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Jubel über den »Wahnsinn« in Kirchanschöring

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Am Boden, aber der gefeierte Mann: Kirchanschörings Torschütze Maximilian Vogl, mit dem sich hier (von links) Florian Hofmann, Tobias Schild und Vorlagengeber Albert Deiter freuen. (Foto: Butzhammer)

Zufriedene Gesichter herrschten beim SV Kirchanschöring samt den 550 Zuschauern, die bei strömendem Regen dicht gedrängt auf der Tribüne den 1:0 (0:0) Sieg der Gelb-Schwarzen gegen den favorisierten Spitzenreiter der Fußball-Bayernliga Süd, den SV Türkgücü-Ataspor München, miterleben durften. Damit hatten wohl nur die Wenigsten gerechnet.


»Wir wussten, dass das hier schwierig werden würde«, meinte Türkgücüs Trainer Andy Pummer. Dabei sei seine Mannschaft zunächst »sehr, sehr gut im Spiel« gewesen: »Wir hatten in der ersten Hälfte Torchancen für zwei bis drei Spiele – und haben diese Chancen sehr fahrlässig liegen gelassen.« In der zweiten Halbzeit sei der Tabellenführer »einmal nachlässig« gewesen – und habe prompt verloren. So sei eben der Fußball, klagte Pummer, nämlich »nicht immer fair.« Er gab offen zu: Die Niederlage tut richtig weh«.

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Ein »ganz, ganz großes Kompliment an meine Mannschaft« richtete auf SVK-Seite Alex Harsch, der Cheftrainer Michael Kostner an der Linie vertrat. »Das war Wahnsinn«, meinte er und sprach von »leidenschaftlichem Kampf« seiner Schützlinge. »Wir wollten defensiv gut stehen«, so Harsch, dass ein Gegner wie Türkgücü-Ataspor, »sehr viel Qualität« habe, zu Torchancen komme, wäre normal. Diesmal sei so ein Tag gewesen, wo alles passte. Wenn er die Spieler ansehe, sei da »wieder ein Lächeln«, das habe sich das Team verdient. »Ich bin wirklich stolz darauf, was heute geleistet wurde«, so Harsch unter tosendem Applaus des Anhanges.

In den ersten zehn Minuten wirkte der SVK fast andächtig, während die Münchner ballsichere Kombinationen zeigten und im Zweikampf fast übermächtig wirkten. Das zeigte sich bei einem Kopfball von Pablo Pigl (12. Minute) sowie einem Schlenzer von Jerome Faye, nach dem das Leder die Latte streifte (40.). Der SVK fand hingegen besser ins Spiel und konnte so zumindest mit einem 0:0 in die Pause gehen.

Im zweiten Abschnitt wirkten die Gelb-Schwarzen gefasster, die brisanten Szenen vor dem eigenen Gehäuse wurden weniger. Das Tor des Tages erzielte Max Vogl in der 68. Spielminute nach einer Hereingabe von rechts durch Albert Deiter. Der Torschütze lächelte hinterher nur: »Ich weiß nicht, wie der Albert diesen Ball von rechts hereingebracht hat – irgendwie halt«, so Vogl, der die Kugel im linken Teil des Sechzehners dankend annahm und an Torwart Issa Ndiaye vorbei rechts unten in die Maschen donnerte. Vogl selbst konnte sein Glück kaum fassen, stürmte jubelnd gen Eck-Fahne, die gesamte SVK-Mannschaft hinterher, während der Jubelsturm auf der Tribüne kaum Grenzen kannte.

Danach war Feuer unterm Dach, der Spitzenreiter drängte mit aller Macht auf den Ausgleich. Selbst der ansonsten besonnene Coach Pummer ging lautstark an der Seitenlinie mit. Die Zuschauer schienen hingegen die Sensation zu riechen und unterstützten den SVK. Entsprechend erfreut zeigte sich hinterher Trainer Harsch: »Das waren vielleicht die nötigen Prozent mehr.«

So warfen sich die SVK-Spieler in die Schüsse der Gäste, und wenn kein Feldspieler das Leder mehr blockieren konnte, hielt Dominic Zmugg im Kasten den Ball irgendwie in letzter Sekunde noch fest, wie in der 85. Minute. SVK-Neuzugang Daniel Muteba flog zwar noch mit der Ampelkarte vom Platz (95.), doch nach 97 Minuten war dann Schluss. Den ersten Heimdreier feierten sie noch lange beim SVK, auch, weil der nicht unbedingt zu erwarten war.

SV Kirchanschöring: Zmugg, Ban, Eder, Peter, Muteba, Deiter (88. Liener), Köck, Gürcan (81. Hartl), Vogl, Hofmann (68. Urban), Schild.

SV Türkgücü-Ataspor München: Ndiaye, Rech, Tosun, Pigl (74. de Prato), Faye, Mitterhuber (84. Yilmaz), Takahara (67. Schmitt), Segashi, Odak, Thee, Neumann.

Tor: 1:0 Vogl (68.).

Schiedsrichter: Stefan Treiber (Neuburg an der Donau).

Zuschauer: 550.

Gelb-Rote Karte: Muteba (SVK/95./wiederholtes Foulspiel). mw