Kampfkunst mit Schwert oder Bogen

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Beim KSV Unterwössen kann man auch die Sportart Kummooyeh ausüben: Tobi König (links) und sein Vater Jörg Stadter machen es vor und trainieren mit dem Holzschwert.

Kampfsportverein Unterwössen bietet auch die Sportart Kummooyeh an – Neuer Anfängerkurs geplant


In der Corona-Krise haben sich viele Menschen vorgenommen, wieder mehr auf ihre Gesundheit zu achten und mehr Sport zu treiben. Dabei wurden oft auch neue Sportarten entdeckt. Seit mehr als drei Jahren gibt es in Unterwössen die Möglichkeit Kummooyeh, also den koreanischen Schwertkampf und das intuitive Bogenschießen mit einem kurzen Reiterbogen, zu erlernen. Eine rund 20-köpfige Gruppe um den Trainer Dr. Frank Düren, 4. Dan Kummooyeh und 4. Dan Taekwondo, trifft sich einmal pro Woche zum Training – und der Schwertkampf begeistert immer mehr Frauen und Männer auf der ganzen Welt.

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»Der Moment, wenn man zum ersten Mal sein Holzschwert blitzschnell aus der Scheide zieht und es mit einer eleganten Drehung wieder einsteckt, ist schon ein besonderes Gefühl. Man merkt einfach, dass man eine besondere Beziehung zum Schwert aufbaut, zu einer traditionellen Waffe, der man mit Respekt begegnen muss« sagt Stefan Wörnle, selbst Schwarzgurt-Träger im Ju-Jutsu, der vor einem Jahr mit Kummooyeh angefangen hat.

Viele Sportler aus anderen Kampfsportarten sind auf die Kunst mit Schwert und Bogen umgestiegen oder betreiben sie als Zweitsportart. Frank Düren erklärt: »Gerade wenn es gesundheitliche Einschränkungen bei der Ausübung einer anderen Kampfsportart gibt, bietet Kummooyeh durch den Fokus auf exakte Technik, Konzentration und Mediation eine neue Welt, in der es viel zu entdecken gibt.«

Auch für Kinder und Jugendliche ist der Sport gut geeignet. »Ich trainiere seit rund drei Jahren und habe schon den 1. Dan, also den schwarzen Gürtel, und ich bin Junior Instructor« erzählt der 15-jährige Tobi König. »Und ich liebe auch das Bogenschießen, bei dem wir, ohne richtig zu zielen, intuitiv schießen, und das sogar aus dem Gehen oder aus der Drehung heraus.« Eine Besonderheit ist dabei auch die sogenannte Daumentechnik. Die Sehne des Bogens wird mit dem Daumen gezogen, die anderen Finger drücken den Pfeil auf die rechte Seite des Bogens und verhindern, dass der Pfeil bei Bewegungen verrutscht oder herunterfällt. So sind Schüsse in sehr schneller Folge und sogar im vollen Galopp von einem Pferd möglich.

Kinder ab zehn Jahren sind beim Training mit dem Schaumstoff- und Holzschwert mit vollem Eifer dabei. Es gibt auch Freikampfübungen zum Auspowern, natürlich mit moderner Schutzausrüstung. Im Training herrscht große Disziplin und die Kinder gewöhnen sich schnell an die koreanischen Kommandos und die festen Regeln. Schließlich wird mit einer Waffe trainiert. Und wenn die Großen mit ihren stumpfen Aluminiumübungsschwertern oder sogar mit scharfer Klinge Schnittübungen machen, leuchten die Augen des Nachwuchses.

Durch die gesamte Lockdown-Zeit fand regelmäßig ein Training statt – zunächst kontaktlos im Freien und später als Zoom-Video-Training. Die Techniken wurden verfeinert und der Kontakt blieb bestehen. Zurzeit nehmen fünf Sportler des Kampfsportvereins (KSV) Unterwössen sogar an einem internationalen Online-Wettbewerb teil und treten gegen Sportler aus 16 Ländern an. Dann wird sich zeigen, ob das Videotraining etwas gebracht hat.

Wenn der Lockdown vorbei und Sport wieder in größeren Gruppen möglich ist, startet der KSV Unterwössen einen neuen Anfängerkurs für Kinder und Erwachsene. Wer diesen tollen Kampfsport kennenlernen will, kann unter www.ksw-unterwoessen.de ein Video mit Impressionen aus dem Training ansehen oder unverbindlich im Training – es findet jeden Donnerstag ab 19 Uhr in der Schulturnhalle in Niedernfels statt – vorbeischauen. fb

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