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»Langweilig ist mir nicht«

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Arbeit am Computer: Auch das gehört zu Markus Reiterbergers Aufgaben.

Derzeit schrauben nicht Mechaniker an seinem Motorrad – sondern er selbst in der Werkstatt: Motorradrennfahrer Markus Reiterberger (Obing) ist in der Corona-Krise mehr in seinem Heimatort, als ihm lieb ist. Denn wegen der Folgen der Pandemie ruhen auch die zwei Rennserien, in denen der 26-Jährige heuer eingeplant ist: die Asiatische Road Racing Serie und die Langstrecken-WM.


In dieser Serie wurde das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans (Frankreich) verschoben – und soll nun Ende August stattfinden. Es wäre nach langer Pause der erste Renneinsatz der Serie. Sollte alles nach Plan verlaufen, könnte dann das 24-Stunden-Bol d’Or-Rennen in Le Castellet (Frankreich) folgen, da zuvor das 8-Stunden-Rennen von Oschersleben ersatzlos gestrichen wurde. Die Saison beenden wird das 8-Stunden-Rennen von Suzuka (Japan) am ersten November.

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In der Asiatischen Meisterschaft, in der Reiterberger in der Klasse Superbike 1000 am Start ist, mussten die für Ende Juni und Ende Juli geplanten Rennen in Suzuka, Japan und auf dem Zhuhai International Circuit in China vorerst verschoben. Doch weder der Veranstalter der ARRC (Two Wheels Motor Racing) noch die FIM Asia haben schon konkrete Aussichten für einen Ausweichtermin. Daher muss sich Markus Reiterberger weiterhin gedulden. So stehen für ihn derzeit zwei Hauptaufgaben an: Einerseits arbeitet er in seiner Werkstatt, andererseits muss er sich natürlich für den Neustart in beiden Serien vorbereiten. In diesen hatte er jeweils gute Ergebnisse verbucht.

Die Werkstatt und das Tuning-Geschäft hatte er zum Teil auch von seinem verstorbenen Mentor und Freund Ralf Waldmann übernommen. Seine Arbeit – das Tuning von Zweitakt-Mopeds und verschiedenen anderen Zweirädern – sind eine gute Übung für sein technisches Verständnis. Dieses braucht er ja auch als Rennfahrer sehr. Und: »Ich habe viele Aufträge, wofür ich sehr dankbar bin. Ich kann jetzt auf meine Mechanikerlehre aufbauen und auf das, was mir Waldi, mein Papa und meine Freunde beigebracht haben und die Mopeds wieder herrichten. Damit verdiene ich momentan meinen Unterhalt«, berichtet er. Ihm ist dabei bewusst: »Es gibt durchaus Leute, die es schlechter getroffen hat als mich im Moment.«

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Motorräder herrichten statt Motorradrennen fahren: Das ist derzeit die Hauptaufgabe von Markus Reiterberger. (Fotos: Reiti Racing)

Er ergänzt: »Man weiß nicht genau, wann es weitergeht und inwiefern es weitergeht, aber die Gesundheit aller geht natürlich vor.« Schwierig sei: »Bis Juli bin ich als Rennfahrer erst einmal arbeitslos. Das sind mein Hauptjob und meine Leidenschaft, die nun erst einmal auf Eis liegen und das finde ich persönlich sehr, sehr schade. Es ist schon eine komische Zeit.«

Ein bisschen auf dem Motorrad sitzen kann der 26-Jährige immerhin: »Da ich momentan kein Auto habe, fahre ich mit meiner BMW S 1000 RR, die ich mir mit der BMW-Sportförderung und mit Hilfe eines langjährigen Sponsors zugelegt habe, zur Werkstatt und wieder nach Hause. Mehr geht ja aktuell leider nicht, aber so behalte ich wenigstens das Gefühl für das Zweirad und es ist besser als nix!«

Um sich für den Rennsport fit zu halten, trainiert Reiterberger natürlich weiter. »Das ist nur nicht ganz so einfach, motiviert zu bleiben, wenn man kein genaues Ziel vor Augen hat. Bisher dachte ich ja, dass ich mich auf die Fortsetzung der Meisterschaft Ende Juni vorbereite, aber das wurde verschoben und einen neuen Termin gibt es nicht. Daher gehe ich nun mal von der Fortsetzung meiner Rennsport-Karriere Ende August aus und setze mir das als neues Ziel.«

So bleiben ihm derzeit durchaus genügend Aufgaben, »und langweilig ist mir nicht. Nur leider hat nix davon etwas mit Racing zu tun.« »Sein Dank geht an »meine Fans, Sponsoren und alle, die auch in dieser Zeit zu mir stehen.«

Für die Zukunft wünscht er sich, »dass wir alle gesund bleiben« und »wir uns alle ganz bald auf irgendeiner Rennstrecke dieser Welt wohlauf und guter Dinge wiedersehen.« fb/who

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