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Julian Erhardt glückt die Titelverteidigung

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Frederic Funk (links) gewann in Viernheim das Rennen über die Kurzdistanz. Julian Erhardt wurde dabei Dritter und sicherte sich damit wieder den Sieg in der Gesamtwertung des BASF-Triathlon-Cups Rhein Neckar. (Foto: Erhardt)

Was für ein schöner Erfolg! Julian Erhardt von Triathlon Grassau hat seinen Titel beim mehrteiligen BASF-Triathlon-Cup Rhein Neckar erfolgreich verteidigt. Dabei war das abschließende Rennen über die Kurzdistanz in Viernheim nochmals richtig spannend – und am Ende eben auch erfolgreich!


Der Überseer Profi feierte nämlich nochmals einen starken dritten Platz – aber der stand auf der Radstrecke auf Messers Schneide. »Es war ein totales Wunder, dass ich ins Ziel gekommen bin«, resümierte Erhardt, »denn ich hatte auf dem Rad von Anfang an technische Probleme.«

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Den Sieg sicherte sich sein Teamkollege Frederic Funk, der auch für das Team Erdinger Alkoholfrei startet. »Damit haben wir unsere Zielsetzung perfekt erfüllt: Wir wollten, dass der Tagessieg nach Bayern geht und natürlich, dass ich meinen Titel in der Gesamtwertung verteidigen kann«, verriet Erhardt. Funk, der erstmals ein Rennen im Rahmen der Rhein-Neckar-Cup-Serie bestritt, freute sich sehr über seinen Sieg. »Ich wollte meine beste Leistung bringen, das hat gut geklappt«, sagte er.

Schon beim Schwimmen zeigte sich, dass dieser Wettkampf hochkarätig besetzt und eine Top-Leistung nötig war, um am Ende eben ganz vorn zu stehen. Frederic Funk stieg nach den 1,5 km im Wasser auf Platz sieben liegend aus dem Wiesensee. Erhardt kam als Elfter raus.

»Auf dem Rad haben wir dann unsere Aufholjagd gestartet«, betonte Erhardt. Er hatte aber gleich von Beginn an ein großes Problem. »Beim Aufsprung aufs Rad bin ich mit der Schlaufe meines Triathlonschuhs im Umwerfer hängen geblieben und habe ihn dabei kaputt gemacht.« Danach sei das Schalten nicht mehr so gut möglich gewesen, fügt er hinzu. »Und ich habe auch gedacht, dass ich das Rennen deswegen vorzeitig beenden muss.« Zudem verlor Erhardt auch gleich zu Beginn der Radstrecke seine Trinkflasche. »Das waren wirklich keine guten Aussichten«, sagte er.

»Du musst das Rennen jetzt unbedingt gewinnen«

Mit Blick auf die Gesamtwertung und die Titelverteidigung hätte es für Erhardt damit unter Umständen nochmals eng werden können – und zwar, wenn Maximilian Sasserath den Wettkampf in Viernheim gewonnen hätte. Deshalb gab er seinem Teamkollegen Frederic Funk mit auf den Weg: »Du musst jetzt das Rennen unbedingt gewinnen.« Gesagt, getan. Funk fuhr den Konkurrenten auf der anspruchsvollen Radstrecke über die Juhöhe und durch den Odenwald davon und hatte bis zum zweiten Wechsel berewits über eine Minute Vorsprung.

Auf der 10-Kilometer-Laufstrecke mit drei Runden und zwei Stadiondurchläufen hielt Funk seinen Vorsprung konstant. Er siegte unbedrängt in 1:50:57 Stunden. Hinter ihm kam Nicolas Mann (Post-SV Tübingen) in 1:51:57 Stunden ins Ziel.

Aber auch Julian Erhardt schaffte es trotz defekter Schaltung zum Laufwechsel. »Ich habe wirklich alles gegeben und es ist perfekt aufgegangen«, freut er sich. Denn beim Laufen macht ihm keiner so schnell etwas vor. Und so kam Erhardt noch vor seinem ärgsten Konkurrenten im Kampf um den Gesamtsieg, Maximilian Sasserath (er wurde am Ende Siebter) – als Dritter in 1:52:47 Stunden an.

»Ich hatte zuletzt ja wieder einen langen Trainingsblock. Es ist schön, wenn man dann ein gutes Rennen macht und sich für die Qualen belohnen kann«, fasste Julian Erhardt zusammen. Jetzt geht es für ihn in zwei Wochen im französischen Gérardmer weiter. Bei der dortigen Traditionsveranstaltung startet der Überseer am Samstag, 7. September, auf der Mitteldistanz über 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21 km Laufen. Dann macht er noch bei der Challenge Davos am Samstag, 14. September, über die Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 54 km Radfahren, 21 km Laufen) mit.

Frederic Funk ist bereits an diesem Sonntag wieder gefordert und zwar beim Ironman 70.3 in Zell am See. Sein letztes Mitteldistanz-Rennen liegt für Funk auch erst wenige Wochen zurück. Er war nämlich beim Allgäu-Triathlon am Start und hatte dort ganz viel Pech auf dem Rad. Funk führte, verlor wegen eines Plattens dann aber viel Zeit und wurde letztlich Vierter (4:11,37 Stunden). Der Sieg ging an Nick Kastelein (3:57:35 Stunden).

»Am liebsten wieder aufs Podest«

In Zell am See will Frederic Funk nun »am liebsten wieder aufs Podest«. Er weiß allerdings auch, dass »das Rennen gut besetzt ist«. Aber, ergänzte der junge Spitzentriathlet: »Die Strecke dürfte mir liegen.« Und schließlich hat Frederic Funk, der erstmals in der Ironman-Serie startet, ein großes Ziel vor Augen: Er will sich 2020 für die Ironman-70.3-WM – diese findet im nächsten Jahr erstmals in Neuseeland in Taupo statt – qualifizieren. »Und deshalb muss ich jetzt auch mal in der Serie starten.«

Den Saisonabschluss bestreiten Julian Erhardt und Frederic Funk dann übrigens gemeinsam. Beide werden an der Challenge Mallorca am Samstag, 19. Oktober, teilnehmen. Dort geht es für die beiden Profi-Triathleten dann noch einmal über 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21 km Laufen. Und die beiden hätten sicherlich nichts dagegen, wenn sie auf der spanischen Ferieninsel am Ende wieder gemeinsam auf dem Podest stehen würden. SB