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Jubiläumslauf mit 1434 Teilnehmern

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»Die Organisation war ein Kraftakt für uns und unsere über 100 größtenteils ehrenamtlichen Helfer. Aber es hat sich gelohnt, denn alle sind zufrieden und wollen im nächsten Jahr wiederkommen«, freuten sich der sportliche Leiter des Traunreuter Stadtlaufs, Werner Oberauer, sowie Rosi-Marie Niedermirtl aus dem Organisationsteam nach dem Jubiläums-Stadtlauf.


Mit 920 Läufern im Ziel gab es einen neuerlichen Teilnehmerrekord. Im Vorjahr hatten 840 Aktive das Ziel erreicht. 1052 Meldungen waren heuer eingegangen; mit den Jugendläufern kam man insgesamt auf 1434 Teilnehmer. Auch das Wetter spielte mit; eine gegen 20 Uhr von Osten aufziehende bedrohlich-schwarze Gewitterfront zog zum Glück in die Berge ab, womit dem ausgelassenen Party-Vergnügen nach dem sportlichen Wettkampf nichts mehr im Weg stand.

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Auch während des Stadtlaufs war es trocken geblieben; es sei denn man lief durch den erfrischenden künstlichen Regen, den Anwohner und Feuerwehr erzeugten. Gehörig ins Schwitzen kamen auch die rund 4000 Zuschauer, die den Athleten an der sieben Kilometer langen Laufstrecke einen begeisternden Empfang bereiteten. Zudem heizten zwei motivierende Trommler-Gruppen ordentlich ein.

Davon anstecken ließ sich wohl auch Josef Diensthuber (LG Gendorf Wacker Burghausen), der sich mit der fantastischen Laufzeit von 22:04 Minuten erstmals in die Siegerliste eintrug. Damit unterbot er den zwei Jahre alten Streckenrekord von Vorjahressieger Benedikt Huber um acht Sekunden. Um sich für die Deutsche Meisterschaft in Ulm (800 Meter) zu schonen, verzichtete Lokalmatador Huber schweren Herzens auf sein Heimrennen, das er bisher nie verpasst hatte. Diensthuber verwies mit einem klassischen Start-Ziel-Sieg Heiko Middelhoff (MTV Ingolstadt) und Stefan Holzner (Hotel Seeblick/Thumsee) auf die weiteren Plätze. Obwohl er nach eigener Aussage nicht in Bestform angetreten sei, zeigte Gesamtzweiter Mittelhoff bei seinem Traunreut-Debüt eine starke Leistung und lag am Ende nur vier Sekunden über der alten Huber-Bestzeit.

Nachdem ihn Huber vor zwei Jahren im Schlussspurt geschlagen habe, sei er das Rennen diesmal schneller angegangen, um der spurtstarken Konkurrenz zu enteilen, erzählte Diensthuber am Rande der Siegerehrung. Sein Plan ging auf, denn sein ärgster Konkurrent Middelhoff befand sich stets 20, 30 Meter hinter ihm in Lauerstellung und trieb ihn förmlich zu seiner Fabelzeit.

Top-Läuferin Julia Viellehner (AlzChem AG), die ansonsten für den TSV Altenmarkt startet, entschied wie im Vorjahr die Damenwertung souverän für sich und schaffte es in der Gesamtwertung auf Rang acht. Mit einer Zeit von 23:55 Minuten war die erfolgreiche Triathletin noch einmal acht Sekunden schneller als bei ihrem letztjährigen Premieren-Sieg. Hinter ihr reihten sich Nina Miesgang (Triathlon TSV Altenmarkt) und Felicitas Schützinger (TSV Palling) auf den Rängen zwei und drei ein.

Viellehner ist zwar das Siegen gewohnt, doch in Traunreut gewinnt sie besonders gerne: »Das Rennen ist einfach top organisiert und die Atmosphäre einzigartig«, betonte die Ausnahmeathletin und stellte klar, dass es der Traunreuter Stadtlauf durchaus mit bekannten Laufveranstaltungen in deutschen Großstädten aufnehmen könne. Viel Kraft hat ihr die erfolgreiche Titelverteidigung anscheinend nicht gekostet, denn am gestrigen Sonntag startete die 28-Jährige bereits wieder beim Engadin-Radmarathon in der Schweiz.

Das passende Vorprogramm zum Jubiläums-Stadtlauf bot der 700 Meter lange, erstmals ausgetragene Benefizlauf mit 25 Politikern aus Wonneberg, Ruhpolding, Tacherting, Inzell, Palling und Traunreut. Die von der Raiffeisenbank Trostberg-Traunreut gestifteten und nach dem Rennen verlosten Geldpreise für soziale Zwecke gingen an die Gemeinde Wonneberg (1000 Euro), die Gemeinde Tacherting (500 Euro) und die Stadt Traunreut (250 Euro). »Die 239 Bambinis hätten mit den Politikern locker mithalten können, denn sie sind tapfer durchgelaufen«, erzählte Gabi Rasch, die die jüngsten Teilnehmer nachmittags mit Andreas Niedermirtl und Co. auf der 700-Meter-Strecke begleitete.

Eröffnet worden war der Lauf von den heimischen jungen Topläufern Katharina Trost und Benedikt Huber. Großen Zuspruch erfuhren dann auch die Schüler-Staffelläufe über fünfmal 900 Meter. Insgesamt nahmen 55 männliche, weibliche und gemischte Staffeln teil. Am meisten Staffelläufer stellten die Werner-von-Siemens-Mittelschule Traunreut und die Handballer des TuS Traunreut. Alle Bambinis und Schüler erhielten kleine Sachpreise.

Die Stadtlauf-Mannschaftswertung sicherte sich wie im Vorjahr das Team »Dr.-Johannes-Heidenhain GmbH«, das mit 102 Läufern das mit Abstand stärkste Kontingent aufbot. Auf den Rängen zwei und drei landeten die »Bosch- und-Siemens-Hausgeräte GmbH« mit 89 und die Handball-Abteilung des TuS Traunreut mit 51 Teilnehmern.

Unter den gut gelaunten Besuchern der stimmungsvollen »After-Race-Party« weilte neben Bürgermeister und Schirmherr Franz Parzinger auch Stadionsprecher Peter Maisenbacher, der mit Hans Pagatsch informativ und sehr unterhaltsam durch das Programm geführt hatte. »Die Zusammenarbeit mit DJ Jochen und Hans klappt so gut, dass ich 2014 gerne wiederkomme«, versprach der bekannte Moderator. Während die vielen fleißigen Helfer bereits mit dem Abbauen und Saubermachen beschäftigt waren, klang der Stadtlauftag gegen Mitternacht bestens umsorgt in gemütlicher Atmosphäre aus.

Ein besonderer Dank gelte neben den freiwilligen Helfern und Sponsoren »der Stadt Traunreut für die großartige Unterstützung und Zusammenarbeit sowie den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes, ohne die unser Wettkampf in dieser Form nicht machbar wäre«, so Rose-Marie Niedermirtl. Fazit: Diensthubers Siegerzeit wird sicherlich so schnell nicht zu toppen sein, gleiches gilt aber auch für den Traunreuter Stadtlauf, der größten Breitensportveranstaltung Südostbayerns. mmü