Knallharte Auslese bei den Männern

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Sie sicherte sich überraschend einen Startplatz im IBU-Cup der Damen: Lisa Spark vom SC Traunstein, die noch bei den Juniorinnen startberechtigt ist. (Foto: DSV)

Das war eine knappe Sache: Bei den internen Qualifikationswettkämpfen der deutschen Biathlon-Damen und -Herren ging es um die noch freien Plätze in den Kadern für Weltcup und IBU-Cup. Besonders bei den Herren waren die Wettkämpfe in Obertilliach eine knallharte Auslese: Denn ein Großteil der Kader für Weltcup und IBU-Cup war schon vornominiert worden. So ging es bei den Herren im IBU-Cup »nur noch um drei freie Plätze – und dafür haben wir in etwa 15 Anwärter«, verdeutlichte Trainer Remo Krug (Inzell) schon im Vorfeld, dass für den deutschen Perspektivkader ein harter Konkurrenzkampf bevorstehen würde.


Und das bewahrheitete sich dann auch in den beiden Sprints, die in Österreich ausgetragen wurden. Neben Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl) – der einen Platz beim Weltcup-Auftakt nur hauchdünn verfehlte, aber dafür in der zweiten Weltcup-Woche in Östersund schon einen Platz sicher hat – waren auch Johannes Donhauser (SC Ruhpolding) und Philipp Lipowitz (DAV Ulm) zumindest für den IBU-Cup vornominiert. In Obertilliach qualifizierten sich noch Quali-Gesamtsieger David Zobel (SC Partenkirchen), Lucas Fratzscher (WSV Oberhof) und Danilo Riethmüller (WSV Clausthal-Zellerfeld). Zwei Stützpunkt-Athleten verfehlten nur ganz knapp einen fixen Startplatz: Marco Groß (SC Ruhpolding) und Niklas Homberg (SK Berchtesgaden).

Dabei hatte Homberg mit den Plätzen 3 und 5 durchaus überzeugt. Groß war zunächst nach drei Schießfehlern Siebter geworden, hatte aber den zweiten Wettkampf sogar gewonnen. »Daher sind beide auch als Ersatzmänner nominiert und kommen zum Einsatz, wenn jemand ausfällt«, informiert Krug.

Dagegen müssen Matthias Dorfer (SV Marzoll/4. und 8.) und Dominic Schmuck (SC Schleching/13. und 9.) im Saisonverlauf erst einmal versuchen, sich über starke Leistungen beim Deutschlandpokal für die zweithöchste Wettkampfebene im Biathlon zu empfehlen.

Für den Weltcup standen Benedikt Doll (SZ Breitnau), Erik Lesser (SVE Frankenhain), Roman Rees (SV Schauinsland) sowie Stützpunkt-Athlet Philipp Nawrath (SK Nesselwang) bereits als Teilnehmer fest. Philipp Horn (SVE Frankenhain) und Justus Strelow (SG Stahl Schmiedeberg) rückten durch Trainerentscheid auf.

Die Saisoneröffnung im Weltcup erfolgt am Samstag mit den Einzelläufen der Damen und Herren in Östersund (Schweden), tags darauf werden die Sprints ausgetragen. Der Weltcup-Tross bleibt dann gleich in Östersund, denn ab Donnerstag, den 2. Dezember werden dort die Rennen fortgesetzt. Bei den Damen waren nur noch zwei Plätze für den Weltcup zu vergeben. Gesetzt waren Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal), Franziska Preuß (SC Haag), Vanessa Hinz (SC Schliersee/alle Stützpunkt Ruhpolding) sowie Janina Hettich (SC Schönwald) aufgrund der Ergebnisse des Vorjahres. Vanessa Voigt (SV Rotterode) hat aufgrund ihres IBU-Cup-Gesamtsiegs im Vorjahr ein persönliches Startrecht für das erste Wochenende in Östersund.

Erfreulich aus Stützpunkt-Sicht: Einen der zwei freien Plätze im Weltcup erkämpfte sich Anna Weidel (WSV Kiefersfelden), hinzu kommt Juliane Frühwirt (SVM Tambach-Dietharz). Weidel hatte die beste Gesamtbilanz aus beiden Wettkämpfen vor Frühwirt und der ohnehin gesetzten Vanessa Hinz.

Der IBU-Cup ist auch fast eine reine Stützpunkt-Angelegenheit: Am überraschendsten kommt dabei die Nominierung von Lisa Spark (SC Traunstein), die eigentlich für den IBU-Junioren-Cup vorgesehen war. Doch nach ihren starken Vorstellungen in Österreich (8. und 10. Platz) darf die 21-Jährige nun sogar schon gegen die routinierte Konkurrenz antreten.

Das haben aus dem Stützpunkt auch Marion Wiesensarter (SV Oberteisendorf), Karolin Horchler, Franziska Hildebrand (beide WSV Clausthal-Zellerfeld) und Maren Hammerschmidt (SK Winterberg) geschafft. Hinzu kommt Hanna Kebinger (SC Partenkirchen). Wiesensarter hatte nach dem 10. Platz im ersten Sprint im zweiten Durchgang mit dem 3. Platz überzeugt, Horchler hatte im ersten Rennen als Zweite für einen Podestplatz gesorgt.

Im IBU-Cup geht es bereits am morgigen Donnerstag mit den ersten Sprints in Idre (Schweden) los. Zwei Tage darauf folgen die zweiten Sprints von Damen und Herren, am Sonntag dann die Verfolgungsläufe. Die zweite IBU-Cup Station ist in Sjusjön (Norwegen), wo es vom 1. bis 4. Dezember weitergeht. Vor allem die etablierten Kräfte wollen nun versuchen, bereits beim Auftakt in Idre (Schweden) ab dem morgigen Donnerstag durch starke Leistungen ihre Anwartschaft auf einen Start im Weltcup zu untermauern.

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