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Kurzweilige Hitzeschlacht in Surberg

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Ottobrunns Torhüter Franz Hadler hält in dieser Spielszene Max Probst regelwidrig fest und bringt ihn zu Fall. Den fälligen Elfmeter konnte Dominik Waritschlager jedoch nicht im Tor der Gäste unterbringen. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Frauendienst, Bauer, Thudt, Maximilian Trzewik, Mayer, Tobias Berz, Schön (46. Mauerkirchner), Probst, Wittmann (78. Petzka), Waritschlager (69. Defta), Marchl.


TSV Ottobrunn: Hadler, Müllmaier, Karatas, Jungic, Hachtel, Andreas Huber I, Aumayer, Plana, Bayraktar (84. Djossou), Irmak (80. Morocz), Andreas Huber II (36. Kleemann).

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Schiedsrichter: Gebert (TSV Buchbach).

Zuschauer: 120.

Tore: 0:1 (17.) Aumayer, 1:1 (51.) Probst, 1:2 (64.) Andreas Huber I, 2:2 (66.) Waritschlager, 3:2 (75.) Marchl, 4:2 (81.) Mauerkirchner, 4:3 (83.) Andreas Huber I.

Rote Karten: - /Hadler wegen Notbremse (30.).

Besonderheit: Waritschlager (SB Chiemgau Traunstein) scheitert mit Foulelfmeter an Kleemann (36.).

Franz Gruber war nach der Hitzeschlacht fix und fertig – aber der Traunsteiner Trainer hatte Grund zur Freude. Denn die Fußball-Bezirksliga-Truppe des SBC gewann das Auftaktspiel gegen den TSV Ottobrunn mit 4:3. Dabei lagen die Traunsteiner vor 120 Zuschauern in Surberg mit 0:1 und 1:2 hinten, ehe sie die Partie dank toller Moral noch drehten.

»Eine dramatische Partie, Ottobrunn hat brutal starke Individualisten. In der Defensive hatten wir schon unsere Probleme«, resümierte Gruber. Auch SBC-Sportkoordinator Rainer Hörgl war nur teilweise zufrieden mit der Darbietung des Fusionsclubs: »Vor allem in der ersten Halbzeit sind wir nicht an unsere Leistungsfähigkeit herangekommen. Wir sind glücklich, die ersten drei Punkte zu haben. Jetzt ist es wichtig, zu regenerieren, um dann am Mittwoch im Derby beim ESV Freilassing eine gute Leistung zu zeigen.«

Traunsteins Abteilungschef Engelbert Thaler lobte die Ottobrunner in höchsten Tönen: »Respekt vor dieser Klasse-Mannschaft, die für mich ein echter Titelfavorit ist. Arben Plana (Neuzugang vom VfB Forstinning, d. Red.) war in meinen Augen der überragende Mann auf dem Platz.« In der Tat merkte man es den Gästen nicht an, dass sie ab der 30. Minute nur noch zu zehnt auf dem Platz waren.

Was war passiert? TSV-Schlussmann Franz Hadler hatte mit einer Notbremse an Maxi Probst das 1:1 verhindert und Rot gesehen. Mit dem fälligen Elfmeter scheiterte Dominik Waritschlager am eingewechselten Hans Kleemann, der den schwachen Schuss sogar sicher parierte. So gingen die Münchner Vorstädter mit einer verdienten 1:0-Führung in die Kabine, die Timo Aumayer in der 17. Minute dank schwachen SBC-Abwehrverhaltens erzielt hatte. Auch der Rettungsversuch von Max Bauer war nicht von Erfolg gekrönt.

Turbulent und torreich verlief der zweite Durchgang, in dem sich die Gruber-Truppe deutlich steigerte. Probst vollendete nach schönem Chip-Ball von Jochen Thudt per Außenrist zum 1:1 (51.). Doch nach gut einer Stunde zog der TSV – der die bessere Spielanlage hatte – erneut in Front: Thudt patzte im Spielaufbau und Andreas Huber I traf zum 1:2 ins leere Tor, nachdem zunächst noch Plana am toll reagierenden SBC-Schlussmann Lucas Frauendienst gescheitert war (64.).

Die Kreisstädter zeigten aber Moral und drehte die Begegnung: Dominik Waritschlager schlug den Ball per Direktabnahme in den Winkel, als Schiedsrichter Tobias Gebert (TSV Buchbach) nach einem Foul an Probst auf Vorteil entschieden hatte – 2:2 (66.). Neun Minuten später bereitete Arthur Wittmann sehenswert am rechten Flügel vor und legte von der Grundlinie auf Florian Marchl zurück, der das Leder im rechten unteren Eck versenkte (75.).

Und es kam noch besser für die Platzherren: Der eingewechselte Stefan Mauerkirchner schloss einen Konter nach Vorarbeit von Tobias Berz zum 4:2 ab (81.). Wer nun dachte, das Spiel sei gelaufen, sah sich getäuscht: Andreas Huber I verkürzte in der 83. Minute mit einem tollen Schuss auf 3:4 aus TSV-Sicht. Kurz darauf köpfte Michael Hachtel knapp am Traunsteiner Kasten vorbei, und die letzte Chance dieser kurzweiligen Begegnung vergab der eingewechselte Florin Defta, als er in der Nachspielzeit bei einem Konter das Ottobrunner Gehäuse verfehlte.

»Unsere Jungs mussten unheimlich beißen, um die drei Punkte unter Dach und Fach zu bringen. Kompliment an die Mannschaft. Es war schon toll, was sie bei diesen Wahnsinns-Temperaturen in der zweiten Halbzeit gegen einen spielstarken Gegner geleistet hat«, freute sich Traunsteins Sportlicher Leiter Manfred Wudy über einen gelungenen Saisonstart.

Kurios: Zwischen dem Elferpfiff und der Ausführung lagen nicht weniger als sechs Minuten, weil der Ottobrunner »Torwartwechsel« nicht ganz unkompliziert über die Bühne ging. Die Spieler waren für diese zusätzliche Pause »bei gefühlten 50 Grad auf dem Platz« (so SBC-Pressesprecher Peter Mallmann) jedoch nicht undankbar und nutzten sie zur ausgiebigen Erfrischung. cs