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Johan Werners Titelgewinn als »die Krönung«

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Er wurde Dritter des Biathlon-Massenstarts bei den Schülern 14: Florian Stasswender (SC Vachendorf), der in der Gesamtwertung sogar Zweiter wurde. (Fotos: Weitz)

Starke Leistungen der heimischen Athleten und ein gelungener organisatorischer Ablauf prägten das Finale des Deutschen Schülercups, das in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena ausgetragen wurde. Ausrichter waren der SC Ruhpolding sowie der (für den Langlauf verantwortliche) SV Oberteisendorf. Knapp 400 Athleten aus den Disziplinen Skilanglauf, Biathlon, Skispringen und Nordische Kombination waren am Start.


Im Biathlon holte sich Johan Werner (SC Aising-Pang) den Gesamtsieg bei den Schülern 15 – der Sieg in dieser Altersklasse bedeutet gleichzeitig, dass er Deutscher Schülermeister ist. Gesamtzweiter in der S 14 wurde Florian Stasswender (SC Vachendorf), bei den S-14-Mädchen war Marit Reichenberger (WSV Aschau) als Gesamtfünfte die Beste. Erfolgreichste Skilangläuferin in der Gesamtwertung war Lisa Mayer (SC Alzing) als Fünfte der S 15.

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Knapp am Titel vorbei landete Kombinierer Christian Frank (SK Berchtesgaden) als Zweiter in der S 15. In Ruhpolding feierte er den Sieg in der Kombination und Rang 3 im Springen und erfüllte damit gleich doppelt den Wunsch seines Trainers Lorenz Wegscheider, unter die besten Drei zu kommen.

»Ich bin ja selbst der Schanzenchef«

Der Trainer konnte aber auch mit Andreas Schwarz (WSV Reit im Winkl) zufrieden sein – vor allem mit dessen viertem Platz in der Kombination. Am Start waren nach ihren starken S-13-Ergebnissen die qualifizierten »Kleinen« Simon Steinbeißer (SC Ruhpolding), Emanuel Schmid (WSV Oberaudorf) und Sebastian Schwarz, die sich gegen die ältere Konkurrenz wacker schlugen, »auch wenn sie schon etwas nervös waren«, wie Wegscheider berichtet. Mit den Schanzenverhältnissen war der Trainer ohnehin zufrieden: »Ja natürlich – ich bin ja selbst der Schanzenchef«, lachte er.

Zufrieden sein durften auch die Gau-Schülertrainerinnen Alexandra Grießenböck (Biathlon) und Michaela Hofmeister (Langlauf). »Der Titelgewinn von Johan Werner und der zweite Platz von Florian Stasswender waren die Krönung, aber es war insgesamt sehr gut«, so Grießenböck, »besonders in den Techniksprints.«

Dort hatte Lena Hartl (SC Vachendorf) bei ihrem Sieg in der S 14 zwölf Sekunden Vorsprung und hätte mit ihrer Zeit sogar in der S 15 gewonnen. Zweite der S 14 wurde Marit Reichenberger (WSV Aschau), die den Massenstart gewann.

Bei den Buben der S 14 hatte Stasswender gewonnen, Andreas Hobmaier (TSV Siegsdorf) war Vierter geworden. Hobmaier, ein großer Fan des Norwegers Johannes Thingnes Boe, erfüllte damit und mit Platz 5 im Massenstart seine Hoffnung: »Zweimal unter die Top Sechs.« Paul Kanngießer (SC Bergen) wollte im Techniksprint »unter die besten Fünf« kommen. Er gewann sogar. Auch im Massenstart (10.) und der Gesamtwertung (6.) erreichte er sein Ziel, »unter die besten Zehn« zu kommen.

Dieses Duo ist ebenso wie Florian Arsan (SC Vachendorf) in der Realschule in Marquartstein. Arsan ist »sehr zufrieden mit der Saison.« Er stammt aus der Tölzer Gegend, nun ist seine Familie im Chiemgau zu Hause. »Die Top 3 bis Top 5« hatte er sich zum Ziel gesetzt, was im Massenstart (3.) und der Gesamtwertung (5.) gelang.

Am glücklichsten war natürlich Johan Werner. Der Schüler des Finsterwalder-Gymnastiums in Rosenheim stammt ja aus einer »Langlauf-Dynastie«. »Meine Eltern haben das gemacht, meine Brüder tun es immer noch – und ich tanze jetzt aus der Reihe.« Er wurde unter anderem deshalb zum »Exoten« in der eigenen Familie, »weil es im Langlauf ein Jahr gab, wo ich keine richtige Konkurrenz hatte.« Zwar habe sich das ein Jahr später geändert, aber bedauert habe er den Wechsel nicht, so der Fan des norwegischen Biathlon-Altmeisters Ole Einar Björndalen.

Langlauf-Trainerin Michaela Hofmeister war ebenfalls »sehr zufrieden«. Pech hatte Paula Kühn (WSV Reit im Winkl): Zunächst erfüllte sich die Tüßlingerin mit ihrem 8. Platz im Techniksprint ihre Hoffnung, »möglichst unter die Top Ten zu laufen.« Dann aber war im Massenstart nach drei Stürzen Schluss. »Beim dritten Sturz ist ihr von der Bindung ein Stück herausgebrochen, da kannst du dann nur noch hinterherlaufen«, erläutert Michaela Hofmeister. Zudem ging es darum, nicht noch eine Verletzung zu riskieren: In der Weihnachtszeit hatte sich Kühn den Innenmeniskus angerissen. »Ich konnte fast zwei Monate nicht trainieren«, so Kühn, »aber jetzt kommt die Form wieder.«

Erfolgreichste Athletin dieses Quartetts war Lisa Mayer (SC Alzing). Als Sechste im Techniksprint und Siebte im Massenstart überzeugte sie auch in der Chiemgau-Arena. Schon ihr Vater war als Langläufer aktiv, aber besonders motivierend für sie war ein Erlebnis »bei einem Rennen in Eisenärzt: Da habe ich den Tobi Angerer laufen sehen und kurz danach selbst mit dem Langlauf angefangen«, berichtet sie.

Einen Podestplatz nur hauchdünn verpasst

»Der Techniksprint ist nicht so mein Ding«, gab Sophie Lechner (TSV Marquartstein) schon vor dem Rennen (11. Platz) zu. Dafür hoffte sie auf den Massenstart: »Ein Podestplatz wäre total geil«, hoffte sie. Letztlich fehlten ihr gerade mal 0,2 Sekunden zu diesem Erfolg. Zufrieden sein durfte die Schülerin des Landschulheims Marquartstein dennoch.

Lena Scheck hatte als Zehnte des Techniksprints ihr Ziel genau erreicht, im Massenstart (18.) klappte es nicht ganz wie erhofft. Allerdings wurde dieser ja auch im Skating ausgetragen – und Scheck mag »lieber die klassische Technik und den Sprint.« Dennoch: Auch Rang 14 in der Gesamtwertung ist aller Ehren wert. who