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Lehrstunde für den Lokalrivalen

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Fast wäre den Trostberg Chiefs sogar ein neues Rekord-Schützenfest gegen den Lokalrivalen gelungen: Mit 14:1 fegte die Lehmann-Truppe den DEC Inzell in der Eishockey-Landesliga vom Eis. Es fehlte nicht viel, und man hätte das denkwürdige 15:0 von vor fünf Jahren übertroffen. In der Inzeller Abstiegssaison hatte der TSV damals ebenfalls kurzen Prozess mit dem Nachbarverein gemacht. Und auch diesmal erteilten die vor Ehrgeiz und Spielfreude sprühenden Trostberger dem indisponierten Dufter-Team eine Lehrstunde.


Trostbergs Scorer vom Dienst, Martin Hagemeister, war beim 15:0 noch in Diensten des DEC Inzell gestanden. Diesmal hatte er das »richtige« Trikot an, sodass er sich ebenso am Schützenfest beteiligen durfte wie beispielsweise Thomas Scheck und Oleg Matveenko, die erst kürzlich aus Inzell zum TSV zurückgekehrt waren und im Derby nun besonders motiviert und einsatzfreudig zu Werke gingen.

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Getrübt wurde das Lokalderby nur vom Regenwetter. »Wir sind aber froh, dass bei diesem Sauwetter trotzdem so viele Leute ins Stadion gekommen sind«, sah TSV-Schatzmeister Martin Wimmer die rund 350-köpfige Zuschauerkulisse positiv. Die Mannschaften hatten mit widrigen Eisverhältnissen zu kämpfen, wobei der TSV Trostberg sein Ding aber voll durchzog. »Einfaches, geradliniges Eishockey mit hohem läuferischem Einsatz« – diese Maßgabe von Trainer Michael Lehmann setzten die Chiefs perfekt um.

So waren die Gastgeber von Beginn an in allen Belangen überlegen und spielten wie aus einem Guss. Selbst in Unterzahl – das Derby war bis auf ein paar kleine Nickligkeiten wieder sehr fair – dominierte Trostberg das Geschehen und erzielte sogar zwei »Short-Hander«. »11:1 gegen Burgau und 14:1 gegen Inzell – das macht 25:2 Tore aus zwei Heimspielen, da hat sich die Mannschaft schon ein großes Lob verdient«, freute sich Michael Lehmann. »Und wir haben jetzt sogar erstmals ein positives Torverhältnis.«

Während der Wiederabstieg für das Schlusslicht Inzell nunmehr besiegelt ist, benötigt der TSV Trostberg aus den letzten vier Spielen nur noch zwei Punkte, um auch noch die allerletzte theoretische Abstiegsgefahr aus dem Weg zu räumen. »Aber vielleicht ist ja auch nach oben hin noch mehr drin, denn bis auf die ersten Vier ist in der Tabelle alles eng zusammen«, so Lehmann.

Inzells Trainer Pino Dufter war nach dem Debakel restlos bedient: »Die Leistung war eine Frechheit. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals so schlecht gespielt haben. Ich muss mich bei unseren mitgereisten Fans entschuldigen.« Auch Abteilungsleiter Olaf Becker meinte: »Ganz klar ein Debakel, höchstens zu entschuldigen, weil uns viele Spieler verletzt und gesperrt gefehlt haben.« Davon wollte aber sein Trainer als Ausrede nichts wissen. Dufter: »Das zählt nicht, man kann schließlich kämpfen, und das haben wir nicht getan.« Ob die Leistung von Trostberg Konsequenzen haben wird, ließ Dufter offen.

So schlichen die Inzeller nach der 1:14-Niederlage wie begossene Pudel vom Eis, während sich die Chiefs von ihren Fans feiern ließen. Dabei schnappte sich Verteidiger Martin Kettenberger kurzerhand die neue schwarz-weiß karierte Fahne des TSV-Fanclubs »Die Ecke« und drehte eine Ehrenrunde. Dank des tollen Aufschwungs der vergangenen vier Wochen haben die TSV-Kufenflitzer ihre »Mission: Klassenerhalt« so gut wie erfüllt, und das Ganze auch noch spektakulär mit Heimspielen von höchstem Unterhaltungswert. Der Torreigen im Dauerregen machte den Zuschauern jedenfalls bewusst, wie schade es ist, dass die Eishockey-Saison in zwei Wochen schon wieder vorbei ist.

Trostberg Chiefs - DEC Inzell 14:1 (3:0, 6:0, 5:1): Tore: 1:0 (7.) Scheck, 2:0 (10.) Hagemeister, 3:0 (13.) Marnota, 4:0 (21.) Roßmanith, 5:0 (23.) Marnota, 6:0 (25.) Wehle, 7:0 (28.) Hagemeister, 8:0 (34.) Scheck, 9:0 (37.) Habereder, 10:0 (43.) Wehle, 11:0 (47.) Seifert, 12:0 (51.) Heitauer, 12:1 (54.) Kilian, 13:1 (58.) L. Feldner, 14:1 (60.) Marnota (Wehle, Fuchs); Strafzeiten: Chiefs 10, DEC 10, Zuschauer: 350. tt/SHu.