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Ligapokal mit zusätzlicher Aufstiegsoption

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SBC-Kapitän Patrick Schön (links, hier gegen den Teisendorfer Sebastian Pöllner) hat mit seiner Mannschaft ab Herbst in einem Ligapokal-Wettbewerb eine zusätzliche Aufstiegsmöglichkeit. (Foto: Weitz)

Schritt für Schritt: Verbands-Spielleiter Josef Janker und der im Vorstand für den Spielbetrieb zuständige BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher haben am Donnerstag eine Online-Tagung mit den Vertretern der Landesliga-Vereine abgehalten. Wichtigster Punkt auf der Tagesordnung war dabei die weitere Gestaltung der aktuell aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochenen Spielzeit, die – sofern durch staatliche Vorgaben erlaubt – ab dem 1. September fortgesetzt werden soll.


Präsentiert wurde der in den vergangenen Wochen in der Lösungs-Arbeitsgruppe (LAG) »Spielbetrieb Liga und Pokal Verbandsebene« erarbeitete Vorschlag. In diesem Gremium war auch Peter Mallmann vom SB Chiemgau Traunstein vertreten. Er lobte ausdrücklich die Arbeit in der LAG. »Wir waren uns sehr schnell einig, was wir wollen. Wir haben nur zwei Sitzungen gebraucht«, betonte er. »Der Verband ist unseren Wünschen dann auch nachgekommen«, freute er sich.

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Der Vorschlag der Gruppe beinhaltet vier Wettbewerbsbausteine. Dieser sieht – ähnlich wie auch in der Regionalliga Bayern und den Bayernligen – neben der Fortsetzung des regulären Spielbetriebs in zwei Blöcken (September/Oktober 2020 und April/Mai 2021) und der Qualifikation sowie Durchführung des Toto-Pokal-Wettbewerbs 2020/21 pro Landesliga einen attraktiven Zusatzwettbewerb mit sportlichem Anreiz vor.

»Das Positive ist, dass jetzt jeder weiß, wie er dran ist«, sagte der Abteilungsleiter der SB Chiemgau Traunstein, Uli Habl, im Gespräch mit unserer Sportredaktion. »Wir haben jetzt endlich einen Rahmen und jeder weiß, was er zu tun hat.«

Die LAG empfiehlt für jede der fünf Landesliga-Staffeln einen Ligapokal-Wettbewerb mit Vor-, Zwischen- und Finalrunde (eine flexible Gestaltung ist je nach Pandemie-Verlauf möglich), die während der spielfreien Zeiten des Ligaspielbetriebs ausgetragen werden und an deren Ende die jeweiligen Sieger in einer Relegationsrunde insgesamt drei direkte Aufstiegsplätze zur Bayernliga ausspielen. Außerdem ist eine Verzahnung mit der Spielzeit 2021/22 im Toto-Pokal-Wettbewerb auf Verbandsebene angedacht.

Keinen Einfluss auf die Liga

Auf die Ergebnisse der regulären Saison hat der Zusatzwettbewerb keinen Einfluss. Sollte eine Mannschaft den Ligapokal gewinnen, die sich bereits über die Liga den Aufstieg in die Bayernliga erkämpft hat, greift ein Nachrücker-Prinzip. Geht eine Mannschaft, die über die Liga absteigen würde, als Sieger aus dem Ligapokal-Wettbewerb hervor, steigt diese nicht in die Bayernliga auf, sondern hält als Belohnung die Klasse.

»Meiner Meinung nach ist das eine sehr gute Idee. Mit diesem Zusatz-Wettbewerb wird ein neuer Anreiz gesetzt«, betonte Habl. Auch Peter Mallmann zeigte sich überzeugt davon, dass man dank des Ligapokals interessant bleibe. »Mit dieser Lösung können wir hoch zufrieden sein. Jetzt müssen in den nächsten Wochen nur noch ein paar Feinheiten erarbeitet werden.«

Auch Verbands-Spielleiter Josef Janker zeigte sich überzeugt von der Lösung: »Ich bin der Meinung, dass das vorgestellte Modell für alle Vereine sehr reizvoll ist – gerade der Ligapokal als Zusatzwettbewerb. Bereits in der Vorrunde sind durch regionale Gruppen viele Spiele mit Derbycharakter garantiert, die drei direkten Aufstiegsplätze bieten zudem einen hohen sportlichen Anreiz.«

Janker ergänzt: »Das Feedback in der Online-Tagung war durchweg positiv. Es freut mich sehr, dass es uns nun nach der Regional- und Bayernliga auch in der Landesliga gelungen ist, einen breiten Konsens herzustellen.« In einem im Rahmen der Online-Tagung abgefragten Meinungsbild meldete sich kein einziger Vereinsvertreter zu Wort, der das vorgestellte Modell nicht mittragen würde.

»Für alle Mannschaften die beste Lösung«

»Die Diskussionen, die wir in unserer Arbeitsgruppe geführt haben, waren kontrovers. In einem Punkt waren wir uns jedoch von Beginn an einig: Dass es aufgrund fehlender Spieltermine nicht möglich ist, eine reguläre Saison 2020/21 zu spielen, es deshalb neben den noch ausstehenden Partien der Spielzeit 2019/20 einen Zusatzwettbewerb braucht und dieser möglichst attraktiv gestaltet werden muss. Das ist uns aus meiner Sicht hervorragend gelungen«, sagte Patrick Garbe, der als Mitglied im Verbands-Spielausschuss die LAG geleitet hatte.

Direkt mitgearbeitet am präsentierten Vorschlag haben außerdem fünf Vertreter von Landesliga-Vereinen, die bei der Tagung über ihre Erfahrungen in der LAG berichteten. »Ich finde die Lösung wirklich top. Gerade aus dem Grund, dass den Vereinen nun die Möglichkeit geboten wird, einen Wettbewerb zu spielen, der bei null startet und an dessen Ende sogar der Aufstieg in die Bayernliga stehen kann. Das ist ein riesiger sportlicher Wert«, sagte Thorsten Schirmer vom TSV Neudrossenfeld, der in der Landesliga Nordost antritt. Und Anton Brunnbauer vom TSV Kareth-Lappersdorf (Landesliga Mitte) ergänzte: »Wir haben in der LAG auch andere Varianten diskutiert, zum Beispiel eine Play-off- und Play-down-Runde. Das würde den Mannschaften in der Landesliga aber nicht gerecht werden. Gerade Mannschaften, die sich sportlich gerettet hätten, müssten am Ende eventuell doch noch in die Relegation. Das wäre auf keine große Zustimmung gestoßen. Daher ist der Ligapokal für alle Mannschaften die beste Lösung.« Die weiteren LAG-Vertreter der Landesliga-Vereine waren dann noch Peter Mallmann sowie Konrad Harant von der TG Höchberg (Landesliga Nordwest) und Andreas Fink vom 1. FC Sonthofen (Landesliga Südwest).

Im nächsten Schritt steht nun die weitere inhaltliche und terminliche Gestaltung des Ligapokal-Wettbewerbs an. Hierfür wird eine weitere Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, zu der alle interessierten Landesliga-Vereinsvertreter zur Mitarbeit eingeladen sind. Bleibt zu hoffen, dass die Fußball-Runde im Herbst dann auch wirklich starten kann. »Unser Wunsch ist es natürlich, dass wir dann auch mit Zuschauern spielen dürfen«, betonte Peter Mallmann. Uli Habl ergänzte noch: »Wir freuen uns wirklich sehr darauf, wenn es endlich wieder losgehen kann.« SB/fb

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