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Kienle ganz dicht auf den Fersen

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Der Überseer Profi-Triathlet Julian Erhardt (rechts) freute sich über seinen dritten Platz beim Heidelbergman. Lokalmatador Maximilian Saßerat (Mitte) sicherte sich den Sieg vor Sebastian Kienle. (Foto: PIX Sportfotos Michael Ruffler)

Ein Rennen pfui, ein Rennen hui: So lautet die Bilanz der letzten beiden Wettkämpfe des Überseer Triathleten Julian Erhardt. Der Profi zeigte sich mit seinem 5. Platz in Ladenburg über die Kurzdistanz natürlich alles andere als zufrieden, mit dem dritten Platz beim Heidelbergman – ebenfalls über die Kurzdistanz – konnte er sich angesichts starker Konkurrenz dann schon wieder mehr anfreunden!


Aber das Beste ist: In der Gesamtwertung des Rhein-Neckar-Cups, zu dem ja beide Rennen zählten, liegt er immer noch an erster Stelle.

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Über das Rennen in Ladenburg (1,8 km Schwimmen, 41 km Radfahren, 10 km Laufen) mochte Erhardt dann auch gar nicht mehr so viele Wort verlieren. »Mit dem Startschuss war das Rennen für mich schon gelaufen«, fasst Erhardt kurz zusammen. »Denn ich war zu diesem Zeitpunkt gut 200 m von der Startlinie entfernt.«

Aber wie konnte das passieren? Per Schiff werden die Athleten von Ladenburg neckaraufwärts zum Start gebracht und Erhardt kam diesmal eben nicht schnell genug aus dem Boot heraus. »Damit bin ich also von Anfang an hinterhergelaufen«, betonte der Überseer, der die Tage zuvor auch noch eine anstrengende Leistungsdiagnostik Rad/Lauf in München absolvierte. Zwar konnte er noch »dank des ganzen Adrenalins« kräftig aufholen und stieg als Fünfter aus dem Wasser, mehr war aber an diesem Tag einfach nicht mehr drin. »Gerade zu Beginn des Radfahrens und des Laufens habe ich viel riskiert, aber dafür bin ich nicht mehr belohnt worden.«

In Heidelberg lief es dieses Wochenende über die Kurzdistanz (1,7 km Schwimmen, 35 km Radfahren, 10 km Laufen) dafür wieder umso besser. Dabei waren die äußeren Bedingungen alles andere als leicht für die Starter. Durch den Starkregen in der Nacht vor dem Rennen und am frühen Morgen des Wettkampftags war lange nicht klar, ob der Triathlon überhaupt ausgetragen werden konnte.

Ein anderes Szenario sah vor, dass das Radfahren gestrichen werden musste. Durch einen Großeinsatz der Helfer und eine zeitliche Verlegung des Starts um eine knappe halbe Stunde schaffte es das Organisationsteam und die Helfer aber, auch die Radstrecke wieder befahrbar zu machen. »Die Strecke war aber gerade bei den Abfahrten diesmal sehr gefährlich«, berichtete der Überseer. »Ich bin diese deshalb auch mit angezogener Handbremse gefahren«, sagte Erhardt weiter, der 2018 das Rennen in Heidelberg noch für sich entscheiden konnte.

Als Vierter stieg der Überseer schließlich vom Rad und arbeitete sich auf der Laufstrecke schnell auf Platz drei vor. Vor ihm waren nur noch der führende Lokalmatador Maximilian Saßerat und Sebastian Kienle, der Ironman-Weltmeister von 2014. Saßerats Vorsprung war allerdings schon deutlich. Der Lokalmatador nutzte gerade auf der Radstrecke seinen Heimvorteil perfekt aus und legte dort den Grundstein zum Sieg. »Er hat das Rennen in den Abfahrten gewonnen«, unterstrich Erhardt.

Der Überseer machte aber beim Laufen Boden auf Kienle, einem der Topstars der deutschen Triathlonszene, gut und kam ihm Stück für Stück näher. »Ich habe ihn auf der Strecke öfters auch vor mir gesehen, das war schon sehr motivierend«, erzählte der Überseer. »Am Ende haben mir nur neun Sekunden gefehlt«, sagte Erhardt, der mit seinem Rennen unter dem Strich zufrieden war.

Auch weil Julian Erhardt damit in der Gesamtwertung des Rhein-Neckar-Cups weiter an erster Stelle liegt. Jetzt kommt alles auf das letzte Rennen in Viernheim an. Dort geht es am Sonntag, 26. August, ebenfalls über die olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen). Frederik Hennes und Saßerat können Erhardt die Titelverteidigung des Cups noch streitig machen. »Aber ich habe es in der eigenen Hand und ich kann den Cup hoffentlich verteidigen«, sagte Julian Erhardt. SB