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Er hat schon in jungen Jahren beachtliche Erfolge bei nationalen und internationalen Regatten errungen: Lukas Hesse vom Seebrucker Regatta-Verein. Im vergangenen Herbst ist der Deutsche Meister im 49er von 2020 auf die Foiling-Boote WASZP und 69F umgestiegen und hofft nun dort auf weitere Erfolge. (Foto: Müller)

Junger Topsegler hat Großes vor

Ein junger Topsegler hat Großes vor: Lukas Hesse vom Seebrucker Regatta-Verein hat e die Bootsklasse gewechselt und will heuer mit seinem Team den 69F Youth Foiling Gold Cup gewinnen. Der Saisonauftakt erfolgt Anfang Februar in Miami (USA).


Der 22-Jährige aus Pfaffing (Landkreis Rosenheim) hat seine Seglerkarriere im Alter von sechs Jahren in Seebruck begonnen und ist mittlerweile als professioneller Segler in High-Performance-Booten auf der ganzen Welt unterwegs. Nach wie vor geht er aber für den Seebrucker Regatta-Verein (SRV) an den Start, wo 2005 im Optimisten alles begonnen hatte.

Zu den größten Erfolgen des gebürtigen Wasserburgers zählen die Vizeweltmeisterschaft bei der Optimisten-WM 2013 und der Deutsche Meistertitel 2020 mit Luca Schneider in der olympischen Segelklasse 49er am Berliner Wannsee.

Von 2014 bis 2016 gehörte Hesse dem deutschen Nationalteam im 29er-Skiff an, von 2017 bis 2021 der 49er-Nationalmannschaft. Dabei nahm er erfolgreich an vielen internationalen Regatten teil. Zufrieden gibt sich der Innenausbau-Student (TH Rosenheim) damit aber nicht. Vielmehr will er seine Erfolgsbilanz weiter ausbauen, nun aber in einer neuen Bootsklasse. Im Herbst ist er nämlich auf die Foiling-Boote WASZP und 69F umgestiegen.

»Mit Blick auf den Sail-Grand-Prix und den Americas Cup, die ich schon immer mit Begeisterung verfolgt habe, wollte ich unbedingt auf professionelle Foiling-Boote umsteigen und mich auch dort mit den Besten der Welt messen«, erklärt Hesse seinen Wechsel.

Im Oktober vergangenen Jahres nahm er mit seiner jüngeren Schwester Emelie Hesse, die 2019 EM-Silber in der 29er-Skiff-Klasse gewonnen hatte, und dem professionellen Schweizer WASZP-Segler Jann Schüpbach in Sardinien am letzten Event des 69F Youth Foiling Gold Cups (YFGC) 2021 teil. »Es ging darum, das Boot und das Racingformat noch besser kennenzulernen. Es war meine coolste und aufregendste Regatta seit Langem«, schwärmt Hesse.

Das innere Feuer für das neue Segelabenteuer brennt seitdem noch stärker, weshalb er seit einigen Monaten mit seinem 21-jährigen Segelpartner Schüpbach eine Teilnahme am 69F Youth Foiling Gold Cup 2022 plant. Sportlich schaut es vielversprechend aus, denn Schüpbach bereitet sich nach einer olympischen Kampagne im 470er und nationalen und internationalen Podiumsplätzen akribisch auf die WASZP-EM und -WM vor.

Zudem verstärkt seit Dezember die ambitionierte Nachwuchsseglerin CJ Perez das Team. Mit gerade einmal 18 Jahren hat sie 2021 die US-Meisterschaften in der WASZP gewonnen und wurde ins US-Sail-GP-Team berufen. Sie ist damit die jüngste Seglerin, die jemals in der Sail-GP-Liga mitsegelte und die erste Lateinamerikanerin überhaupt.

Hesse, Schüpbach und Perez haben schon viel Erfahrung in High-Performance-Booten gesammelt – beste Voraussetzungen also für den aus vier Wettkämpfen bestehenden YFGC 2022. Der Auftakt ist von 4. bis 10. Februar in Miami/USA (Atlantik), dann folgt von 16. bis 22. Mai Portorose/Slowenien (Adria). Von 11. bis 17. Juli macht die Serie dann in Newport/USA (Atlantik) Station und zum Abschluss von 8. bis 14. August am Gardasee/Italien. Um sich diesen Traum erfüllen zu können, soll die ins Leben gerufene Crowdfunding-Initiative ausgebaut werden.

Übrigens engagieren sich die drei Nachwuchssegler auch als Botschafter für die gemeinnützige Organisation »Clean Sailors«. »Mit Clean Sailors für eine so große Sache wie die Gesundheit unserer Ozeane zu segeln, ist großartig und motiviert mich noch mehr, an meine sportlichen Grenzen zu gehen«, so der Hesse. Mit dem Clean Sailors Youth Racing Team wolle man möglichst viele Menschen dazu ermutigen, einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel und für den Schutz der Weltmeere zu leisten. Immer häufiger werde man auf den Seen und Meeren dieser Welt mit umhertreibendem Müll, Fischernetzen oder kranken Tieren konfrontiert, bedauert der 22-Jährige und schiebt hinterher: »Hier am Chiemsee geht es noch, aber überall dort, wo große Städte am Meer sind, ist es deutlich schlimmer. Im Februar waren wir im Trainingslager in Barcelona und dort fließen die Abwässer und der Müll von der Straße direkt ins Meer. Ich bin mit einem Segelkollegen am Strand gewesen und nach 200 Metern hatten wir zwei große Taschen voll mit Plastikmüll.«

Hesses Ziel ist es, auch den negativen Einfluss, den man als viel umherreisender Segler auf die Umwelt hat, deutlich zu minimieren – beispielsweise durch CO2-Kompensation für Reisen und Wiederverwertung von alten Segeln. Bei der gemeinnützigen Organisation »Clean Sailors« habe man ein großartiges Team und eine Plattform, um Ideen und Lösungsansätze zu besprechen und einer wachsenden Anzahl an Menschen mitzuteilen.

mmü

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