreude bei allen riesig. »Man plant Trainingslager und Testspiele – und plötzlich stehst du nur noch mit der halben Truppe in der Halle und ahnst, dass bald wieder ein Lockdown kommen wird«, blickt Kösterke zurück. »Die Motivation meiner Spielerinnen hat darunter – nachvollziehbarerweise – deutlich gelitten.« Doch statt am Tiefpunkt zu verharren, nutzte auch die MSG die Chance, negative in positive Energie umzuwandeln. »In der gesamten Abteilung der Chiemgau Baskets wurden ja gleich zu Beginn sinnvolle Maßnahmen ausgearbeitet, um der Inaktivität vorzubeugen«, so der Damentrainer, »da bildeten natürlich auch wir keine Ausnahme.«

Jeden Dienstagabend trifft sich die MSG nun in Form eines virtuellen Teammeetings. Nach einer anfänglichen Updaterunde, in der jede Spielerin von ihrem privaten Alltag sowie der allgemeinen Befindlichkeit in der Ausnahmesituation berichten durfte, stehen nun Einzelvorstellungen auf dem Programm.

Zu einem echten Höhepunkt hat sich dabei das persönliche Benutzerhandbuch entwickelt. Darin schildert die Vortragende auf humorvolle Art und Weise ihre individuellen Grundprinzipien sowie Ticks und deren empfohlene Umgangsweise.

Um auch in sportlicher Hinsicht einen Anreiz zu schaffen, rief der Trainer eine 100-Prozent-Challenge aus. Wenn alle Spielerinnen die wöchentlichen Fitness- oder Athletik-Workouts bis zum Ende durchziehen, verdient sich das Damenteam einen Joker. Dieser kann dann nach der Rückkehr in den Hallenbetrieb eingelöst werden, um sich beispielsweise eine Runde der im Basketball obligatorischen Straf-Liniensprints zu ersparen.

»Lernt Teamkolleginnenbesser kennen«

»Ich bin echt begeistert«, gibt Ilona Höglauer zu Protokoll, »die Teammeetings und Challenges stärken den Teamspirit und alle sind sehr bemüht, damit wir jede Woche einen Joker bekommen.« Und auch die Vorstellungsrunden kommen gut bei der Co-Kapitänin an: »Unabhängig davon, dass wir alle dabei richtig viel Spaß haben, lernt man seine Teamkolleginnen besser kennen. So halten wir Kontakt und geraten nicht in Gefahr, uns in dieser Zeit zu verlieren.«

Sebastian Kösterke freut sich, dass seine Impulse so gut aufgenommen wurden: »Es ist schön zu beobachten, wie sich alle auf die Challenges einlassen und gegenseitig motivieren. Durch die persönlichen Vorstellungen schaffen wir es, dass vor allem die Rookies im Team noch besser ins Team integriert werden.« Nach den guten Erfahrungen der letzten Wochen intensiviert die MSG nun schon die Bemühungen, auch eine Weihnachtsfeier in virtueller Form abzuhalten. SK

Mehr aus Traunstein
Mehr aus Traunstein
Einstellungen