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»Kampf bis zum Umfallen«

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Auch er hatte zuletzt in Landsberg gute Chancen für den SVK, doch ein Treffer gelang ihm (noch) nicht: der aus der II. Mannschaft aufgerückte Josef Höller (vorn). (Foto: Butzhammer)

Bekommt der SV Kirchanschöring nach fünf Spielen ohne Sieg endlich wieder die Kurve? Diese Frage wird am morgigen Samstag um 15 Uhr im Heimspiel des Fußball-Bayernligisten im Stadion an der Laufener Straße gegen den TSV Bogen beantwortet. Die Gäste liegen punktgleich mit dem SVK (14.) auf Rang 13 und haben nur eines ihrer fünf bisherigen Auswärtsspiele verloren.


Insofern dürften die Niederbayern für die Crew von Patrick Mölzl zu einer ganz harten Nuss werden – zumal sich die Bogener sehr gut verstärkt hatten und nach ihren eigenen, vor Saisonbeginn geäußerten Worten »oben mitspielen« wollen.

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Für Mölzl sei die morgige Heimvorstellung »ein wichtiges Spiel«, weshalb er den gelb-schwarzen Fans verspricht: »Wir werden kämpfen bis zum Umfallen.« Der SVK-Cheftrainer und seine Spieler hoffen auf große und vor auch lautstarke Unterstützung, damit der Anti-Lauf endlich beendet werden kann.

Michael Wengler aus dem SVK-Medienteam erinnert im Zusammenhang mit den jüngsten Ergebnissen an eine alte Fußball-Weisheit: »Es bewahrheitet sich einfach, dass das zweite Jahr nach dem Aufstieg immer das schwierigste ist«, sagt er. »Die Gegner kennen uns, auch unsere Stärken und Schwächen sind kein Geheimnis mehr.« Je weiter es im Fußball nach oben gehe, desto mehr »entscheiden Details«, meint Wengler, »da wird dann schon mal getrickst und kurz vor dem Spiel die Aufstellung geändert, um die Taktik des Gegners zu zerstören.«

Zuletzt in Landsberg, wo der SVK eine 0:1-Niederlage einstecken musste, sei es zum Beispiel so gewesen, »dass die TSV-Verantwortlichen uns das nicht mal mitgeteilt haben. Plötzlich standen da zwei Spieler auf dem Feld, die auf dem offiziellen Bogen noch für die Ersatzbank eingetragen waren.« Ähnliche »Spielchen« gebe es auch im Spitzenfußball, erinnert Wengler ans Halbfinal-Hinspiel der Champions League in der vorigen Saison zwischen Atlético Madrid und den Bayern. »Dort war der Rasen derart stumpf, dass die Bayern ihr Kurzpassspiel nicht wie gewohnt aufziehen konnten.«

Jedes Team in der Bayernliga habe seine Leute für die Analyse, erklärt Wengler. »Es geht einfach nur darum, Fehler zu verhindern und die Fehler der anderen zu nutzen. Wenn man in Rückstand ist, wird es noch schwieriger. In der Landesliga war das alles noch anders. Da spielt jedes Team in jedem Spiel immer dasselbe. In der Bayernliga stellt sich jede Mannschaft auf den Gegner ein und versucht, Fehler zu vermeiden und auszunutzen.« Das sei der große Unterschied – »und da hatten wir in den vergangenen Wochen schlichtweg das Pech, dass die Gegner unsere Fehler besser genutzt haben als wir deren Geschenke.«

Zudem hatten in Landsberg Tobi Schild, Yunus Karayün und Josef Höller gute Gelegenheiten, die »leider nicht genutzt wurden«, meint Wengler. »Der Torwart hat mehrmals klasse pariert, oder es haben die berühmten Zentimeter gefehlt.«

Es war also auch Pech im Spiel, doch was ihm ganz und gar nicht gefällt: Beim SVK sei eine Art Selbstverständlichkeit eingekehrt. »Viele meinen, das wäre ein Selbstläufer. Ist die Bayernliga aber nicht. Während andere Vereine Siege lautstark bejubeln, wissen, dass jedes Tor eine Seltenheit ist, vermisse ich das bei uns. Pipinsried hat bei uns zum Beispiel mit einem Humba Tätarä gefeiert, das hab’ ich bei uns schon lange nicht mehr erlebt.« cs