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Korbjägerinnen im Aufwind

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MSG-Aufbauspielerin Leonie Schwaiger (am Ball) durfte im Sommer als Gastspielerin beim TSV Wasserburg Bundesligaluft schnuppern. (Foto: Weitz)

Noch im Frühling 2018 drohte der heimische Damenbasketball komplett von der Bildfläche zu verschwinden. Mit dem TSV Bad Reichenhall hatte schon ein traditioneller Standort auf seine Anwartschaft in der Bezirksklasse verzichtet und auch ein Stockwerk höher sah es aufgrund angespannter Personalsituationen in Traunstein und Saaldorf düster aus. Mittlerweile hat sich die Perspektive jedoch deutlich gebessert.


Die neu installierte Mannschaftsspielgemeinschaft des TVT mit dem SVS zeigte im Premierenjahr bereits vielversprechende Ansätze und startet Anfang Oktober in ihre zweite Bezirksliga-Saison. Doch auch im weiblichen Jugendbereich haben die beiden Vereine Positives zu vermelden.

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»Obwohl es aus der Abschlusstabelle der abgelaufenen Spielzeit vielleicht nicht herauszulesen ist, hat sich die MSG für uns beide als echter Glücksfall herausgestellt«, bilanziert Sebastian Kösterke, »die Ladys haben sich in kürzester Zeit zu einem echten Team zusammengefunden und auch die vielen jungen Spielerinnen gut in die Gruppe integriert.« Die gemeinsamen Saisonvorbereitung sowie eine ausgeglichene Verteilung der Trainings- und Heimspielorte trugen einen großen Teil dazu bei.

»Trotz der unterschiedlichen Abteilungsgrößen waren wir uns von Beginn an einig, dass wir die beiden Standorte gleichwertig behandeln und die Ressourcen bündeln müssen«, so der MSG-Trainer weiter. Ilona Höglauer, die als Saaldorfer Abteilungsleiterin die ursprüngliche Gründungsinitiative ergriffen hatte, pflichtet den Aussagen Kösterkes bei: »Auf zwischenmenschlicher Ebene wurde sehr schnell deutlich, dass man gut zueinander passt. Die ersten Trainingslager haben dann dafür gesorgt, dass das Teambuilding extrem beschleunigt wurde.«

Neben dem Projekt MSG gibt es beim SV Saaldorf aber auch weitere Neuerungen. Um die nächste Generation Spieler heranzuziehen, wird man ab 2019/20 wieder mit einem weiblichen Jugendteam im Spielbetrieb aktiv sein. Damentrainer Kösterke bringt sich auch hier im Betreuerteam ein.

Für die neue Saison hat sich die MSG neben dem Erhalt des positiven Teamgeists vor allem eine sportliche Leistungssteigerung vorgenommen. Nach guten Auftaktwochen, in denen unter anderem die Bayernliga-Reserve des ASV Rott bezwungen werden konnte, geriet man zum Hinrundenende 2018/19 aus der Spur. Die geplante Rückrundenvorbereitung fiel dann den schneebedingten Hallensperrungen zum Opfer. »Ich will das nicht als Entschuldigung für die sieglose Rückrunde gelten lassen. Aber natürlich war es für unser frisches sportliches Gebilde Gift, dass quasi von Weihnachten bis Februar nur eingeschränkt trainiert werden konnte«, analysiert Kösterke. »Als wir den Ansatz von Automatismen mühsam wiederhergestellt hatten, war die Saison quasi gelaufen.«

Ab 6. Oktober will die MSG nun erneut angreifen und das triste Frühjahr vergessen machen. Der Vorjahreskader erhält dabei Verstärkung durch das 15-jährige TVT-Eigengewächs Stephanie Störkel. Zusammen mit Aufbauspielerin Leonie Schwaiger wurde ihr im Sommer die große Ehre zuteil, als Doppellizenzspielerin für den TSV Wasserburg beim Qualifikationsturnier zur Nachwuchs-Bundesliga (WNBL) anzutreten.

Zwar setzte es für die durch die sechsmalige deutsche Meisterin Rebecca Thoresen betreuten U-18-Auswahl gegen die Favoriten TSV Nördlingen und die gastgebenden Main Sharks aus Würzburg deutliche Niederlagen, jedoch überwiegen klar die positiven Eindrücke. »Richtig geil, da- dabei gewesen zu sein und sich mit jungen Leistungssportlerinnen messen zu können«, schwärmt Leonie Schwaiger. An Motivation für die neue Saison sollte es den Jungspunden also nicht fehlen. SK