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Kraft, Ausdauer und Spritzigkeit waren gefragt

Zwei Tage lang drehte sich in Inzell alles um Schlittenhunde und ihre Musher, wie die Skijörer und Schlittenhundeführer genannt werden. Schon am frühen Morgen des ersten Renntages hallte ungeduldiges Hundegebell durch den Ort.

Auch ein Schlittenhund braucht einmal eine kurze Erholungspause... (Foto: Wallner)

Robert Öttl aus Weißbach, der gleichzeitig Streckenchef ist, und Wolfgang Fehringer aus Inzell haben unterdessen alle Hände voll mit der Organisation der Wettbewerbe zu tun. Arbeiter des Gemeindebauhofes und viele freiwillige Helfer haben in den vergangenen Tagen bereits Hervorragendes geleistet um die Rennstrecken, den »Trail«, hinauf zum Frillensee in einen Topzustand zu versetzen.

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Eine Stunde vor Rennbeginn treffen sich Rennleiter Rüdiger Barthel und die Teilnehmer zu einer letzten Besprechung. Im Anschluss wird die Strecke begangen, über die Beschilderung informiert sowie auf Gefahrenstellen und die Regeln hingewiesen. Rüdiger Barthel freut sich, dass es erstmals möglich geworden ist, eine gemeinsame Deutsche Meisterschaft der beiden deutschen Verbände – dem Verband Deutscher Schlittenhundesport-Vereine (VDSV) und dem Schlittenhundesport Deutschland (SSD) – auszutragen.

Hinderungsgrund waren bisher weltanschauliche Diskrepanzen zwischen den Vertretern der reinrassigen (beispielsweise Huskys) und der offenen (Jagdhundemischlinge) Hundeklassen. Auch auf internationaler Ebene gibt es laut Barthel inzwischen Bestrebungen, gemeinsame Wettkämpfe auszutragen.

Punkt 9.30 Uhr nahm der erste Teilnehmer das Rennen auf. Fasziniert beobachten die Zuschauer, wie die Hunde vor dem Start hin- und hertänzeln, in die Höhe springen, johlen und bellen und mit welcher Freude und Zugkraft sie schließlich ihren Musher als Skijörer oder Schlittenführer über den aufspritzenden Schnee hinter sich her ziehen. Vor und nach dem Rennen werden mit Lesegeräten die Chipdaten der Hunde registriert, damit ausgeschlossen werden kann, dass ein Musher bei Mehrfachstart in unterschiedlichen Klassen die Hunde an einem Tag zweimal einspannt.

Dass die Begeisterung für diese Sportart Jahr um Jahr wächst, zeigen die Besucherzahlen. An beiden Renntagen verfolgten etwa 3500 zahlende und weitere 2000 Zuschauer entlang der Strecke das Renngeschehen. Die Rennen verliefen an beiden Tagen ohne größere Zwischenfälle. Die Bergwacht musste einen erschöpften Hund mit ihren Fahrzeugen zurück ins Hundelager fahren. Ansonsten waren die Helfer der Bergwacht des BRK, der Feuerwehr, der Gemeinde, die Streckenposten und viele freiwillige Helfer Garant für eine großartige Veranstaltung.

Die Mitglieder des »Sleddog- Racing-Team« des SC Weißbach freuten sich als Mitorganisator nicht nur über gelungene Wettkämpfe, sondern auch über ihr hervorragendes Abschneiden.

Andi Birkel sicherte sich in der Klasse B 1 (reinrassige Sibirien Husky) über 12 Kilometer mit einer Zeit von 55:17,50 Minuten aus zwei Rennen den Deutschen Meistertitel vor Angelika Merkel und Corinna Wendenburg, beide vom Baden-Württembergischen Verband (BWSC). In der Klasse D 2 (reinrassig) über die Sechs-Kilometer-Distanz konnte sich Bernd Kierstein aus Anger mit seinen beiden Grönlandhunden in einer Gesamtzeit von 45:24,05 Minuten den Sieg sichern, gefolgt von Sabine Klein aus Hallein.

Überglücklich war Sabine Steinbacher, die Lebensgefährtin von Andi Birkel. In der Klasse D 1 über sechs Kilometer holte sie sich mit ihren zehn und zwölf Jahre alten Huskys in einer Gesamtzeit von 37:09,91 Minuten den zweiten Platz. Sie musste sich nur der neuen Deutschen Meisterin Marina Gröschl geschlagen geben.

Bei den Skijörern auf der 12-Kilometer-Strecke wurde Streckenchef und Mitorganisator Robert Öttl in einer Gesamtlaufzeit von 1:05:43,65 Stunden hervorragender Dritter. Deutscher Meister wurde hier Heiko Schwenn vom SSCN Niedersachsen. wb