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Krise bei 1860: Das sagen die Fans

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Der Zweite Vorstand des »Löwen«-Fanclubs Waging am See, Max Danzl (rechts), mit 1860-Idol Daniel Bierofka, hofft auf bessere Zeiten für seinen Herzensverein.

Auch der Pflichtspielauftakt nach der Winterpause ging daneben: Nach der 1:2-Heimpleite des TSV 1860 München gegen den 1. FC Heidenheim in der II. Fußball-Bundesliga schrillen beim Münchner Traditionsclub die Alarmglocken. Hatten die »Löwen«-Anhänger in den vorausgegangenen Spielzeiten allenfalls Langeweile ob des tristen Tabellenmittelfeldes zu monieren, geht es diese Saison um nichts anderes mehr als den Klassenerhalt. Diese missliche Situation geht an den Fans nicht spurlos vorüber. Das Traunsteiner Tagblatt hat bei einigen heimischen Anhängern nachgefragt.


Max Danzl, Zweiter Vorstand des »Löwen«-Fan-Clubs Waging am See, macht die Misere hauptsächlich an Trainer Markus von Ahlen fest: »Mit dem steigen wir wahrscheinlich ab, die brauchen Feuer unterm Hintern, es geht mit dem einfach nicht mehr.« Das Spielermaterial müsste seiner Meinung nach für einen Platz im Mittelfeld durchaus ausreichen, deswegen hofft er auf einen Motivator à la Christoph Daum, der sich unlängst scherzhaft als geeigneten Kandidaten bezeichnete. Völlig unverständlich ist für Danzl auch das Verhalten der »Löwen« bei einer eigenen Führung: »Sie können einfach keinen Vorsprung halten. Wie man so aus der Kabine kommen kann, verstehe ich nicht.«

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Anders bewertet Sigi Selbertinger aus Surberg die momentane Situation: Er sieht vor allem Probleme in der Zusammenstellung des Kaders. Die von Sportchef Gerhard Poschner zu international ausgerichtete Mannschaft sei nicht mit Herzblut bei der Sache und habe kein Identifikationspotenzial. Auch die falsche Trainerwahl zu Saisonbeginn (Ricardo Moniz) lastet er der sportlichen Führung an. Um das Ruder noch herumzureißen, bräuchte es außerdem einen »strengen Motivator, der wieder Hau-Ruck-Fußball spielen lässt«. Trotz allem hoffe er als treuer Fan natürlich auf den Klassenerhalt, wenn auch mit einer gehörigen Portion Skepsis.

Der 21-jährige Stefan Schroll aus Bergen wiederum führt als Hauptgrund für die Krise nicht den Trainer an, sondern die Hierarchie der Mannschaft: »Dem Team fehlt ein richtiger Leader. Adlung muss noch stärker in diese Rolle hineinwachsen.« Auch mit der »Abwartetaktik«, die sein Team in dieser Saison mehrmals praktizierte, hadert er. Des Weiteren hofft er auf »frischen Wind« durch die drei Neuzugänge, die Poschner in der Winterpause verpflichtete.

Auf den drohenden Abstieg angesprochen, verweist er auf die kommenden Partien. Diese seien richtungsweisend für die restliche Saison. Morgen reisen die »Löwen« zum Viertplatzierten SV Darmstadt 98, am Spieltag darauf findet in der Allianz-Arena der Abstiegsgipfel gegen den FC St. Pauli mit Ex-»Löwen«-Trainer Ewald Lienen statt. Bei einer Niederlage gegen die Hamburger wird es »verdammt eng«, stellt Schroll fest.

Mit der bisherigen Heimbilanz von nur einem Sieg in zehn Spielen, dem drei Remis und sechs Niederlagen gegenüberstehen, ist an ein Erfolgserlebnis gegen die Kiez-Kicker allerdings nur schwer zu glauben. Das Leid der »Löwen«-Fans könnte also durchaus noch weitergehen. mf