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Jubel um Dimitri Koltakow und Hans Weber

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Er ist in der WM derzeit bester deutscher Pilot: Hans Weber, der hier vor Jan Klatovsky führt. Doch der »Eishans« durfte sich nicht nur über seine sportlichen Erfolge freuen: Auch sein Heiratsantrag am Samstag wurde »erhört«. (Fotos: Weitz)

Jubel herrschte beim Eisspeedway-Grand-Prix in der Inzeller Max-Aicher-Arena besonders um Dimitri Koltakow und den Schlierseer Hans Weber, der seit einigen Tagen für den MSC Teisendorf antritt. Der Titelverteidiger aus Russland holte sich am Samstag (GP VII) und Sonntag (GP VIII) jeweils den Tagessieg. Der »Neu-Teisendorfer« Weber ließ die Fans nach seinem letzten Vorlauf im Grand Prix VII mit einem Heiratsantrag jubeln, tags darauf schaffte er sogar den Einzug ins Halbfinale.


Pech hatte dagegen Günther Bauer: Am Sonntag hatte er in seinem ersten Auftritt frühzeitig den zweiten Platz erobert, stürzte aber dann. Er prallte nicht nur mit dem Brustkorb auf den Lenker, was einige Schmerzen verursachte, sondern die Spikes seines Reifens trafen ihn am Oberschenkel und fügten ihm eine heftige Wunde zu – das war das Aus.

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Weber war schon am Samstag mit sechs Punkten ordentlich gefahren, »aber eigentlich wollte ich schon da ins Halbfinale, das hat leider nicht geklappt. Vielleicht schaffe ich es ja heute«, meinte er vor dem GP VIII – und das gelang. Der 33-Jährige schien direkt beflügelt von seinem Heiratsantrag am Vortag, den er seiner Freundin Sophie gemacht hatte. »Eigentlich war ausgemacht, dass die Halle abgedunkelt wird. Das ist aber nicht passiert, und dann musste ich halt so meinen Antrag machen« – der natürlich angenommen wurde ...

Immerhin fünf Zähler holte sich im GP VII Günther Bauer. Der Schlechinger zeigte sich nach überstandener Verletzungspause in seinem sportlichen »Wohnzimmer« schon wieder in ordentlicher Verfassung. Aber: »Mehr war nicht drin, ich bin im Moment nicht schneller.« Am Sonntag zeigte er zum Rennbeginn schon wieder alte Form, doch der Sturz bremste ihn aus. Anschließend kamen im GP VIIII abwechselnd Max Niedermaier (Edling) und Franz Mayerbüchler (Inzell) für Bauer aufs Eis.

Ohne Punktgewinn blieb am ersten Tag Wildcard-Pilot Stefan Pletschacher (Ruhpolding). Das war auch am Sonntag zunächst so, obwohl er in einigen Rennen dicht dran war. Im letzten Lauf schaffte er es dann: Er lag vor Niedermaier – in diesem Rennen für den verletzten Ove Ledström eingesetzt – und der Edlinger stürzte beim Überholversuch.

Niedermaier selbst holte am Samstag bei seinem einzigen Einsatz zwei Punkte, am Sonntag in drei Versuchen einen Zähler. Franz Mayerbüchler (Inzell) wurde in seinen beiden Läufen jeweils Vierter und blieb ohne Punktgewinn.

Dafür kamen an beiden Tagen die Österreicher Franz Zorn und Harald Simon jeweils ins Halbfinale. Simon musste am Sonntag allerdings im letzten Vorlauf des Tages hart kämpfen: Er war punktgleich mit Jimmy Olsen und musste vor diesem ins Ziel kommen, um unter die besten Acht zu fahren. Das Rennen war kurios: Erst stürzte Antonin Klatovsky (Tschechien), im Wiederholungslauf Jasper Iwema (Niederlande). Im dritten Anlauf lieferten sich wieder Olsen und Simon ein beinhartes Duell. Olsen stürzte – Simon war weiter.

Das Geschehen an der Spitze bestimmten die russischen Piloten – angeführt von Titelverteidiger und WM-Spitzenreiter Dimitri Koltakow, der zwar am Samstag im Vorlauf gegen Ex-Weltmeister Daniil Iwanow verlor, aber im Finale dann mit seinem Sieg die Verhältnisse wieder zurechtrückte. Am Sonntag holte er die Maximalpunktzahl. Konkurrenz bekommen die Russen aber von einem jungen Schweden: Martin Haarahiltunen erreichte auch in Inzell an beiden Tagen das Finalrennen – und das in seiner ersten GP-Saison. Walter Hohler