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Johannes Stief: »Ich habe viele gute Leute«

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Er leitet das Team der Ordner an: der Ruhpoldinger Johannes Stief. (Foto: Brenninger)
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Er leitet das Team der Ordner an: der Ruhpoldinger Johannes Stief. (Foto: Brenninger)

Bei Fans und Aktiven steigt schon die Anspannung, doch Johannes Stief und sein Team bleiben vor dem Biathlon-Weltcup noch ruhig: Der Chef des Teams Ordnungsdienst/Zugangskontrolle geht zwar immer wieder die Checklisten durch und »man fragt sich immer, was haben wir vergessen?« Aber richtig nervös »sind wir dennoch nicht: Ich bin seit gut zehn Jahren Trachtenvereinsvorstand (beim GTEV D'Rauschberger Zell, d. Red.), da hat man eine gewisse Routine im Umgang mit größeren Veranstaltungen.«


Das gilt auch für den Umgang mit Helfern. Diese sind – ebenso wie Stief selbst – mit viel Herzblut bei der Sache. Über 230 davon leitet der 55-Jährige während des Biathlon-Weltcups an, unterstützt von seinen Stellvertretern Bernhard Martini (Ingolstadt) und Max Posselt (Übersee). »Ich habe viele gute Leute. Manche haben sogar weite Anreisen und kommen extra aus Frankfurt oder Hamburg zu uns«, zeigt er sich begeistert. Daher beginnen die Planungen frühzeitig, spätestens im Juli und August geht es bereits mit den Vorbereitungen voll zur Sache.

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Pro Tag sind gut 150 Positionen zu besetzen, doch nicht alle der Helfer stehen an allen Tagen zur Verfügung. So muss genau geplant werden, wer an welchem Tag wo eingesetzt wird. Denn es gibt 130 »normale« Positionen und 20 Langzeit-Plätze.

»Langzeit-Plätze« heißt: Die Ordner übernehmen morgens um 7.30 Uhr ihre Positionen (sogenannte »Kontrollpunkte«) von der Security und nehmen diese Posten bis 18 Uhr ein, ehe wieder die Security übernimmt. Besonders bei den Langzeit-Plätzen wird versucht, die Helfer im Schichtdienst einzuteilen, um die Belastung für den Einzelnen nicht zu groß werden zu lassen. Die anderen Positionen werden ab ca. 10 Uhr besetzt.

Und zum Weltcup-Abschluss am Sonntag, 20. Januar »gibt es nur noch lange Dienste«, stellt der Ruhpoldinger klar. Denn da stehen ja bekanntlich sogar zwei Rennen auf dem Programm, »da muss jeder schon um sieben Uhr da sein.«

Angesichts der Anstrengungen, die seine Mitarbeiter zu bewältigen haben, sei auch das nötige »Feingefühl« mit seinen Aktiven gefordert, betont der 55-Jährige. Umgekehrt wird auch von Stiefs Schützlingen das nötige Gespür im Umgang mit den Biathlon-Gästen erhofft.

Das gilt auch im Falle von Problemen. Stief stellt klar: »Wir fassen keinen an, das geht gar nicht! Sollten dennoch Probleme mit Zuschauern auftreten, versuchen wir diese höflich und bestimmt zu lösen. Wenn sich dann die Gäste immer noch weigern, dann wird die anwesende Polizei hinzugezogen, was noch immer Erfolg hatte.«

Auch bei der Kontrolle ist alles klar geregelt. Die Ordner kontrollieren die Tickets und weisen die Zuschauer in die richtigen Plätze ein, »und nur die Security ist dazu befugt, Rucksack- und Personalkontrollen durchzuführen.«

Stief, der im Kreis-Bauamt (das heißt dem vom Landratsamt geführten Bauamt) arbeitet, hatte seine Position als Helfer beim Biathlon im Jahr 2013 als »Lehrbua« angetreten. »Man wächst da in die Aufgabe hinein«, berichtet er. 2014 war er bereits Leiter seiner Abteilung, die er seither mit viel Unterstützung seines Teams führt.

Insgesamt hat der Ruhpoldinger acht Bereichsleiter im Einsatz. Diese sind zum einen selbst für die Gäste da, zum anderen leiten sie die anderen Ordner in ihrem jeweiligen Bereich an. Ob beim heuer erstmals vorverlegten Haupteingangsbereich, beim Eingang Nord, bei den Zugängen zu den verschiedenen Tribünen und so weiter: »Überall, wo ein Tor oder eine Kreuzung ist, steht jemand aus unserem Team.«

Daher sind pro Tag immer einige Helfer »in Reserve«, um bei Ausfällen gut reagieren zu können. Wenn die Chiemgau-Arena leer ist, ist für die meisten Ordner im Stadion der Dienst beendet. »Für uns geht er jedoch noch weiter, wir müssen dann auch noch rechtzeitig im Champions-Park sein.«

Dort findet ja bekanntlich am Abend nicht nur das gesamte Festleben im Ort statt, sondern es stehen auch die Siegerehrungen der Biathleten auf dem Programm. Wenn Stief und sein Team Glück haben, können sie hier wenigstens die Sportler sehen. Im Stadion geht das eher nicht, »denn da haben wir selten Zeit, uns die Rennen anzuschauen.«

Hadern will er damit nicht: »Wenn der Weltcup gut gelaufen ist, dann sind wir alle zufrieden.« Und wenig später beginnen dann schon die Vorbereitungen für den Weltcup im folgenden Jahr ... Walter Hohler

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