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Konserviert unter Silofolie und Styropor

Hubert Neidhart, Alois Reiter und Arne Eidam (von links) wachen über den »Ruhpoldinger Gletscher«. (Foto: Huber)

Dreieinhalb Monate vor Beginn des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding findet man in der Chiemgau Arena bereits 15 000 Kubikmeter Schnee. Dies ist keiner Wetteranomalie geschuldet, sondern dem Schneedepot, um das sich die Mitarbeiter der Sportstätte kümmern. »Die wesentliche Arbeit machen Hubert Neidhardt und Arne Eidam«, berichtet Alois Reiter, der stellvertretende Wettkampfleiter. Natürlich schaut er ab und zu auch persönlich nach seinem »Schatz«, immerhin soll der gelagerte Schnee ab November auf die Strecken der Chiemgau Arena ausgebracht werden. Mit der Schneemenge aus dem Depot könnte man rund 375 000 Badewannen füllen.


Die am häufigsten gestellte Frage an Reiter lautet derzeit: »Wie hat der Schnee den heißen Sommer überstanden?« Die Antwort kommt lächelnd: »Nach rein optischer Einschätzung ist noch nie so viel übrig geblieben, als in diesem Jahr. Die Vermessung findet jedoch erst nach dem Abdecken des Isoliermaterials statt.« So gut ist die Übersommerung nicht immer gelaufen. Laut Stadionchef Engelbert Schweiger gab es im vergangenen Jahr noch Probleme, die weiße Pracht über den Sommer zu retten. »Diesmal schaut es gut aus«, pflichtet er seinem Streckenchef bei. Das Geheimnis für den Erhalt des Schnees ist die richtige Dämmung. »Wir haben mit der Methode Styropor und Silofolie gute Erfahrungen gemacht«, verrät Reiter. Deswegen überprüfen Neidhardt und Eidam das Schneedepot im Süden der Chiemgau Arena in Richtung Seehaus mehrmals in der Woche, um auf auftretende Schwachstellen sofort reagieren zu können.

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Produziert wurde der Schnee im vergangenen Winter mit Schneekanonen direkt in das Depot hinein. Das geht allerdings nur bei einer Temperatur von mindestens 3,5 Grad unter Null. 2007 war es dafür zu warm, daher gab es auch keinen Sommerschnee.

Der größte Feind des Schnees ist nicht die Hitze, gefährlicher sind Wind und Regen. »Wind deckt die Planen ab, Wasser greift den Schnee direkt an«, so Reiter. »Die weitere Planung ist spannend, idealerweise sollten wir den Schnee beim ersten Bodenfrost ausbringen.« SHu