weather-image
23°

»Leider reichte es dieses Mal nur zu Bronze«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Ilse Benkert mit einer kleinen Auswahl der von ihr bereits erlangten Sportabzeichen. Die Urkunde für das jüngste und 18. hält sie in Händen. (Foto: Mix)

Bereits zum 18. Mal hat Ilse Benkert – Jahrgang 1926 – das Deutsche Sportabzeichen abgelegt. Nun erhielt sie die Urkunde, die vom Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes Dr. Thomas Bach unterschrieben ist.


Vor zwei Jahren, als sie zum 17. Mal das bayerische Sport-Leistungs-Abzeichen in Gold erreichte, war Ilse Benkert die älteste Absolventin im Landkreis Traunstein. Damals kündigte sie an, dass dies ihr letztes Abzeichen gewesen sei, weil es danach kein bayerisches mehr gab, sondern nur noch ein deutsches mit ganz anderen Anforderungen.

Anzeige

»Ich habe auch ein Jahr ausgesetzt, doch dann reizten mich die neuen Bedingungen, die der Deutsche Olympische Sportbund für bis zu 90-Jährige aufstellte, und ich hab es noch einmal probiert«, berichtet die Traunreuterin und fügt hinzu: »Leider reichte es dieses Mal nur zu Bronze.« Nur wenige Punkte fehlten ihr am Ende zu Silber. Entsprechend den geänderten Richtlinien wählte sie anstatt Laufen dieses Mal die neue Disziplin Seilspringen, schwamm einmal 200 Meter, um ihre Ausdauer zu beweisen, und einmal 25 Meter auf Zeit. Dazu kam als vierte Disziplin der Standweitsprung. Die sportbegeisterte Seniorin, die nach eigenen Angaben erst im Alter von 60 Jahren damit begann, regelmäßig Sport zu treiben, hält sich im Sommer durch viel Schwimmen fit und geht auch gerne zur Gymnastik. Das Sportabzeichen sieht sie als Test für sich selber, was sie noch kann und zu leisten im Stande ist. »Ich finde es sehr schade, dass nicht mehr Senioren das Sportabzeichen machen. Es gäbe doch viele, die noch rüstig genug dazu sind und die es sicherlich schaffen würden«, bedauert Ilse Benkert.

In Traunreut ist sie allein auf weiter Flur und einzige Dame, die sich im Seniorenalter noch der Prüfung unterzieht. Dieses Mal will sie nicht vorhersagen, ob sie noch einmal das Sportabzeichen ablegt oder nicht: »Mal schaun, wie es mir gesundheitlich weiterhin geht.« Doch bei diesem Satz blitzen ihre Augen und es ist gut vorstellbar, dass sie auch dieses Jahr wieder antritt und ihr Bestes gibt, um eine weitere Urkunde zu ihrer schon sehr umfangreichen Sammlung hinzuzufügen.

Das Deutsche Sportabzeichen gibt es seit über 100 Jahren. Die Hauptversammlung des Deutschen Reichsausschusses für Olympische Spiele beschloss 1912 die Verleihung und die Bedingungen für die Auszeichnung, die zunächst den umständlichen Namen »Auszeichnung für vielfältige Leistung auf dem Gebiet der Leibesübungen« trug. Der Begriff Sportabzeichen wurde damals noch vermieden, um die Turner mit einer gleichlautenden Ehrung nicht zu verärgern. Jährlich werden in der Bundesrepublik über eine Million Sportabzeichen abgelegt. mix

Mehr aus Traunstein
Mehr aus Traunstein