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Köppls Fehlschuss war die Schlüsselszene

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Er war im Derby einer der besten SBC-Spieler: Sebastian Mayer (links), der in dieser Szene vor Erwin Haas klärt. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Sebastian Schreiber, Bauer, Thudt, Sebastian Mayer, Tobias Berz, Schön, Mauerkirchner, Probst, Schneider (ab 75. Min. Dengel), Wittmann (ab 77. Thalhauser), Marchl.


ESV Freilassing: Schönberger, Niederstraßer, Poschner (ab 35. Auer), Christian Jung, Köppl, Nika (ab 46. Leitz), Haas, Krojer, Deiter, Dürnberger (ab 46. Brandl), Otto.

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Schiedsrichter: Meier (SV Waldperlach).

Zuschauer: 300.

Tore: 1:0 (14., Foulelfmeter) Mauerkirchner, 2:0 (48.) Probst, 2:1 (53.) Krojer, 3:1 (88.) Schön.

Besonderheit: Köppl (ESV Freilassing) schießt Foulelfmeter am Tor vorbei (75.).

Es war zweifellos ein verdienter Erfolg, den der SB Chiemgau Traunstein mit dem 3:1 (1:0) im Derby der Fußball-Bezirksliga Ost gegen den ESV Freilassing feierte. Doch die Partie, die von etwa 300 Zuschauern im EHG-Stadion verfolgt wurde, hätte auch anders laufen können, denn beim Stand vom 2:1 vergaben die Gäste aus der Grenzstadt eine Viertelstunde vor Schluss einen Elfmeter – sicher eine absolute Schlüsselszene!

»Wir haben diesmal unsere Leistung nicht gebracht, waren undiszipliniert und sind nicht als Einheit aufgetreten«, klagte ein enttäuschter ESV-Trainer Hermann Lindner, »trotzdem hätten wir einen Punkt mitnehmen können.« Allerdings gab der Ex-Profi auch ohne Umschweife zu: »Die Traunsteiner waren uns in der ersten Halbzeit im Mittelfeld klar überlegen.«

Sehr zufrieden mit der Darbietung seiner Jungs war dagegen SBC-Trainer Gerhard Balk, der nach der Partie konstatierte: »Man hat gesehen, dass wir den Sieg unbedingt wollten, die Einstellung hat absolut gestimmt. Jetzt wird bis Dienstag in erster Linie regeneriert, denn da steht ja bereits das nächste Heimspiel gegen Ostermünchen an, das wir auch unbedingt gewinnen müssen«, so der Winhöringer. Anstoß der morgigen Nachholpartie ist übrigens um 18.30 Uhr.

Das Derby war stets kurzweilig und SBC-Abteilungsleiter Prof. Dr. Engelbert Thaler sprach sogar von einem »rassigen Spiel mit hohem Tempo«. Die erste Möglichkeit besaßen zwar die Gäste durch einen Freistoß von Andre Köppl, der knapp drüber flog. Doch in der 14. Minute gingen die Traunsteiner per Elfmeter in Führung: Christian Dürnberger trennte Tony Schneider im »Sechzehner« (in der Nähe des linken Strafraumecks) nicht astrein vom Ball und Stefan Mauerkirchner verwandelte vom Punkt sicher zum 1:0. Schlussmann Stefan Schönberger ahnte die Ecke, hatte gegen den hart und platziert geschossenen Elfer aber keine Abwehrchance.

Drei Minuten später wurde auf der anderen Seite Denis Krojer schön freigespielt, verzog jedoch aus halblinker Position. Gefährlich wurde dann ein Freistoß von Max Bauer aus großer Distanz: Das als hohe Flanke geschlagene Leder flog an Freund und Feind vorbei und landete schließlich knapp neben dem Pfosten im Toraus – Glück für Schönberger (22.). Der Gästetorwart zeigte kurz darauf eine Klasse-Reaktion, als er im Herauslaufen gegen Schneider – von Mauerkichner per Musterpass geschickt – retten konnte.

Wieder nur eine Minute später verfehlten Maxi Bauer und Jochen Thudt haarscharf eine Ecke von Patrick Schön, und der am langen Eck lauernde Mauerkirchner schoss einen Freilassinger Defensivmann an. Das 2:0 lag also einige Male in der Luft – so auch in der 34. Minute, als Dürnbergers Linienrettung einen Treffer des starken Schön verhinderte.

Auch die letzten nennenswerten Szenen im ersten Durchgang gehörten den Balk-Schützlingen, als zunächst Schneiders Abschluss in Top-Position zu schwach ausfiel (36./Schönberger ohne Mühe) und dann Tobi Berz im Anschluss an eine vom ESV abgewehrte Schön-Ecke aus 16 Metern Mittelstürmerposition knapp vorbeischoss (39.).

Die zweite Halbzeit war keine drei Minuten alt, da war das 2:0 fällig: Mauerkirchner und Schneider bereiteten toll vor, Maxi Probst holte sich das Leder mit der Brust runter und vollendete aus etwa zehn Metern ins lange Eck (48.). »Da haben wir uns soviel für die zweite Halbzeit vorgenommen, dann lassen wir gleich wieder so eine entscheidende Flanke zu«, klagte Lindner.

Doch seine Crew, die übrigens trotz der Niederlage Zweiter blieb, ließ sich nicht hängen und antwortete in der 53. Minute mit dem Anschlusstreffer: Denis Krojer traf vom »Fünfer« mit einem Kopfball, den SBC-Akteur Florian Marchl noch unerreichbar für Torhüter »Sebi« Schreiber zum 1:2 aus ESV-Sicht abfälschte.

Und es hätte noch besser kommen können für die Grenzstädter – vor allem die beiden zur zweiten Halbzeit eingewechselten Offensivleute Andi Brandl und Daniel Leitz setzten nun Akzente. Brandl schoss einmal am kurzen Eck vorbei, und als er den freistehenden Leitz mit einem Querpass versorgen wollte, rutschte ihm das Leder ab, so dass Schreiber klären konnte.

In der 75. Minute schien das 2:2 aber nur noch Formsache zu sein: Schreiber stoppte Brandl per Fußfoul im »Sechzehner«, doch Köppl wollte es zu genau machen und setzte den fälligen Strafstoß am rechten Kreuzeck vorbei. Das war der Knackpunkt, denn von nun an war der SBC dem 3:1 stets näher als die Gäste dem Ausgleich. So traf Mauerkirchner nach Schön-Pass den Außenpfosten, und übersah Probst bei einem Konter den freistehenden Berz und scheiterte somit an Schönberger. Und eine »Jahrhundert-Chance« ließ in der 87. Minute Mauerkirchner aus: Der Traunsteiner Youngster war schon an Schönberger vorbeigezogen und hatte nur noch das leere Tor vor sich, das er allerdings verfehlte.

Doch für »Maui« und seine Traunsteiner reichte es diesmal trotzdem zu einem Dreier. Letztlich blieb es nämlich Patrick Schön vorbehalten, den im Abstiegskampf so wichtigen Dreier zu sichern: Von Mauerkirchner bedient, lupfte er das Leder mit technischer Extraklasse hoch über den Freilassinger Torwart hinweg zum 3:1 in die Maschen (88.). Durch die ESV-Niederlage steht übrigens nun der SV Erlbach als Meister fest. cs